Zentrum für Chirurgische Endoskopie - Medizinische Experten

Chirurgische Kliniken und Abteilungen, die über große Erfahrung und fachliche Expertise auf dem Gebiet der diagnostischen und therapeutischen Endoskopie verfügen und chirurgisch-endoskopische Eingriffe auf höchstem Qualitätsniveau durchführen, können sich als Zentrum für chirurgische Endoskopie zertifizieren lassen. Die Zertifizierung von Zentren für chirurgische Endoskopie wird gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) und der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Endoskopie und Sonografie (CAES) angeboten und in deren Auftrag organisatorisch durch die Servicegesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie SAVC GmbH vorgenommen.

Übersicht

Zentrum für Chirurgische Endoskopie - Weitere Informationen

Ein Zertifikat als Zentrum f&uuml;r chirurgische Endoskopie erhalten nur chirurgische Kliniken und Fachabteilungen, die die von der DGAV und der CAES festgelegten Qualit&auml;tsanforderungen und Kriterien f&uuml;r zertifizierte Zentren f&uuml;r chirurgische Endoskopie erf&uuml;llen und erfolgreich das von der SAVC GmbH durchgef&uuml;hrte Zertifizierungsverfahren durchlaufen haben. Der Kriterienkatalog, den zertifizierte Zentren f&uuml;r chirurgische Endoskopie zu erf&uuml;llen haben, beinhaltet unter anderem Mindesteingriffszahlen auf dem Gebiet der diagnostischen und interventionellen Endoskopie, besondere Qualifikationsmerkmale der leitenden &Auml;rzte, regelm&auml;&szlig;ige Fortbildungen sowie Vorgaben f&uuml;r die apparative Ausstattung und die angebotenen diagnostischen und therapeutischen Verfahren.<br /><br />Je nachdem, in welchem Umfang eine medizinische Einrichtung diese Anforderungen an Zentren f&uuml;r chirurgische Endoskopie erf&uuml;llt, stehen mit dem Zertifikat als Kompetenzzentrum, Referenzzentrum oder Exzellenzzentrum f&uuml;r chirurgische Endoskopie drei verschiedene Zertifizierungsstufen zur Auswahl. Diese Zertifizierungsstufen unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich der Anforderungen an die Qualifikationsmerkmale und Erfahrung der leitenden &Auml;rzte, die apparative Ausstattung und den Umfang des T&auml;tigkeitsspektrums und die Mindesteingriffszahlen. Die Zertifizierung als Kompetenzzentrum stellt dabei die niedrigste und die Zertifizierung als Exzellenzzentrum die h&ouml;chste Zertifizierungsstufe dar.<br />
<h2>Hintergrundinformationen zur chirurgischen Endoskopie</h2>
Der Begriff &bdquo;Endoskopie&ldquo; ist von den griechischen W&ouml;rtern &bdquo;endon&ldquo; (=innen) und &bdquo;skopein&ldquo; (=betrachten, beobachten) abgeleitet und bedeutet w&ouml;rtlich so viel wie &bdquo;in das Innere sehen&ldquo;. In der Medizin versteht man daher unter der Endoskopie eine medizinische Technik, mit deren Hilfe &Auml;rzte K&ouml;rperh&ouml;hlen und Hohlorgane betrachten k&ouml;nnen, um Krankheiten zu diagnostizieren und gegebenenfalls gleich zu behandeln. Um die Betrachtung von K&ouml;rperh&ouml;hlen und Hohlorganen zu erm&ouml;glichen, kommt bei der Endoskopie ein spezielles Instrument zum Einsatz: das sogenannte Endoskop. Dabei handelt es sich um ein r&ouml;hrenf&ouml;rmiges optisches Ger&auml;t, das mit einer Kamera und einer Beleuchtungseinrichtung ausgestattet ist und &uuml;ber Kan&auml;le zum Einf&uuml;hren spezieller Instrumente verf&uuml;gt. Unterschieden wird hierbei zwischen einem starren Endoskop, bestehend aus einem festen, d&uuml;nnen Metallrohr, und einem flexiblen Endoskop, bestehend aus einem biegsamen Schlauch.