Fusszentrum Luzern punktet mit in der Schweiz einmaligem 3D-Fußröntgengerät

19.06.2020
Leading Medicine Guide Redaktion
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Ob Hallus rigidus oder valgus, ob rheumatische Beschwerden, Fußfehlstellungen oder Sportverletzungen – Patienten mit vielschichtigen Beschwerden kommen mit Fuß- oder Sprunggelenksproblemen an das Fusszentrum Luzern.
Dr. Daniel Krapf bietet dort mit seinem dreiköpfigen Ärzteteam seinen Patienten seit April eine in der Schweiz einmalige Ausstattung, um die Fußanatomie zu durchleuchten: das 3D-Röntgengerät LineUp zur ganzheitlichen Darstellung des Fußes und der Sprunggelenke im Stehen, das die Belastungssituation abbildet. Wir stellen Ihnen LineUp sowie weitere Features des Fusszentrums Luzern vor.

Ein Artikel von Tanja Rauch, Leading Medicine Guide Redaktion

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Unser Fuß – ein tragendes Gebilde

Nahezu 30 Knochen, um die 30, über mehrere Ebenen gebogene Gelenke, 20 Muskeln und über hundert Bänder – mit einem Viertel aller unserer Knochen und Gelenke ist der verhältnismäßig kleine Fuß als Stützorgan ein komplexes Gebilde, das den ganzen Körper trägt. Und eines, welches unsere Bewegungsfähigkeit ganz entscheidend bestimmt. Ebenso vielseitig und -schichtig sind auch die Beschwerden, die in diesem Körpersegment auftreten können: Sie können auch Ausdruck einer mechanischen Problematik einer Stoffwechsel-, einer Gefäß-, Nerven- oder Wirbelsäulenerkrankung sein.

Vor LineUp: 2D-Röntgen mit Belastung oder 3D-CT – aber ohne Belastung

Bisher gab es bei der Analyse von Fuß- und Sprunggelenksbeschwerden eine diagnostische Lücke:
die dreidimensionale Darstellung von Knochen und Weichteilen am Fuß und Sprunggelenk war nicht unter Belastung möglich. 

Entweder musste auf konventionelles Röntgen zurückgegriffen werden, um eine nur zweidimensionale Darstellung des Fußes unter Belastung, also im Stehen, zu erstellen.
Eine 3D-Computertomographie, die im Liegen durchgeführt werden muss, kann allerdings nicht die Belastungssituation des Fußes bzw. des Sprunggelenkes wiedergeben.

Diese Lücke schließt seit Dezember 2014 die Innovation PedCat und dann seinen Nachfolger LineUP, die eine digitale 3D-Volumentomographie im Stehen liefert. Deren außergewöhnliche Leistungsfähigkeit hat den Spezialisten für Fußchirurgie und Sprunggelenkchirurgie, Dr. Daniel Krapf [nach einem Erfahrungsaustausch mit Prof. Martinus Richter, Chefarzt an der Klinik für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie am deutschen Krankenhaus Rummelsberg bei Nürnberg und Hospitationen an einer weiteren grossen Klinik mit einem LineUp] dazu bewogen, dieses zum Wohl seiner Patienten am Fusszentrum Luzern einzusetzen.

Durch LineUp: Festhalten der belasteten Knochenposition kann den Therapieerfolg verbessern

Die Knochenposition im Fuß verändert sich durch Belastung. Und genau diese belastete Knochenposition gilt es für die spezifische Therapieplanung festzuhalten. 

LineUP von Curvebeam (Warrington, USA) erlaubt mit Hilfe des neuen 3D-Röntgenbildgebungsverfahren Knochendeformationen und Instabilitäten der Füße oder Knochen „im Einsatz“ durch 0,3 Millimeter-Schichtbilder detailiert festzuhalten und zu analysieren. Projektionen oder bestimmte Fußpositionen, die bei der 2D-Röntgenbildgebung schwer oder nicht einnehmbar und darstellbar sind müssen nicht mehr gefertigt werden. LineUp ermöglicht eine schnelle und präzise Analyse der Deformität(en) und Stellungen und erzeugt dadurch mehr Informationen als je zuvor. Dadurch können zum Beispiel Korrekturen oder auch chirurgische Eingriffe genauer geplant und ganz individuell auf den Patienten abgestimmt durchgeführt werden (surgical predictability). Denn hier gilt der Grundsatz: Je präziser die Analyse und Planung einer OP, desto optimaler sind das Operationsergebnis und der Heilungsverlauf.

