Experteninterviews

Dr. Baums ist medizinischer Experte und Arzt für Knie- und Schulterchirurgie und Chefarzt an der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am St. Elisabeth Krankenhaus im nordrheinwestfälischen Dorsten. Heute erzählt uns Dr. Baums, womit sich die Sporttraumatologie befasst. stretchen-1634784_1920Herr Dr. Baums, so ein Kreuzbandriss ist keine typische Fußball-Verletzung, sondern generell eine der häufigsten Sportverletzungen im Alltag. Was genau passiert da und womit befasst sich die Sporttraumatologie in dem Fall? Das vordere und hintere Kreuzband bilden den so genannten zentralen Pfeiler des Kniegelenks und verleihen dem Kniegelenk Stabilität. Verletzungen betreffen zu mehr als 90% das vordere Kreuzband, sodass es sich hierbei um die häufigste Verletzung des Kniegelenkes handelt.Wenn die akuten Symptome mit Schwellung und Schmerzen abgeklungen sind, nehmen die Patienten oft ein subjektives Instabilitätsgefühl, ein sog. giving-way wahr. Der Patient hat das Gefühl, dass das Knie „wackelt“.Die Sporttraumatologie befasst sich in diesem Fall mit der Therapie dieser Problematik. Wie kann man sich das im Detail vorstellen? Durch das Wackeln des Knies ist der Patient nicht mehr dazu in der Lage seinen Sport durchzuführen, denn er kann sein Knie und somit sein Körpergleichgewicht nicht mehr ausreichend stabilisieren. Es gibt wenige Menschen, die diesen Zustand tatsächlich ausgleichen können. Diese werden als sog. „Coper“ bezeichnet. Hier geht eine konservative Therapie mit Muskelaufbau durchaus mit guten Ergebnissen einher. swim-422546_1920Klingt nach einer wackeligen Angelegenheit. Wie können hier Operationen gezielt helfen?  Insbesondere bei sportlich aktiven Menschen wird eine operative Versorgung angestrebt, um dem Knie wieder eine ausreichende Stabilität zu gewährleisten. Man weiß heute, dass gerade in sog. „Stop-and-Go“ Sportarten wie Handball innerhalb der ersten drei Jahre Folgeverletzungen wie ein Riss des Meniskus auftreten. Dies wie auch die beruflichen Anforderungen, das sportliche Aktivitätslevel, eventuell vorhandene Begleitverletzungen sowie das Alter des Patienten sollten bei der Planung der Therapie mit einfließen. Wie kann die Sporttraumatologie hierbei helfen? Sie befasst sich erst in den letzten Jahren zunehmend mit der Prävention dieser Verletzungen. Es bestehen jedoch mehrere Probleme: viele dieser Präventionsstrategien sind den Verantwortlichen gerade in Sportvereinen nicht bekannt, Risikopatienten werden nicht erkannt oder es besteht die Einstellung, dass man die „wertvolle“ Trainingszeit nicht mit banalen Übungen „verplempern“ möchte.Dabei konnte jedoch zum Beispiel in großen Studien durch die Anwendung des FIFA 11+ Programmes, einer speziellen Form des Präventionsprogrammes, eine Reduzierung des allgemeinen Verletzungsrisikos und somit auch speziell des Kniegelenkes bei Nachwuchsspielern um bis zu 50% nachgewiesen werden. Das klingt nach einer guten Verletzungsprophylaxe. Meines Erachtens sollte auf die Verletzungsprävention viel mehr Wert gelegt werden. Es bedarf jedoch sicher noch einiger Zeit, bis sich solche Präventionsprogramme breitflächig in Deutschland durchsetzen. run-1290022_1920Genau aus dem Grund meiden viele Menschen die sportliche Betätigung, obwohl Sport wichtig und gesund ist. Haben Sie Tipps, wie man die Verletzungsgefahr eindämmen kann? Verletzungsprävention kann beispielsweise durch einfache Dehnübungen, sowie Stabilisierungen der Rumpfmuskulatur, einen wesentlichen Beitrag leisten. Die Übungen sind einfach durchführbar und sollten regelmäßig erfolgen. Als Beispiel seien Übungen des in die Mode gekommenen Body-weight-Trainings zu nennen. Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung des FIFA+ Programmes, wobei es mittlerweile sogar ein entsprechendes Programm für den Nachwuchs gibt (FIFA 11+ kids). Durch diese Programme wurde das Rad sicher nicht neu erfunden. Jedoch handelt es sich um eine sinnvoll zusammengestellte Übungskette, die ja auch wissenschaftlich nachgewiesen das Verletzungsrisiko senkt, insofern sie regelmäßig und sachgerecht durchgeführt wird. Gibt es „sanftere“ Sportarten? Können Sie eine empfehlen?Grundsätzlich bringen Sportarten mit schnellen Richtungswechseln, die sog. Stop-and-Go Sportarten, wie Handball und Fußball, ein größeres Verletzungsrisiko mit sich. Hier sollte man wirklich auf eine gute Vorbereitung Wert legen. Die richtige Ausrüstung wie sicheres Schuhwerk spielen hier auch eine Rolle.Wenn man das Vorhaben regelmäßigen Sporttreibens angeht, sollte man die Belastung langsam und bedächtig steigern und sich an die Belastung gewöhnen. Wird der Körper zu sehr überlastet, wird man müde und somit verletzungsanfälliger. Fun-Sportarten wie Mountainbiken mit Downhill-Einlagen sind u.a. für das Schultergelenk gefährlich. Am idealsten sind Sportarten, die eine kontinuierlich-dynamische Belastung darstellen, wie schwimmen, laufen und radfahren. Neuere skandinavische Untersuchungen haben gezeigt, dass insbesondere in Maßen durchgeführtes Joggen nicht zu einer frühzeitigen Knorpelschädigung und somit zu einem erhöhten Arthroserisiko beiträgt. baums-kopieAuf welche Behandlungen haben Sie sich spezialisiert? Der Schwerpunkt meiner Tätigkeit liegt in der gelenkerhaltenden und gelenkersetzenden Therapie, hauptsächlich des Schulter- und Kniegelenkes. Gerade bei der gelenkerhaltenden operativen Therapie nutze ich minimalinvasiv-arthroskopische Methoden, d.h. sog. Schlüssellochtechniken. Speziell im Bereich des Kniegelenkes setzten wir beim Gelenkersatz sowohl auf Teil- als auch auf einen vollständigen Gelenkersatz.  
