Prof. Jäger im Gespräch: Was Sie beim Zahnarzt schon immer fragen wollten ...

14.01.2019
Matthias Kühn
Redakteur

Wer zum Zahnarzt geht, hat oft viele Fragen – und stellt sie dann in aller Regel doch nicht. Klar: Die meisten Menschen sind nämlich froh, wenn sie nach einer Behandlung die Praxis wieder verlassen können, im besten Fall mit einem strahlenden Lächeln. Doch wohin mit den Fragen, die sich rund um die Zahngesundheit angesammelt haben? Der Leading Medicine Guide hat die dringlichsten Fragen, die sich um das Thema Zähne und Mundgesundheit auftauchen, aufgegriffen – und einen absoluten Spezialisten damit konfrontiert. Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger, der in der Argodentis Zahnmedizin in Aarburg zu den renommiertesten Zahnmedizinern der gesamten Schweiz gehört.

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Das hochkompetente Argodentis-Team bietet an vier Standorten in der Schweiz ein breites Spektrum zahnmedizinischer Leistungen. Insgesamt sind es fünf absolute Spezialisten, die alle Behandlungsschwerpunkte abdecken, die sich Patienten heute wünschen können. Dabei geht es ebenso um zeitgemäße Lösungen in der Implantologie wie um medizinische und ästhetische Zahnheilkunde – und um die Feinheiten der Kieferchirurgie. Mit anderen Worten: Wenn man den perfekten Gesprächspartner zum Thema Zähne sucht, ist man in Aarburg besonders gut aufgehoben.

Leading Medicine Guide: Herr Prof. Jäger, bei den vielen Fragen, die Patienten zu ihren Zähnen haben, steht doch sicher eines im Vordergrund: Muss es denn beim Zahnarzt weh tun?

Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger: Heute kann und muss man schmerzfrei behandeln. Dazu gibt es verschiedene Methoden der Lokalanästhesie. Wenn die Spritze nichts nützt, sollte man bei starken Schmerzen die Behandlung abbrechen und neu terminieren.

Leading Medicine Guide: Das tun aber viele Zahnärzte gerade nicht ...

Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger: Leider, ja. Aber Angstpatienten erzeugt man unter anderem dadurch, dass man als Zahnarzt den Schmerz einfach ignoriert.

Leading Medicine Guide: Gerade die Endodontie – also Wurzelbehandlungen – wird aber von vielen Menschen von mulmigen Gefühlen und echter Furcht begleitet. Wann ist die Wurzelbehandlung notwendig?

Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger: Bei Wurzelbehandlungen steht meistens die Karies als Ursache im Zentrum. Es gibt aber noch andere Gründe, die ein Entfernen des Zahnnervs nötig machen. Dazu gehören Unfälle mit tiefen Zahnfrakturen oder weitere Krankheitsformen wie ein internes Granulom. Auch aus prothetischen Gründen kann die Entfernung des Nervs angezeigt sein.

Leading Medicine Guide: Sehr weit verbreitet ist auch die Parodontitis, die zumeist Parodontose genannt wird. Diese Erkrankung sollte man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, richtig?

Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger: Keinesfalls! Das ist – einfach ausgedrückt – eine unbehandelte Zahnfleischentzündung. Und die kann als chronische Entzündung des Zahnbetts zu Knochenschwund führen und letztlich zum Zahnverlust. Daneben darf man nicht vergessen: Die Mundhöhle ist eine mögliche Eintrittspforte für Keime in den eigenen Organismus.

Leading Medicine Guide: Das klingt gefährlich ...

Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger: Das ist es auch. Das kann nämlich auch über Zahnfleischtaschen geschehen. Bei Herzkreislaufpatienten ist daher Achtsamkeit gefragt.    


Professor Dr. med. dent. Kurt Jäger ist Spezialist für Rekonstruktive Zahnmedizin. Als Praxisleiter der Argodentis Zahnmedizin am Standort Aarburg hat er sich auf Dentalhygiene, Kieferorthopädie, Ästhetik, Implantologie, Paradontologie und Lasermedizin fokussiert. Auch im Bereich Prophylaxe besitzt er eine hohe Expertise. Als Professor für Zahnmedizin fungiert er als Lehrbeauftragter am Biomaterial Science Center der Uni Basel und ist Chef des zahnärztlichen Dienstes der Schweizer Armee. Mit weit über 170 Publikationen wirkt sein Renommee weit über die Schweiz hinaus.


