Gynäkologische Erkrankungen - Informationen und Spezialisten

04.01.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Die Liste der gynäkologischen Erkrankungen ist lang. Auf den Punkt gebracht umfasst sie sämtliche Beschwerden der weiblichen Sexual- und Fortpflanzungsorgane, darunter Eileiter, Eierstöcke und Gebärmutter. Bei nichtschwangeren Frauen fällt auch die weibliche Brust in diese Kategorie. Einzelheiten zu potentiellen Beschwerdebildern inklusive Diagnose, präventive und therapeutische Maßnahmen bietet Ihnen dieser Beitrag. Außerdem finden Sie hier empfohlene Spezialisten für die Behandlung gynäkologischer Erkrankungen.

Empfohlene Spezialisten für gynäkologische Erkrankungen

Artikelübersicht

Definition: Was sind Gynäkologische Erkrankungen?

Sie leiden unter Unterleibsschmerzen, haben Probleme mit Ihrem Zyklus oder befinden sich in den Wechseljahren? Dann ist Ihr Anliegen ein Fall für die Gynäkologie, auch Frauenheilkunde genannt. Ärzte, die sich auf diesen medizinischen Bereich spezialisiert haben, werden als Gynäkologen bezeichnet.

Unter anderem für betroffene Frauen mit Kinderwunsch kann eine gynäkologische Krankheit weitreichende Folgen haben, da sie im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit führt oder eine potentielle Schwangerschaft zu einem lebensbedrohlichen Risiko für Mutter und Kind macht.

Beispiele für typische Frauenkrankheiten sind neben bereits angesprochenen Beschwerden 

Diese sind in der Regel harmlos, können jedoch Symptome wie Regelschmerzen hervorrufen bzw. intensivieren. Letztere gehören gemeinsam mit dem sogenannten prämenstruellen Syndrom in den Bereich der Menstruationsbeschwerden.

Hormon- und Zyklusstörungen sowie altersbedingte hormonelle Veränderungen und Zystenbildung, die speziell in Verbindung mit Pubertät und Wechseljahren auftreten, zählen ebenfalls zu den gynäkologischen Beschwerdebildern. Bei Zysten handelt es sich um mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, die unter anderem in Gebärmutter und Eierstöcken auftreten.

Gebärmutterkrebs und Brustkrebs sind Beispiele für bösartige Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane.

Symptomatik von gynäkologischen Erkrankungen

Schmerzen in Brust, Bauch und Unterleib, Abgeschlagenheit, ein allgemeines Unwohlsein sowie Unregelmäßigkeiten im monatlichen Zyklus zählen für betroffene Frauen zu den ersten Warnsignalen. Je nach Krankheitsbild kommt es zu gravierenden Unterschieden in Art und Ausprägung der Symptomatik.

Verbreitet sind neben den bereits aufgeführten Störungen auch entzündliche Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane. Beispiele sind:

  • Die Gebärmutterentzündung, die sich unter anderem durch Unterbauchschmerzen und Fieber bemerkbar macht. Im Wochenbett kann es zudem zu Blutungen und einem übel riechenden Ausfluss aus der Gebärmutter kommen.
  • Eine besondere Form ist die sogenannte Gebärmutterhalsentzündung, die häufig infolge einer Scheideninfektion entsteht. Bleibt diese unbehandelt, so kann sich die Entzündung weiter auf die gesamte Gebärmutterschleimhaut sowie die Gebärmuttermuskulatur ausbreiten. Im Fachjargon spricht man hier im ersten Fall von einer sogenannten Endometritis, bei einer Infektion der Muskulatur der Gebärmutter von einer Myometritis.
  • Die Scheidenentzündung bzw. Kolpitis als eine der häufigsten Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane. Zu den verbreitetsten Symptomen zählen neben Ausfluss und Schmerzen auch Brennen und Juckreiz.
  • Die Eierstockentzündung bzw. Eileiterentzündung, die gleichermaßen mit Schmerzen, Fieber und Ausfluss einhergeht und zu Unfruchtbarkeit führen kann.
  • Die Brustentzündung, auch Mastitis genannt, die von von Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost sowie einer allgemeinen Mattigkeit begleitet wird. Dabei ist die Brust stark geschwollen und gerötet, schmerzt stark und fühlt sich warm an.
  • Zysten in den weiblichen Sexual- und Fortpflanzungsorganen, die je nach Größe und Standort einen starken Druck, Schmerzen, Probleme beim Wasserlassen etc. verursachen können.

Gynäkologische Erkrankungen: Potentielle Ursachen & Risikofaktoren

Die möglichen Ursachen für charakteristische Frauenleiden sind ebenso mannigfaltig wie die jeweiligen Arten und Ausprägungen.

