Spezialisten für Bandscheibenvorfälle

Bandscheibenvorfälle zählen zu den häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparats, genauer der Wirbelsäule. Sie gehen mit starken Rücken- oder Nackenschmerzen einher, die bis in die Arme, Beine oder das Gesäß ausstrahlen können – abhängig davon, an welchem Wirbelsäulenabschnitt der Bandscheibenvorfall konkret auftritt. Spezialisten für Bandscheibenvorfälle stellen in der Regel sehr schnell eine zutreffende Diagnose und leiten anschließend eine geeignete Behandlung ein.

Empfohlene Spezialisten für einen Bandscheibenvorfall

Kurzübersicht:

  • Was ist ein Bandscheibenvorfall? Zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule befinden sich Bandscheiben, die als Stoßdämpfer dienen. Ragt eine Bandscheibe in den Wirbelsäulenkanal hinein und drückt auf das Rückenmark, spricht man von einem Bandscheibenvorfall.
  • Symptome: Starke Schmerzen, die bis in die unteren Gliedmaßen ausstrahlen, häufig auch Kribbeln und ein Gefühl von Taubheit sind die häufigsten Beschwerden.
  • Diagnose: Im MRT oder CT lässt sich der Bandscheibenvorfall darstellen und das Ausmaß erkennen. Die genaue Kenntnis der Verletzung ist wichtig für die Planung der Therapie.
  • Ursachen: Meistens tritt ein Bandscheibenvorfall nicht plötzlich auf. Die Bandscheibe wurde vielmehr im Laufe der Zeit immer weiter geschädigt, bis sie schließlich bei Belastung hervortritt. 
  • Risikofaktoren: Bewegungsmangel, Übergewicht, ungesunde Ernährung und Rauchen sind Risikofaktoren für die Schädigung der Bandscheiben. Hinzu kommen Muskeldysbalancen und eine angeborene Bindegewebsschwäche.
  • Behandlung: Die meisten Vorfälle können konservativ (ohne OP) durch Ruhe, Physiotherapie und Medikamente erfolgreich therapiert werden. 
  • Operation: Eine OP ist nötig, wenn nach spätestens acht Wochen keine Besserung eintritt. Meistens ist der Eingriff minimal-invasiv möglich. Dabei wird das hervorgetretene Gewebe entfernt, wodurch der Druck auf das Rückenmark nachlässt.
  • Arbeitsunfähigkeit: Mit einer konservativen Behandlung geht eine Arbeitsunfähigkeit von vier bis 12 Wochen einher. Bei einer OP schließt sich an den mehrtägigen Krankenhausaufenthalt eine dreiwöchige Reha an.
  • Nachbehandlung: Nach ein bis drei Wochen ist der Beginn einer Physiotherapie sinnvoll. Nachuntersuchungen sollten wahrgenommen werden. Wann Sport wieder möglich ist, hängt vom Einzelfall und von der Sportart ab.

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Welche Fachärzte sind Spezialisten für Bandscheibenvorfälle?

Zwischen den Wirbeln befinden sich die Bandscheiben, bestehend aus einem Gallertkern und einem den Kern umgebenden harten Faserring. Bekommt der Faserring Risse, wölbt sich der Gallertkern nach außen vor. Durchbricht er den Faserring, spricht der Mediziner von einem Bandscheibenvorfall.
Bei Rückenschmerzen ist der Hausarzt meist der erste Ansprechpartner. Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall mit den entsprechenden Symptomen, wie zum Beispiel Taubheitsgefühlen, überweist er den Patienten an einen Spezialisten für Bandscheibenvorfälle – beispielsweise an einen Orthopäden, Wirbelsäulenchirurgen oder Neurochirurgen.

All diese Fachärzte sind in der Lage, einen Bandscheibenvorfall durch die körperliche Untersuchung und einer MRT-Untersuchung zu diagnostizieren und zu behandeln. In sehr schweren Fällen kann es zudem erforderlich sein, dass mehrere Spezialisten zusammenarbeiten. Da bei einem Bandscheibenvorfall auch die umliegenden Nerven betroffen sind, wird der Orthopäde beispielsweise einen Neurologen zurate ziehen. Ist ein operativer Eingriff erforderlich, zieht er einen Wirbelsäulenchirurgen hinzu. Dieser hat in der Regel eine Facharztausbildung für Orthopädie und Unfallchirurgie oder in der Neurochirurgie.

Spezialisten für Bandscheibenvorfälle haben eine langjährige Ausbildung durchlaufen: Absolventen eines Medizinstudiums sind zwar berechtigt, den Arztberuf auszuüben. Streben sie eine Karriere als Facharzt an, müssen sie hingegen zusätzlich mehrere Jahre als Weiterbildungsassistent/-in tätig sein – beispielsweise in einer orthopädischen Fachklinik. Danach erwerben sie den Facharzttitel und können sich Spezialist für Bandscheibenvorfälle nennen.

Wie wird ein Bandscheibenvorfall therapiert?

Bei einem Bandscheibenvorfall ist eine konservative Therapie in 90 Prozent der Fälle ausreichend. Diese Therapie beinhaltet vor allem die Gabe schmerzlindernder und entzündungshemmender Medikamente, damit der Patient weitgehend schmerzfrei ist und keine schädigende Schonhaltung einnimmt. Zusätzlich können Wärmeanwendungen die Beschwerden lindern und die Durchblutung des geschädigten Gewebes fördern.

Viele Spezialisten für Bandscheibenvorfälle verordnen zudem physiotherapeutische Maßnahmen, die allesamt dem Zweck dienen, die Rückenmuskulatur zu normalisieren und zu stärken. Insgesamt nimmt die konservative Therapie eines Bandscheibenvorfalls rund sechs bis acht Wochen in Anspruch. Stellt sich keine Besserung ein, zieht der Arzt einen operativen Eingriff in Betracht. Gleiches gilt bei sehr stark ausgeprägten Bandscheibenvorfällen, die Lähmungen hervorrufen oder mit Symptomen wie Blasen- oder Stuhlinkontinenz einhergehen.

Bei der Operation der Bandscheiben geht der Chirurg folgendermaßen vor: Er entfernt den vorgefallenen Teil des Gallertkerns und entlastet auf diese Weise die eingeklemmte Nervenwurzel. In der Regel handelt es sich um einen minimalinvasiven Eingriff, bei dem nur ein sehr kleiner Schnitt notwendig ist. Das genaue operative Verfahren wird jedoch immer individuell mit dem behandelnden Arzt besprochen. An die Operation schließt sich eine mehrwöchige (ambulante oder stationäre) Reha in einer geeigneten Einrichtung an.

Quellen

https://www.dgn.org/leitlinien/3516-ll-030-058-2018-lumbale-radikulopathie
https://dgooc.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-der-dgou/820-patientenleitlinie-zeigt-menschen-mit-rueckenschmerzen-behandlungsoptionen-auf;
https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/bandscheibenvorfall-diskusprolaps/was-ist-ein-bandscheibenvorfall/
https://schmerzliga.de/rueckenschmerzen.html

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