<br /><br />Grunds&auml;tzlich lassen sich mit der diagnostischen und der therapeutischen Endoskopie zwei Arten der Endoskopie unterteilen, wobei die &Uuml;berg&auml;nge zwischen diesen beiden Formen allerdings flie&szlig;end sein k&ouml;nnen. Die diagnostische Endoskopie dient der Gewinnung von Bildern sowie Fl&uuml;ssigkeits- und Gewebeproben aus dem K&ouml;rperinneren zum Zwecke der Diagnosefindung. Beispiele f&uuml;r diagnostische Endoskopien sind etwa die endoskopische Untersuchung des Magens, auch Magenspiegelung oder Gastroskopie genannt, oder die endoskopische Untersuchung des Darms, auch Darmspiegelung oder Koloskopie genannt. Die therapeutische Endoskopie, auch interventionelle oder chirurgische Endoskopie genannt, dient der operativen Behandlung von Erkrankungen im K&ouml;rperinneren. Da der Zugang zum Operationsgebiet bei der chirurgischen Endoskopie &uuml;ber kleinste Haut- und Weichteilschnitte erfolgt, wird sie zum Gebiet der minimal-invasiven Chirurgie gez&auml;hlt.<br /><br />W&auml;hrend die Endoskopie urspr&uuml;nglich haupts&auml;chlich zu Diagnosezwecken durchgef&uuml;hrt wurde, kommt sie mittlerweile immer h&auml;ufiger zur Therapie zum Einsatz. So erfolgen heutzutage immer mehr Operationen minimal-invasiv mithilfe eines Endoskops. Beispiele f&uuml;r Eingriffe der chirurgischen Endoskopie sind etwa die Polypektomie (=Entfernung von Polypen im Gastrointestinaltrakt), die Mukosaresektion (=Abtragung der Schleimhaut eines Organs) oder Stenteinlagen. Die chirurgische Endoskopie kommt haupts&auml;chlich in der Viszeralchirurgie, sprich bei Eingriffen an den inneren Organen der Bauchh&ouml;hle, und in der Thoraxchirurgie, also bei Eingriffen im Brustraum, zum Einsatz. Aber auch andere medizinische Fachbereiche, darunter etwa die Frauenheilkunde oder die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, f&uuml;hren immer mehr endoskopische Eingriffe durch.<br /><br />Zu den Vorteilen der endoskopischen Chirurgie im Gegensatz zu konventionellen, offenen Operationen geh&ouml;ren geringere postoperative Schmerzen, k&uuml;rzere Krankenhausaufenthalte, k&uuml;rzere Rehabilitationszeiten und bessere kosmetische Ergebnisse. Voraussetzung ist, dass der Eingriff von einem erfahrenen Team von &Auml;rzten durchgef&uuml;hrt wird. Es ist daher ratsam, einen endoskopischen Eingriff in einem zertifizierten Zentrum f&uuml;r chirurgische Endoskopie durchf&uuml;hren zu lassen.<br />
<h3>Ziele von zertifizierten Zentren f&uuml;r chirurgische Endoskopie</h3>
Durch die Zertifizierung von Kompetenz-, Referenz- und Exzellenzzentren f&uuml;r chirurgische Endoskopie wollen die Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) und die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft f&uuml;r Endoskopie und Sonografie (CAES) zum einen die Qualit&auml;t endoskopischer Eingriffe verbessern. Zertifizierte Zentren f&uuml;r chirurgische Endoskopie m&uuml;ssen deshalb bei der Durchf&uuml;hrung chirurgisch-endoskopischer Eingriffe nachweislich Qualit&auml;tsstandards einhalten, die von der DGAV und der CAES auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und klinischer Erfahrungen definiert werden. Zudem m&uuml;ssen zertifizierte Zentren f&uuml;r endoskopische Chirurgie nachweisen, dass sie &uuml;ber ein hohes Ma&szlig; an Kompetenz und Erfahrung auf dem Gebiet chirurgisch-endoskopischer Eingriffe verf&uuml;gen.