Für hormonelle und menstruelle Störungen ist häufig ein ungesunder Lebenswandel (mit-)verantwortlich. Ein Übermaß an Stress, ein Defizit an Schlaf und Entspannung, eine vitalstoffarme Ernährung und Laster wie Rauchen, Alkoholkonsum und Tablettenmissbrauch zählen hier zu den Faktoren, die sich nachteilig auf den Zyklus auswirken können. Auch psychische Probleme oder intensive Workouts können zu Unregelmäßigkeiten bzw. einem vollständigen Aussetzen der Monatsblutungen führen.

Unvorteilhafte Witterungsbedingungen wie Kälte und Zug sind weitere Faktoren, die Beschwerden im Unterleib hervorrufen können.

Entzündliche gynäkologische Erkrankungen wiederum sind auf eine Infektion mit Viren und/oder Bakterien zurückzuführen. Bei der Gebärmutterhalsentzündung beispielsweise kommen bei den auslösenden Erregern sowohl Viren wie Herpes-simplex-Viren und HPV-Viren als auch Bakterien wie Gonokokken und Chlamydien infrage. Eierstock- und Eileiterentzündung können ebenfalls durch Chlamydien-Bakterien verursacht werden.

Die häufig zugrundeliegende Scheidenentzündung ist in der Regel auf beim Geschlechtsverkehr übertragene Erreger zurückzuführen. Für Entzündungen der Brust bzw. Brustdrüsen sind neben Bakterien oftmals auch hormonelle Schwankungen und Stress verantwortlich.

Untersuchung, Diagnose & Behandlung gynäkologischer Erkrankungen

Die Frauenheilkunde ist in verschiedene Untergebiete aufgeteilt. Für Blasenbeschwerden ist beispielsweise der Fachbereich Urogynäkologie zuständig. Die gynäkologische Onkologie wiederum beschäftigt sich mit besonders gefährlichen Krankheitsbildern wie Krebserkrankungen.

In Bezug auf diagnostische Verfahren in der Gynäkologie reicht das Spektrum von der Mammographie über Ultraschalluntersuchungen bis hin zur Hormonwertbestimmung.

Präventive Maßnahmen umfassen ein regelmäßiges Check-up durch den Arzt, Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen sowie Impfungen wie beispielsweise die HPV-Impfung zur Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs. Im Rahmen der sogenannten gynäkologischen Früherkennung hingegen sammelt der Gynäkologe Informationen zur Krankheitsgeschichte der jeweiligen Patientin, bietet Anleitung zur eigenständigen Brustkontrolle und untersucht Muttermund und innere Geschlechtsorgane.

Die Therapie richtet sich nach dem jeweiligen Beschwerde- bzw. Krankheitsbild. Grundsätzlich wird sowohl auf konservative Verfahren als auch operative Eingriffe zurückgegriffen. Letztere umfassen unter anderem die Entfernung von Gebärmutter, Eierstockzysten etc..

Wechseljahresbeschwerden hingegen werden häufig mithilfe der sogenannten Hormontherapie behandelt. Dabei handelt es sich um eine medikamentöse Behandlung mit Gestagen und Östrogen, die in den Wechseljahren nur noch minimal vom Körper selbst hergestellt werden.

Verlauf & Prognose bei gynäkologischen Erkrankungen

Zusammenfassend ist hier festzuhalten, dass sich der Verlauf vieler der hier aufgeführten Beschwerden durch eine gesunde Lebensführung positiv beeinflussen lässt. Anders ausgedrückt wirkt sich Ihr allgemeiner Gesundheitszustand auch auf Ihre Periode sowie hormonelle Veränderungen beispielsweise während der Wechseljahre aus. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Entspannung sowie regelmäßige Bewegung, so kann dies zu einer Minderung von typischen Symptomen wie Hitzewallungen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schmerzen etc. führen.

In Bezug auf die Entwicklung zugleich effektiver und sanfter Behandlungsmethoden befindet sich die medizinische Forschung in steter Bewegung. Entsprechend ist auch in Zukunft die Einführung neuer innovativer therapeutischer Maßnahmen basierend auf jeweils aktuellen Studien zu erwarten.

Quellen

Deschka, M.: Wörterbuch Medizin pocket (Börm Bruckmeier, 6. Auflage), Oktober 2021.

Merz, E.: Band I: Gynäkologie. Lehrbuch und Atlas, 1997.

Petru, E. u.a. (Hrsg.): Praxisbuch Gynäkologische Onkologie, Springer Berlin Heidelberg 2019.

Frauenärzte im Netz (Herausgegeben vom Berufsverband der Frauenärzte e.V.): https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/, abgerufen am 7. 12. 2021.

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