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LineUp – Winwin für Mediziner und Patient

Zudem ist LineUp als Kegelstrahl-Computertomographie im Vergleich zu traditionellen CT-Verfahren wesentlich strahlungsärmer: Die Strahlenbelastung für die Patienten kann auf weniger als ein Zehntel reduziert werden. Aus den Daten, die LineUp liefert, können die Mediziner nicht nur dreidimensionales Imaging gewinnen, sondern zur selben Zeit auch zusätzlich zweidimensionale Röntgenbilder erstellen, wodurch sich eine weitere Strahlenbelastung erübrigt und auch der Zeitaufwand für die Patienten und die Mediziner bei der Untersuchung sinkt: Früher konnte es durch die entsprechende Auslastung der Geräte sehr lange dauern, bis nach dem zweidimensionalen Röntgen der Patient auch einen CT-Termin bekam. Heute sind am Fußzentrum Luzern beide Aufnahmen z.B. bei einem Notfall umgehend verfügbar.

Aber auch die direkte Untersuchung im LineUp ist für den Patienten denkbar schnell, einfach und auch komfortabel zu bewältigen: nur bis zu fünf Minuten werden benötigt, um in einem Durchgang die nötigen Bilder zu erfassen. Dazu muss der Patient lediglich auf eine kleine, blaue Scheibe innerhalb der zylinderförmig angelegten, kniehohen, weißen LineUp-Apparatur stehen. Auf dem umgebenden weißen Ring steht neben zwei Stützen auch ein Sitzhocker zur Verfügung, falls der Patient nicht stehen soll oder es nicht kann. Sobald der Patient seine Position auf der blauen Scheibe eingenommen hat, schließt ein graues Türsegment das zylinderförmige Gerät und der Scan kann beginnen, bei dem auf der einen Seite ein Röntgenstrahler und auf der anderen Seite ein flat-panel-Sensor horizontal um den Fuß kreisen. 

Für die Ärzte bzw. das medizinische Personal liegen die Vorteile von LineUp klar auf der Hand: Nicht nur, dass die zeitlich aufwändigere Positionierung der Patienten in teils schmerzhaften Zwangspositionen und das Ausrichten der Apparatur bzw. der Signalgeber, die sowohl beim 2D-Röntgen als auch beim CT wichtig sind, entfallen: die Bildqualität mit Blick auf Auflösung und Kontrast ist dem CT vergleichbar, die Kosten von LineUp liegen unter den CT-Kosten. Diese Aufnahmen sind reproduzierbar und für biomechanische Analysen und die Forschung traditionellen Aufnahmen überlegen.

Weitere Diagnose-Features des Fußzentrums Luzern

Doch das Fußzentrum Luzern bietet nicht nur die neuen Diagnose-Möglichkeiten durch LineUp: In einem angegliederten Labor für orthopäische Biomechanik und Bewegungsanalyse der Hirslanden Klinik St. Anna Meggen können biomechanische Werte des individuellen Ganges des Patienten auf einer acht Meter langen, mit sensitiven Platten versehenen Strecke erfasst werden und somit weitere Aussagen zur Belastung von Gelenken, zur Stellung von Knochen und zur Muskelfunktion der Füße und der Beine in bestimmten Sequenzen des Gehens gemacht werden. Dazu bringen die Mediziner reflektierende, später per Infrarot gefilmte Markierungen und Oberflächenelektroden am Körper des Patienten an und führen gleichzeitig synchron eine Muskelstrommessung auf der Haut sowie eine Druck- und Kraftmessung durch die Platten auf der Strecke durch. Durch diese Diagnosemöglichkeiten können zum Beispiel später perfekt maßgefertigte Einlagen für die Füße von Diabetikern und Patienten mit Gefühlsstörungen gefertigt, bei Sportlern das Schuhwerk und der Trainingsaufbau optimal angepasst werden. Operationen (z.B. Hallux valgus und Knick Senk Fuss Korrekturen) können bei entsprechender Indikation und Fragestellung mit diesen Daten maßgeschneidert geplant werden.

Neue Location

Seit Juni 2020 finden Sie das Fusszentrum Luzern in der Töpferstraße 5, wo es für Patientinnen und Patienten gut zu erreichen und für die Fuß-Orthopädie-Chirurgie optimal ausgestattet ist.

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