Bauchwandbruch: Informationen & Bauchwandbruch-Spezialisten

27.10.2021
Prof. Dr. med. Ferdinand Köckerling
Medizinischer Fachautor

Eine epigastrische Hernie, auch Hernia epigastrica oder Oberbauchbruch genannt, ist ein Bauchwandbruch, der an der Mittellinie des Oberbauchs zwischen dem unteren Ende des Brustbeins (Schwertfortsatz) und dem Bauchnabel lokalisiert ist. Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Bauchwandbruch-Spezialisten und Zentren.

ICD-Codes für diese Krankheit: K43

Empfohlene Spezialisten

Kurzübersicht:

  • Was ist ein Bauchwandbruch? Tritt durch zu schwaches Bindegewebe entlang der senkrecht verlaufenden Bauchmittellinie Binde- und Fettgewebe sowie in seltenen Fällen auch Teile des Dünndarms durch die Bauchwand nach außen, spricht man von einem Bauchwandbruch.
  • Häufigkeit: Im Vergleich zu Leisten- und Nabelbrüchen ist der Bauchwandbruch eher selten und macht nur 1,6 - 3,6 Prozent aller Bauchwandhernien aus.
  • Ursachen: Eine angeborene Bindegewebsschwäche, auf die ein erhöhter Bauchinnendruck einwirkt, führt zur Bildung des Bauchwandbruchs. Risikofaktoren dafür sind häufiges Husten, Lungenerkrankungen, starkes Pressen beim Stuhlgang, das Heben schwerer Lasten, Übergewicht und weitere.
  • Symptome: Eine Vorwölbung entlang der Mittellinie des Oberbauchs ist ein deutlicher Hinweis, kombiniert mit starken und plötzlich auftretenden Schmerzen im Oberbauch bei erhöhtem Bauchinnendruck.
  • Diagnose: Der Arzt kann den Bauchwandbruch durch die Vorwölbung in der Regel gut ertasten. Bildgebende Verfahren wie CT, MRT und Ultraschall geben im Anschluss genauer Aufschluss über die genaue Ursache und das Ausmaß.
  • Behandlung: Die einzige Heilungsoption stellt eine Operation dar, das sich ein Bauchwandbruch nicht von selbst zurückbildet. Die OP kann minimal-invasiv oder offen chirurgisch durchgeführt werden.

Artikelübersicht

Was ist ein Bauchwandbruch (epigastrische Hernie)?

Die sogenannte Linea alba ist die senkrechte Bindegewebsnaht in der Mitte des Bauches. Sie verläuft zwischen Bauchnabel und Brustbein. Die Linea alba entsteht durch die Vereinigung der Sehnen der seitlichen Bauchwandmuskeln.

Bei einer epigastrischen Hernie entsteht entlang der Linea alba eine Lücke in der Bauchwand (Bruchpforte). Durch diese wölben sich Teile des Bauchraums als Bruchinhalt in eine sackartige Ausstülpung des Bauchfells (Bruchsack) nach außen vor. Betroffen ist meistens Binde- und Fettgewebe sowie in seltenen Fällen auch Teile des Dünndarms.



Bauch einer schlanken Frau
Gut sichtbare Linea alba bei einer schlanken Frau © Mirrorstudio | AdobeStock

Die epigastrische Hernie entspricht damit anderen äußeren Hernien, wie beispielsweise

Häufigkeit

Die epigastrische Hernie kommt deutlich seltener vor als etwa der Leistenbruch oder die Nabelhernie. Sie macht nur etwa 1,6 bis 3,6 Prozent aller Bauchwandhernien aus.

Betroffen sind meist Menschen im mittleren Lebensalter. Männer und Frauen erleiden dabei etwa gleich häufig eine epigastrische Hernie.

Ursachen und Risikofaktoren

Betroffene leiden in der Regel an einer angeborenen Bindegewebsschwäche, die dazu führt, dass die Bauchwand nicht so fest ist wie sie sollte. Zur Entstehung einer epigastrischen Hernie kommt es, wenn gleichzeitig ein erhöhter Bauchinnendruck entlang der Mittellinie des Bauches vorliegt.

Eine Erhöhung des Bauchinnendrucks kann unter anderem durch

  • häufiges Husten, beispielsweise bei chronischen Lungenerkrankungen,
  • häufiges und starkes Pressen beim Stuhlgang, beispielsweise bei einer chronischen Stuhlverstopfung, sowie
  • vermehrtes Tragen von schweren Lasten

hervorgerufen werden.

Darüber hinaus gehören auch

  • Übergewicht,
  • eine Schwangerschaft und
  • Bauchwassersucht (Aszites)

zu den Risikofaktoren, die die Entstehung einer epigastrischen Hernie begünstigen können.

Heben schwerer Lasten
Das Heben schwerer Lasten kann bei bestehender Bindegewebsschwäche die Entstehung einer epigastrischen Hernie begünstigen © Maria Fuchs | AdobeStock

Symptome

Eine epigastrische Hernie äußert sich in der Regel durch eine Vorwölbung entlang der Linea alba, die von außen sicht- und/oder tastbar ist.

Zu den typischen Symptomen einer epigastrischen Hernie gehören zudem starke und plötzlich auftretende Schmerzen im Oberbauch. Sie werden durch eine Erhöhung des Bauchinnendrucks verursacht bzw. verstärkt.

In manchen Fällen kommt es bei einer großen epigastrischen Hernie zur Einklemmung von Eingeweiden in der Bruchpforte. Dann können neben starken, anhaltenden Schmerzen zudem auch Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Diagnose der epigastrischen Hernie

Eine epigastrische Hernie wird meist im Rahmen eines ausführlichen Anamnesegesprächs und einer körperlichen Untersuchung diagnostiziert.

Während des Anamnesegesprächs wird der Patient zu seinen Beschwerden, Lebensumständen und seiner Krankheitsgeschichte befragt.

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt den Oberbauch des Patienten gründlich ab (Palpation). Dabei kann der Arzt gegebenenfalls schon die Bruchpforte und den vorgewölbten Bruchsack ertasten und so die Diagnose einer epigastrischen Hernie stellen.

Darstellung einer Bauchwandhernie
Darstellung einer Bauchwandhernie © blueringmedia | AdobeStock

Im Anschluss daran können auch noch bildgebende Untersuchungen wie

zum Einsatz kommen. Damit kann der Arzt die epigastrische Hernie sicher und eindeutig diagnostizieren oder andere Krankheiten ausschließen oder bestätigen.

Behandlung

Eine epigastrische Hernie bildet sich nicht von alleine zurück. Die Beschwerden werden mit der Zeit immer schlimmer und zudem besteht die Gefahr einer Einklemmung von Eingeweiden in der Bruchpforte. Daher sollte ein Oberbauchbruch stets operativ im Rahmen der Hernienchirurgie behandelt werden.

Zur chirurgischen Behandlung einer epigastrischen Hernie stehen mit

  • dem Bruchverschluss durch eine direkte Naht (Fasziennaht) und
  • dem Bruchverschluss durch die Einpflanzung eines Kunststoffnetzes

prinzipiell zwei Operationstechniken zur Verfügung.

Die Operation kann sowohl minimal-invasiv als auch im Rahmen eines offenen Eingriffs erfolgen. Welches Operationsverfahren zum Einsatz kommt, hängt von der Größe der epigastrischen Hernie und dem Ausmaß der Beschwerden ab.

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