<br /><br />Zum anderen verfolgen die DGAV und die CAES mit der Zertifizierung von Zentren f&uuml;r chirurgische Endoskopie das Ziel, die Qualit&auml;t chirurgisch-endoskopischer Eingriffe f&uuml;r Patienten transparent zu machen und Patienten so bei der Suche nach einer geeigneten Klinik zu unterst&uuml;tzen. Verf&uuml;gt eine medizinische Einrichtung &uuml;ber das Qualit&auml;tssiegel als zertifiziertes Zentrum f&uuml;r chirurgische Endoskopie, k&ouml;nnen sich die Patienten n&auml;mlich sicher sein, dass sie sich in dieser Klinik in gute H&auml;nde begeben und dort von erfahrenen Chirurgen auf h&ouml;chstem Qualit&auml;tsniveau operiert werden.<br />
<h3>Zertifizierung von Zentren f&uuml;r chirurgische Endoskopie</h3>
Eine medizinische Einrichtung, die auf chirurgisch-endoskopische Eingriffe spezialisiert ist, muss ein umfangreiches Zertifizierungsverfahren durchlaufen, um von der DGAV und der CAES das Qualit&auml;tssiegel als Kompetenz-, Referenz- oder Exzellenzzentrum f&uuml;r chirurgische Endoskopie verliehen zu bekommen. Im ersten Schritt muss die zu zertifizierende Klinik bei der SAVC GmbH einen schriftlichen Antrag auf eine Zertifizierung als Zentrum f&uuml;r chirurgische Endoskopie stellen. In diesem Antrag ist darzulegen, inwieweit sie die Zertifizierungskriterien erf&uuml;llt. Die SAVC GmbH pr&uuml;ft diesen Antrag und f&uuml;hrt im n&auml;chsten Schritt, sofern alle Voraussetzungen f&uuml;r eine Zertifizierung als Zentrum f&uuml;r chirurgische Endoskopie vorliegen, einen sogenannten Audit vor Ort durch. Dabei begutachtet ein Pr&uuml;fer die zu zertifizierende Klinik, um zu &uuml;berpr&uuml;fen, ob die im Antrag gemachten Angaben zur Qualit&auml;t auch zutreffen und alle Zertifizierungskriterien erf&uuml;llt sind. Nach dem erfolgreichen Audit wird der Einrichtung schlie&szlig;lich das Qualit&auml;tssiegel als Kompetenz-, Referenz- oder Exzellenzzentrum f&uuml;r chirurgische Endoskopie ausgeh&auml;ndigt, das nach der Erstzertifizierung drei Jahre lang g&uuml;ltig ist. Nach Ablauf dieser drei Jahre muss im Rahmen eines erneuten Zertifizierungsprozesses eine Re-Zertifizierung erfolgen.<br />
<h3>Kriterien f&uuml;r zertifizierte Zentren f&uuml;r chirurgische Endoskopie</h3>
Chirurgische Kliniken und Fachabteilungen, die sich intensiv mit der chirurgischen Endoskopie besch&auml;ftigen, m&uuml;ssen eine Reihe von Qualit&auml;tsanforderungen und Voraussetzungen erf&uuml;llen, um von der DGAV und der CAES eine Zertifizierung als Kompetenzzentrum, Referenzzentrum oder Exzellenzzentrum f&uuml;r chirurgische Endoskopie zu erhalten. Die Kriterien f&uuml;r zertifizierte Zentren f&uuml;r chirurgische Endoskopie, die insbesondere die Bereiche Qualifikation der &Auml;rzte, apparative und r&auml;umliche Ausstattung, Leistungsspektrum, Mindesteingriffszahlen und Fortbildung betreffen, m&uuml;ssen dabei je nach Zertifizierungsstufe in unterschiedlich gro&szlig;em Ausma&szlig; erf&uuml;llt werden:<br />
<ul>
<li>Qualifikation der &Auml;rzte:
<ul>
<li>Die leitenden &Auml;rzte in Zentren f&uuml;r chirurgische Endoskopie m&uuml;ssen Fach&auml;rzte f&uuml;r Chirurgie bzw. Viszeralchirurgie sein.</li>
<li>Die leitenden &Auml;rzte m&uuml;ssen Mitglieder der DGAV sowie der CAES sein.</li>
