Migräne tritt anfallartig auf und ist nicht mit Kopfschmerzen, wie sie bei Erkältungen oder Stress vorkommen, vergleichbar. 10-15 % aller Erwachsenen weltweit leiden unter Migräne, Frauen fast doppelt so häufig wie Männer. Im Jahrzehnt zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr ist Migräne am häufigsten. Trotzdem können auch Schulkinder schon daran leiden.

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Was ist Migräne?

Migräne ist ein Kopfschmerz, der sich nicht auf vorausgegangene Krankheiten zurückführen lässt. Genau wie Cluster- und Spannungskopfschmerz gehört Migräne zur Gruppe der primären Kopfschmerzen. Die Abgrenzung zu anderen Kopfschmerzen wird durch den Ausschluss mehrerer schwerwiegender Symptome getroffen. Nach ausführlichem Vorgespräch und Anamnese stellt der behandelnde Arzt eine Diagnose. Ein sicheres Anzeichen ist die Verstärkung des Schmerzes bei Bewegung.

Welche Ärzte sind Migräne-Spezialisten?

Anders als Spannungskopfschmerz kann Migräne nicht durch ätherische Öle und Entspannungsübungen gelindert werden. Wenden Sie sich bei Verdacht auf Migräne deshalb gleich an einen Spezialisten. Gehen Sie mit Ihren Beschwerden zu einem Neurologen oder Allgemeinmediziner mit vertieften Kenntnissen über Migräne. Die deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft führt Adresslisten. Hierin finden Sie auch einen Migräne-Spezialist in Ihrer Nähe.

Woran erkennen Sie, dass es Migräne ist?

Migräne läuft in Phasen ab und kommt mit und ohne Aura vor. Die Schmerzen zeigen sich einseitig, sind hämmernd, pochend oder pulsierend. Sie treten bevorzugt an Stirn, den Schläfen und um die Augen auf, bauen sich auf und können viele Stunden anhalten. Bei Bewegung verstärken sie sich. Patienten leiden unter Übelkeit (oft mit Erbrechen), sind licht- und lärmempfindlich. Die Begleitsymptome sind oft unterschiedlich, bei manchen bleiben sie aus, bei anderen sind sie sehr stark. Oft ist auch die Psyche in Mitleidenschaft gezogen. Migräne sehr anstrengend, deshalb sind Patienten nach einer Attacke erschöpft. In der Erholungsphase brauchen sie dringend Ruhe.

Was ist die Migräneaura?

Dieses Phänomen kommt bei etwa einem Drittel aller Migränepatienten vor. Es handelt sich um bestimmte Sinneswahrnehmungen unmittelbar vor einem Migräneanfall. Die Betroffenen leiden 5-20 Minuten unter Sehstörungen, die sich durch Blitze, Wellen im Gesichtsfeld und blinde Flecken zeigen.

Wie entsteht Migräne?

Die Ursachen für Migräne werden zwar intensiv erforscht, sind aber nicht eindeutig geklärt. Man fand bisher mehr als 40 Gene für ein erhöhtes Migränerisiko. Mediziner nehmen an, dass die gestörte Regulation kleinster Blutgefäße im Gehirn einen Migräneanfall auslöst. Migräne kündigt sich 2-3 Tage vor dem eigentlichen Anfall an. Konzentrations- und Schlafstörungen, Heißhungerattacken auf bestimmte Lebensmittel und Magen-Darm-Beschwerden sind typisch.

Die Behandlung von Migräne

Migräne ist eine unheilbare, chronische Erkrankung, die man aber heute so gut behandeln kann, dass die Lebensqualität der Patienten viel weniger beeinträchtigt wird als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Die Akuttherapie dient der Schmerzlinderung durch Medikamente. Hier werden keine herkömmlichen Schmerzmittel eingesetzt. Nehmen Sie das Medikament während einer Attacke so früh wie möglich. Je nach Intensität und Häufigkeit der Anfälle können Sie es schon vorbeugend einnehmen. Bei leichten Schmerzen helfen auch Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure. Halten Sie sich während einer Attacke möglichst in einem abgedunkelten Raum auf. So bleibt der Einfluss äußerer Reize niedrig.

Quellen

  • https://www.migraene-wissen.de/migraene/symptome/
  • https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-057l_S1_Migraene-Therapie_2018-04_1.pdf
  • http://www.dmkg.de/therapie-empfehlungen/migraene/therapie-und-versorgung-bei-chronischer-migraene.html