 Monsieur le Docteur Baums, la rupture du ligament croisé n’est pas une blessure typique liée au foot, mais l’une des blessures les plus courantes chez les sportifs en général. Qu’est-ce qui se passe exactement et qu’est-ce que fait la traumatologie du sport dans ce cas ?Le ligament croisé antérieur et le ligament croisé postérieur forment le pivot central du genou et le stabilisent. Dans 90 % des cas, les ruptures concernent le ligament croisé antérieur ; c’est donc la lésion du genou la plus courante. Souvent, après les symptômes aigus comme le gonflement et la douleur, les patients ressentissent une instabilité subjective  soi-disant giving-way. Le patient a l’impression que le genou « tremble ». Dans ce cas, la traumatologie du sport est chargée de la thérapie de ces difficultés. Qu’est-ce que cela veut dire exactement ?A cause du tremblement du genou, le patient n’est plus capable de pratiquer le sport puisqu’il ne peut pas stabiliser son genou et par conséquent il perd son équilibre. Rares sont ceux qui arrivent réellement à équilibrer cet état. On les appelle « Coper ». Dans ce cas, la construction musculaire par une thérapie conservative est tout à fait utile. Ça n’a pas vraiment l’air d’être costaud. Comment peuvent aider les opérations chirurgicales ?Une intervention chirurgicale est visée notamment pour les personnes très sportives afin de garantir suffisamment de stabilité au genou. De nos jours, on sait que les disciplines sportives soi-disant « Stop-and-Go », comme le handball, provoquent souvent, pendant les trois premières années, des blessures secondaires comme par exemple la méniscose. Cela, mais aussi d’autres facteurs comme les exigences professionnelles, le niveau des activités sportives et, le cas échéant, des blessures collatérales et l’âge du patient jouent un rôle important pour la préparation de la thérapie. Et comment peut aider la traumatologie du sport ?C’est seulement dès les dernières années qu’elle s’occupe de plus en plus de la prévention de ces blessures. Mais plusieurs problèmes existent : beaucoup de personnes responsables dans les clubs sportifs ne connaissent pas ces stratégies de prévention, les patients à risque ne sont pas décelés ou les exercices banals sont considérés comme « gaspillage » du temps « précieux » de l’entraînement. Et pourtant, des grandes études par exemple, ont prouvé que l’application du programme FIFA 11+, une forme spéciale du programme de prévention, réduit de 50 % les risques de blessure en général et ainsi les risques pour le genou des jeunes joueurs. Cela a l’air d’être une bonne prévention des blessures.A mon avis, la prévention des blessures devrait jouer un rôle plus important. Mais je pense qu’il faut encore un peu de temps jusqu’à ce que ces programmes de prévention s’imposent en Allemagne. C’est la raison pour laquelle beaucoup de personnes évitent de faire du sport, bien qu’il  soit important et bon pour la santé. Est-ce que vous pouvez nous donner des conseils pour réduire le risque des blessures ?La prévention des blessures, par exemple par des exercices d’étirements faciles et le renforcement musculaire du tronc, représente une aide essentielle. Les exercices sont faciles à faire et devraient être réalisés régulièrement. Les exercices populaires du Body-weight-Training en sont un exemple. Une autre possibilité est l’application du programme FIFA+, mais maintenant il existe également un programme pour les jeunes (FIFA 11+ kids). Certes, on n’a pas réinventé la roue avec ces programmes, mais il s’agit d’une série d’exercices utiles qui – c’est prouvé scientifiquement – réduit le risque des blessures, si on l’applique de façon correcte et régulière. Existent-ils des disciplines « douces » ? Est-ce que vous en recommandez une en particulier ?En principe, les disciplines sportives avec des changements de direction rapide, soi-disant les disciplines Stop-and-Go, comme par exemple le handball ou le foot, présentent plus de risques des blessures. Dans ce cas, une bonne préparation est essentielle. Un bon équipement et des chaussures solides jouent également un rôle important. Si on a l’intention de pratiquer le sport de façon régulière, il est important d’augmenter la charge petit à petit et de s’habituer aux charges. Lorsqu’on surcharge le corps, on devient fatigué et fragile. Des sports fun comme le vélo tout terrain de descente sont une menace pour l’articulation de l’épaule. Les disciplines les plus idéales sont celles, qui représentent une charge de façon continue et dynamique, comme la natation, le jogging et le vélo. Selon de récentes études scandinaves, une pratique modérée du jogging ne provoque pas des dommages précoces au cartilage et ainsi, elle ne représente pas un risque de l’arthrose plus élevé.