<li>Der leitende Arzt eines Kompetenzzentrums muss &uuml;ber eine fortgeschrittene Facharztweiterbildung von mindestens 4 Jahren verf&uuml;gen, mindestens 100 endoskopische Untersuchungen sowie mindestens 250 endoskopische Interventionen durchgef&uuml;hrt haben und einen strukturierten Endoskopiekurs von mindestens 2 Tagen besucht haben.</li>
<li>Der leitende Arzt eines Referenzzentrums muss &uuml;ber eine Facharztbezeichnung verf&uuml;gen, mindestens 2500 endoskopische Untersuchungen sowie 1000 endoskopische Interventionen durchgef&uuml;hrt haben und einen Basis- und einen Fortgeschrittenenkurs zum Thema Endoskopie besucht haben.</li>
<li>Der leitende Arzt eines Exzellenzzentrums muss als klinischer Oberarzt t&auml;tig sein, mindestens 4000 endoskopische Untersuchungen sowie 2000 endoskopische Interventionen durchgef&uuml;hrt haben, einen Basis- und einen Fortgeschrittenenkurs zum Thema Endoskopie besucht haben und eine klinische Hospitation in einem anderen Endoskopiezentrum von mehr als 2 Wochen nachweisen.</li>
</ul>
</li>
<li>Apparative und diagnostische Verfahren:
<ul>
<li>Ein Kompetenzzentrum muss &uuml;ber eigene Endoskopier&auml;ume und eine maschinelle Instrumentendesinfektion verf&uuml;gen.</li>
<li>Ein Referenzzentrum muss &uuml;ber eigene Endoskopier&auml;ume, eine maschinelle Instrumentendesinfektion, eine EDV-Dokumentation und eine(n) Endoskopie-Fachschwester/-pfleger verf&uuml;gen.</li>
<li>Ein Exzellenzzentrum muss &uuml;ber eigene Endoskopier&auml;ume, eine maschinelle Instrumentendesinfektion, eine EDV-Dokumentation, eine(n) Endoskopie-Fachschwester/-pfleger und einen 24-Stunden-Endoskopie-Bereitschaftsdienst verf&uuml;gen.</li>
</ul>
</li>
<li>Mindestfallzahlen f&uuml;r endoskopische Untersuchungen:
<ul>
<li>Kompetenzzentren m&uuml;ssen j&auml;hrlich mindestens 600 Endoskopien durchf&uuml;hren.</li>
<li>Referenzzentren m&uuml;ssen j&auml;hrlich mindestens 1500 Endoskopien durchf&uuml;hren.</li>
<li>Exzellenzzentren m&uuml;ssen j&auml;hrlich mindestens 2500 Endoskopien durchf&uuml;hren.</li>
<li>Bei diesen Endoskopien kann es sich beispielsweise um Gastroskopien (Magenspiegelungen), Koloskopien (Darmspiegelungen), Bronchoskopien (Spiegelungen der Bronchien) oder endoskopische Ultraschalluntersuchungen (EUS) handeln.</li>
</ul>
</li>
<li>Mindestfallzahlen f&uuml;r endoskopische Interventionen:
<ul>
<li>Kompetenzzentren m&uuml;ssen j&auml;hrlich mindestens 150 endoskopische Interventionen durchf&uuml;hren.</li>
<li>Referenzzentren m&uuml;ssen j&auml;hrlich mindestens 350 endoskopische Interventionen durchf&uuml;hren.</li>
<li>Eszellenzzentren m&uuml;ssen j&auml;hrlich mindestens 500 endoskopische Interventionen durchf&uuml;hren.</li>
<li>Bei diesen endoskopischen Interventionen kann es sich beispielsweise um Polypektomien, Mukosaresktionen, Stentimplantationen oder gastrointestinale Blutstillungen handeln.</li>
</ul>
</li>
<li>Eigene Fortbildung: Die leitenden Chirurgen des zertifizierten Zentrums f&uuml;r chirurgische Endoskopie m&uuml;ssen mindestens einmal im Jahr an einer der folgenden Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen: Sitzungen der CAES im Rahmen des Jahreskongresses der DGAV, Sitzungen der CAEK im Rahmen der viszeralmedizinischen Herbsttagung der DGAV, .Jahreskongress der DGE-BV. .Beim Besuch dieser Veranstaltungen m&uuml;ssen pro Jahr mindestens 16 Fortbildungspunkte erworben werden.</li>
</ul>

Behandlungsschwerpunkte