Die peripheren Nerven, ein Nervensystem außerhalb von Rückenmark und Gehirn, sind für Wahrnehmungen wie Kälte, Hitze und Schmerzen zuständig und steuern Muskelbewegungen. Etwa einer von 2.500 Menschen leidet unter Polyneuropathie, eine Krankheit des peripheren Nervensystems, die mit verschiedenen Ausprägungen und Symptomen auftritt. Hier finden Sie Spezialisten für Polyneuropathie.

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Was ist Polyneuropathie?

Polyneuropathie beeinträchtigt die Funktionsweise der Nerven. Sie beginnt schleichend und ist unheilbar. Das periphere Nervensystem umfasst sämtliche Nerven außerhalb des zentralen Nervensystems, auch das vegetative Nervensystem. Dieses koordiniert Verdauung und Atmung, das periphere Nervensystem Muskelbewegungen und Schmerzempfindungen. Die zahlreichen Funktionen zeigen bereits, wie gravierend sich eine Erkrankung des peripheren Nervensystems auswirken kann.

Ursachen von Polyneuropathie

Die Ursachen der Erkrankung sind vielfältig und reichen von Vitaminmangel über Nervenentzündungen bis hin zu extrem seltenen Erkrankungen. Häufig ist der Grund jedoch die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus. Alkoholmissbrauch kann ebenfalls zu Polyneuropathie führen, denn Alkohol wirkt auf Nervenfasern unmittelbar toxisch. Als Krankheitsauslöser gelten auch Medikamente gegen Krebs oder Herzrhythmusstörungen. Heute kennt die Wissenschaft über 200 verschiedene Ursachen. Bei einem Fünftel der Erkrankten ist die Ursache nicht klar.

Welche Ärzte sind Spezialisten für Polyneuropathie?

Neurologen sind die Fachärzte zur Behandlung von Polyneuropathie. Sofern sie auszumachen ist, behandeln Spezialisten für Polyneuropathie immer erst die Grunderkrankung. Da Autoimmunerkrankungen die Nerven ebenfalls schädigen können, sind eventuell auch Allergologen sowie Gefäßspezialisten einzubeziehen.

Wie werden Polyneuropathien festgestellt?

Eine gründliche neurologische Untersuchung bringt Aufschluss über die vorhandene Nervenschädigung. Einfache Hilfsmittel wie Reflexhammer oder Nadeln dienen dazu, die Sensibilität des Patienten zu prüfen. Auch das Zusammenspiel von Muskulatur und Nerven wird getestet. Durch Prüfung der Nervenleitgeschwindigkeit können Spezialisten für Polyneuropathie den Grad der Nervenschädigung feststellen. In der Regel sind weitere Untersuchungen wie Blutbild, Blutzuckertest, Sonographie, Computertomographie und Röntgenaufnahmen notwendig. Bei schwerem Verlauf kann eine Gewebeprobe entnommen werden.

Diabetische Polyneuropathie

Von dieser Erkrankung ist etwa ein Drittel aller Diabetiker betroffen. Man vermutet, dass sie durch eine Schädigung kleinster Blutgefäße, welche die Nerven versorgen, entsteht. Ein weiterer Zusammenhang besteht auch durch das Überangebot an Zucker, der die Nerven ebenfalls beeinträchtigt. Eine diabetische Polyneuropathie kann bereits vorhanden sein, wenn noch keine Diabetes-Symptome erkennbar sind.

Die wichtigsten Symptome von Polyneuropathie

Typische Symptome sind Sensibilitätsstörungen in den Extremitäten. Die Beschwerden variieren je nachdem, welche Nervenfasern betroffen sind. Wie sich die Krankheit darstellt, hängt auch von ihrer Ursache ab. Betroffene klagen über Kribbeln in den Füßen und Taubheit. Auch die Temperaturwahrnehmung und die Wahrnehmung der Lage sind häufig gestört. Viele Patienten haben ein reduziertes Schmerzempfinden, im fortgeschrittenen Stadium verliert es sich oft ganz. Auch Organe können beeinträchtigt sein. Übermäßiges Schwitzen und eine Störung der Magen-Darm-Funktionen sind ebenso häufig wie Blutdruckschwankungen oder Herzrhythmusstörungen.

Wie erfolgt die Behandlung durch Spezialisten für Polyneuropathie?

Die Therapie ist nicht einfach und richtet sich an den Symptomen sowie der Grunderkrankung aus. Bei Diabetikern ist die optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels von größter Bedeutung. Infektiöse Polyneuropathien werden mit Antibiotika behandelt. Liegt Vitaminmangel vor, ist eine Ernährungsumstellung ratsam. Im akuten Fall können Vitaminpräparate verabreicht werden. Gegen die Nervenschmerzen erhält der Patient Schmerzmedikamente und je nach Verfassung auch ein Antidepressivum. Physikalische Therapien und Krankengymnastik sind bei Polyneuropathie ebenfalls sinnvoll.

Quellen

  • https://www.tk.de/techniker/service/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/neurologische-einschraenkungen/was-ist-eine-polyneuropathie-2016438
  • http://www.fa-zd.de/facharzt-zentrum-duesseldorf/neurologie/polyneuropathie.html
  • https://www.barmer.de/gesundheit/krankheit-behandlung/krankheiten-a-z/polyneuropathie-6964
  • https://www.krupp-krankenhaus.de/neurologie/leistungsspektrum/klinische-neurophysiologie-und-polyneuropathien.html