Mit einem Leistenbruch (Leistenhernie) bezeichnet man einen Eingeweidebruch im Leistenkanal. Hernien sind die häufigsten Krankheiten im viszeralchirurgischen Bereich. Besonders oft kommen die Gewebevorwölbungen bei Kindern oder Menschen ab dem 40. Lebensjahr vor. Je nach Ort des Auftretens unterscheidet man Bauchwand-, Nabel-, Narben- oder Schenkel- oder Zwerchfellhernien. Spezialisten für den Leistenbruch sind Viszeralchirurgen.

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Welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner bei Leistenbrüchen?

Der Facharzt für Allgemeinmedizin ist die erste Anlaufstelle. Dieser überweist den Patienten bei entsprechender Diagnose an einen Viszeralchirurgen. Fachärzte mit viszeralchirurgischer Ausbildung durchlaufen eine sechsjährige strukturierte Weiterbildung und befassen sich daher mit Gewebebrüchen. Weiterhin gibt es Viszeralchirurgen, die sich als Leistenbruch-Spezialisten ausschließlich der Behandlung von Leistenhernien widmen.
Merkmale eines Leistenbruchs

Bei einem Leistenbruch drückt sich das Bauchfell durch eine Muskellücke. Je nach Richtung unterscheidet man den inneren oder äußeren Leistenbruch. Das herausgedrückte Bauchfell kann sich wie ein Sack über Teile des Darms legen und Flüssigkeit enthalten. Selten wird der Darm in einer solchen Bauchfelltasche eingeklemmt, was immer ein Notfall ist. Leistenbrüche betreffen zu 90% Männer und lassen sich als Schwellung gut ertasten. 

Wie entsteht ein Leistenbruch?

Das Bauchfell bezieht als dünne Schicht die inneren Organe im Bauchraum und sorgt dafür, dass sie sich gegeneinander verschieben können. Wenn es durch die Muskellücke aus dem Bauchinneren im Leistenkanal heraustritt, bildet sich ein Bruchsack, in den auch Darmschlingen gelangen können. Fast immer ist eine Bindegewebsschwäche mit verantwortlich für den Leistenbruch.

Risiken für Hernien sind

  • starker Druck durch Pressen (bei hartem Stuhl)
  • angeborene, nicht komplette Bauchwandverschlüsse
  • Übergewicht
  • Operationen
  • Hodenhochstand
  • Bindegewebsschwäche (altersbedingt oder genetisch)

 

Typische Symptome von Hernien

In den meisten Fällen zeigt sich der Bruch als Wölbung nach außen und ist dort tastbar. Kleine Brüche machen sich nur beim Husten oder Pressen bemerkbar. Bei einem inneren Bruch sind diese sichtbaren Symptome gar nicht vorhanden. Wird mit dem Bauchfell auch ein Teil des Darms eingeklemmt, kommt es zu starken Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Die Blutversorgung ist unterbrochen und es besteht die Gefahr eines Darmverschlusses. Ein eingeklemmt der Bruch ist ein Notfall und muss umgehend operiert werden.

So wird ein Leistenbruch diagnostiziert

Der untersuchende Arzt bittet den Patienten im Stehen zu pressen. Bei einem äußeren Bruch wird dabei sofort eine Wölbung sichtbar. Genauere Ergebnisse liefert die Ultraschalluntersuchung. So lässt sich auch die Lage des Bruches feststellen. Liefert der Ultraschall unklare Ergebnisse, hilft eine Röntgenuntersuchung, gegebenenfalls auch die Computertomographie. Ein innerer Bruch kann durch eine Bauchspiegelung erkannt werden.

Die Therapie von Hernien

Abwarten und hoffen, dass sich der Leistenbruch von selbst zurückzieht, ist kontraproduktiv, denn von alleine heilt ein Leistenbruch nicht. Wenn überhaupt, kommt dieser Strategie nur für junge Patienten mit sehr kleinen Brüchen infrage. Denn auch eine nicht symptomatische Leistenhernie wird bei fast allen Patienten spätestens nach zwei Jahren zu einer symptomatischen. Da sich die Bauchwand nicht von selbst schließt, ist die Standardtherapie eine Operation. Dabei wird die Muskellücke mit einer Naht geschlossen. 

Quellen
https://www.chirurgie-portal.de/allgemeinchirurgie/bauchwandbrueche/welcher-arzt-bei-bauchwandbruechen.html
https://www.allgemeinarzt-online.de/praxisalltag/a/einen-goldstandard-gibt-es-nicht-1603870
https://www.dgch.de/index.php?id=108