Experteninterviews

Wenn unsere Augen tränen, ist es meist Ausdruck starker Emotionen, wie es etwa bei Schmerzen, Traurigkeit, aber auch bei herzlichem Lachen, einer tiefen Berührung oder einfach nur Zwiebelschneiden der Fall ist. Doch es gibt vereinzelt Menschen, die durchweg „tränende Augen“ haben, dann handelt es sich um ein gesundheitliches Problem. Hierbei sind die Tränenwege blockiert. Dadurch fliessen die Tränen aus dem Auge über die Wangen. Der Arzt spricht dann vom „Tränenträufeln“ oder auch von „Epiphora“, so der medizinische Fachausdruck. Wie genau können wir uns das jetzt vorstellen?Die Tränen werden in der sog. Tränendrüse der Augenhöhle produziert und fliessen über die Tränenkanäle und einem Tränennasengang in die Nase. 
„Die Tränendrüse ist dafür zuständig, die Augenoberfläche ständig feucht zu halten“
so im Normalfall, erklärt der Augenspezialist und Leading Medicine Guide Experte Professor Heindl. Doch wenn jemand ein solches Tränendes Auge hat, leidet er vermutlich an einer Tränenwegsstenose – kurz einer Verstopfung der Tränenwege. Tränen laufen unkontrolliert über die Wangen und man sieht die Welt verschwommen. 
„Betroffene leiden stark darunter. Sie sehen die Welt wie durch ein Aquarium. Bei manchen Menschen brennt oder juckt das Auge zusätzlich.“
Durch die Flüssigkeitsansammlung kann sich vermehrt Schleim bilden und das Auge schließlich entzünden, betont der Mediziner Heindl. Warum aber verstopfen Tränenwege plötzlich und wen trifft es am häufigsten? 
„Das kann man überhaupt nicht bestimmen. Ein solcher Tränenwegs-Stau kann jeden treffen. Zwar kommt Epiphora häufiger bei älteren Menschen und vor allem bei Frauen vor, den Grund kennt man heute jedoch nicht genau.“
Umso wichtiger ist es, bei derart tränendem Auge möglichst früh einen medizinischen Fachexperten zu konsultieren. 
Ein solcher Spezialist ist Professor Heindl von der Uniklinik Köln. Der in seinem Fachbereich hochangesehene Ophtalmoonkologe und Ophtalmoplastische Chirurg hat sich auch auf die Behandlung tränender Augen fachlich bestens vorbereitet. Es gibt zwei bewährte Therapiemethoden, mit denen der erfahrene Arzt Professor Heindl sehr hohe Erfolgsquoten erzielt. 
  1. Die erste wird auf den berühmten italienischen Chirurgen Toti zurückgeführt. Schon vor 100 Jahren konnte sich seine Methode mit etwa 90% Erfolgsquote bewähren. Deshalb spricht man auch oft einfach nur von der Toti-Operation. „Hierbei müssen wir einen kleinen Hautschnitt im Bereich des Augeninnenwinkels vornehmen. Dann legen wir eine neue Verbindung von Tränensack zur Nasenschleimhaut.“
  2. Bei der zweiten Möglichkeit handelt es sich um einen Lasereingriff, wo dieser "Kurzschluss" zur Nase mittels Laser geschaffen wird. „Diese Methode ist chirurgisch anspruchsvoller, aber wir benötigen hierfür keinen Hautschnitt. Besonders jungen Patienten raten wir eher zu dieser Methode, auch wenn hier die Erfolgsquote bei etwa 75% liegt.“
 
drop-of-water-1745699_1280Schließlich entscheidet der Patient selbst, welche Operation er für sich in Anspruch nehmen will. Gerne berät Professor Heindl jeden einzelnen Betroffenen und zeigt die verschiedenen Behanldungs- und Therapiemöglichkeiten auf. Selbstverständlich muss in beiden Fällen der Patient nach Eingriff mit einer Schwellung rechnen, die aber in der Regel wieder schnell abklingt. Auch hier wird der Betroffene stets von seinem Expertenteam begleitet. Nach nur drei Monaten wird die Sonde gezogen und der Patent kann wieder – hoffentlich dann nur vor Freude – weinen.