 

Patientin beim Zahnarzt

Leading Medicine Guide: Sie setzen bei der Behandlung modernste Technik wie Laser ein. Welche Vorteile bringt eine Laser-Behandlung für die Patienten?

Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger: Der Einsatz von Lasertechnologie ist eine große Bereicherung in der Zahnmedizin. Dabei ist die Wellenlänge des Lasers entscheidend für die Therapie. Nehmen wir beispielsweise den Er:Yag-Laser ...

Leading Medicine Guide: ... den Er:Yag-Laser?

Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger: Der Erbium-Yag-Laser ist ein Lasermedium, mit dem sich oberflächliche Strukturen entfernen lassen. Damit lässt sich minimal-invasiv Zahnhartsubstanz präparieren, also die Bereiche Dentin, Zahnschmelz und Wurzelzement. Daneben gibt es aber weitere Laser, die im Weichgewebe wirksamer sind, wie die CO-2-Laser: Damit  lässt sich narbenfrei Weichgewebe bearbeiten. Wir können so gutartige Fibrome, also Geschwulste im Mundraum, entfernen oder andere Weichteilkorrekturen unterstützend bearbeiten. Die Laser dienen der Entzündungshemmung in der Desinfektion des Wurzelkanals, der Behandlung von Parodontitis und der Schmerzbehandlung. Auch das Bleichen der Zähne kann mit dem Laser unterstützt werden.

Leading Medicine Guide: Und wenn ein Zahn nicht mehr zu retten ist?

Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger: Wenn ein Zahn wirklich nicht mehr zu retten ist, kann die rekonstruktive Zahnmedizin helfen. Hier kommen Brücken oder Kronen, Halbprothesen und Vollprothesen zum Einsatz.

Leading Medicine Guide: Wie hat sich dieses Gebiet der Zahnmedizin in den letzten Jahren verändert? 

Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger: Enorm! Es gibt etliche neue Methoden und Materialien, die zu besseren Ergebnissen führen, allein durch die Implantologie mit oder ohne Knochenaufbau ist die rekonstruktive Zahnmedizin in den letzten rund zwei Jahrzehnten revolutioniert worden. Niemand muss heute unter wackeligen Prothesen leiden. Und es sind tolle neue Materialien entwickelt worden: Zirkonoxide für Vollkeramik, PEEK, PEKTON, Titan und vieles mehr.

Leading Medicine Guide: Was hat es damit auf sich? 

Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger: PEEK und PEKTON sind Polymerkunststoffe, die sich besonders für die Herstellung von Zahnersatz eignen. Die Kunststoffe entsprechen den Eigenschaften des menschlichen Knochens. Dadurch sind zum Beispiel metallfreie Kronen- und Brückengerüste, Prothesenbasen und -klammern herstellbar. Zirkonoxid-Keramik ist der Ausgangsstoff für Vollkeramik-Kronen und Brücken. Diese keramischen Werkstoffe sind lichtdurchlässig und können mit Pigmenten in jeder Farbe eingefärbt werden. Sie kommen dem natürlichen Zahn in seinen Eigenschaften so nahe, dass sie von menschlichen Zähnen kaum zu unterscheiden sind.

Leading Medicine Guide: Die meisten Menschen putzen sich die Zähne nach dem Aufstehen und bevor es ins Bett geht. Reicht das denn? Oder sollte man zusätzliche vorbeugende Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Zähne ergreifen?

Platzhalter Zahnarzt

Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger: Unabhängig davon, ob Sie die Zeit und Möglichkeit haben: Es ist in jedem Fall zu empfehlen, sich die Zähne auch nach dem Mittagessen zu putzen. Dazu kommt, dass man sich möglichst gesund, also zuckerarm ernährt. Und: Rauchen schadet den Zähnen und dem Zahnhalteapparat sogar offensichtlich. Wichtig ist auch die regelmäßige adäquate Reinigung der Zahnzwischenräume. Und mein ganz persönlicher Tipp: Lassen Sie Ihre Zähne ein- bis zweimal jährlich von Dentalhygienikern oder einem Zahnarzt untersuchen. Dann sind Sie auf der sicheren Seite! 

Herr Professor Jäger, wir bedanken uns für Ihre wertvollen Tipps und die zahlreichen Informationen!


Weitere Informationen über Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger und die Argodentis Zahnmedizin mit ihren vier Standorten bietet die Profilseite im Leading Medicine Guide. Dort besteht auch die Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme.  
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