Nasenkrebs – Diagnose, Behandlung und Spezialisten finden

12.04.2021
Dr. rer. nat. Marcus Mau
Autor des Fachartikels

Tumoren der Nase, auch als Nasenkrebs bezeichnet, machen nur etwa 1 % aller bösartigen Tumoren aus. Sie gehören somit zu den seltenen Tumoren. Dennoch haben sie gerade für manche Berufsgruppen eine größere Bedeutung. Nasenkrebs betrifft das Innere der Nase und der Nasennebenhöhlen. Die Tumoren bleiben meist engräumig begrenzt und haben deshalb häufig eine gute Prognose.

Hier finden Sie weitere Informationen und Ärzte für eine Behandlung.

ICD-Codes für diese Krankheit: C30, C31

Nasenkrebs-Spezialisten

Artikelübersicht

Der Nasenkrebs entsteht zumeist im Bereich der Nasenhöhle und der Nasennebenhöhlen bis in die Kieferhöhlen hinein. Daneben können Tumoren ebenso an der Außenseite der Nase auftreten. Diese gehen jedoch zumeist auf den Einfluss von UV-Strahlen der Sonne zurück. Sie stellen daher sogenannte Melanome der Haut (schwarzer Hautkrebs) dar. Solche Hautkrebsbildungen zählen nicht klassischerweise zum Nasenkrebs, obgleich sie häufig auch im Bereich der Nase zu finden sind.

Der klassisch als Nasenkrebs bezeichnete Tumor wächst hingegen im Inneren der Nase. Er nimmt dabei seinen Ausgang in den sogenannten Nasenepithelzellen. Von denen werden einige durch Risikofaktoren zu Tumorzellen und beginnen, unkontrolliert zu wachsen. Das Wachstum erfolgt jedoch beim Nasenkrebs langsam und in vielen Fällen über Jahrzehnte hinweg

Wie häufig ist der Nasenkrebs?

Wie eingangs gesagt, macht der Nasenkrebs weniger als 1 % aller bösartigen Tumoren des Menschen aus. Andererseits handelt es sich bei bis zu 3,5 % der bösartigen Kopf- Hals-Tumoren um ein Nasenkarzinom. Interessanterweise sind Männer vom Nasenkrebs etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Möglicherweise liegt dies daran, dass Männer häufiger den jeweiligen Risikofaktoren für den Nasenkrebs ausgesetzt sind.

Welche Risikofaktoren führen zu Nasenkrebs?

Tabakrauchen und Alkoholabusus stellen auch beim Nasenkrebs zwei sehr wichtige Risikofaktoren dar. Darüber hinaus kann ein Nasenkarzinom auf Holzstäube sowie Asbest zurückgehen. Bauarbeiter und Holzarbeiter sowie Menschen aus der lederverarbeitenden Industrie haben daher ein höheres beruflich bedingtes Nasenkrebs-Risiko.

Zigaretten und Alkohol

Zigaretten und Alkohol sind die häufigsten Ursachen für Halstumoren

Wie bei vielen langsam wachsenden Tumorentitäten können zwischen einem Risikofaktor und der Diagnose Nasenkrebs Jahrzehnte liegen. Nicht immer ist es daher leicht, einen kausalen Zusammenhang herzustellen. In den oben benannten Tätigkeitsbereichen ist das Nasenkarzinom jedoch allgemein als Berufskrankheit anerkannt.

Studien belegen, dass Menschen mit allergischem Schnupfen ein bis zu doppelt so hohes Risiko haben, an einem Nasenkarzinom zu erkranken. Grund sind womöglich die Entzündungsreaktionen der Allergie, welche zu Genomschäden führen und so Krebs auslösen könnten.

Symptome bei Nasenkrebs

Da der Nasenkrebs in der Regel sehr langsam wächst, finden sich meist für längere Zeit keine Symptome. Mit dem weiteren Wachstum des Tumors kommt es zuerst zu einer gestörten Nasenatmung. Ferner tritt im Zusammenhang mit dem Nasenkrebs häufig Nasenbluten auf. Geruchs- und Geschmacksstörungen können hinzukommen.

Erst wenn der Nasenkrebs im fortgeschrittenen Stadium in umliegendes Gewebe eingewachsen ist, kommt es zu Verformungen 

  • der äußeren Nase
  • des Gesichts oder 
  • der Augenhöhle.
Gestörter Geruchsinn
Gestörter Geruch- und Geschmacksinn können Symptome von Nasenkrebs sein.

Wie wird Nasenkrebs diagnostiziert?

Die Diagnose Nasenkrebs wird infolge eines Anamnesegesprächs in Kombination mit einer Hals-Nasen-Ohren-ärztlichen Untersuchung gestellt. Neben der Nasenendoskopie kommen nicht selten weitere bildgebende Verfahren zum Einsatz, wie beispielsweise die Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Computertomographie (CT).

Eine Gewebeprobe (Biopsie) dient der feingeweblichen Untersuchung des Nasentumors im Labor. Daraus lässt sich die Art des Krebses (häufig Plattenepithelkarzinom oder Adenokarzinom) sowie das Krankheitsstadium bestimmen. In der Regel werden heutzutage Nasentumoren nach der Diagnose in einem multidisziplinären Tumorboard besprochen. Dort wird die am besten geeignete Therapie gemeinsam diskutiert.

Ist Nasenkrebs behandelbar?

Nasenkrebs ist in der überwiegenden Zahl der Fälle behandelbar. Welche Methoden eingesetzt werden können, hängt jedoch auch vom Stadium des Tumors ab. Außerdem ist entscheidend, ob weiteres Gewebe oder benachbarte Organe in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Mittel der Wahl beim Nasenkrebs ist die Operation und damit möglichst die vollständige Entfernung des gesamten Tumors. Ist dies aufgrund der Lage oder der Ausbreitung in benachbarte Organe nicht möglich, wird zusätzlich bestrahlt oder eine Chemotherapie verabreicht. Auch Kombinationen dieser beiden Therapieverfahren werden in der Praxis eingesetzt.

Verläuft die Nasenkrebs-Erkrankung tödlich?

Nasenkrebs verläuft selten tödlich. Früh erkannt ist er meist sogar heilbar. Günstig wirken hierbei ein eng umgrenztes, langsames Tumorwachstum und ein guter Zugriff mithilfe einer Operation. Die Prognose verschlechtert sich, wenn:

  • es bereits zum Einwachsen des Nasenkrebses in die Augenhöhlen oder die Nebenhöhlen kam, oder
  • Metastasen auftreten.

Welche Ärzte sind mit dem Nasenkrebs befasst?

Experten für Nasenkrebs kommen in der Regel aus den Fachrichtungen HNO-Chirurgie, Neurochirurgie, Strahlentherapie, internistischer Onkologie sowie der Radiologie.

Quellen

Quellen:

  • aerztezeitung.de/Medizin/Nasenkrebs-durch-allergischen-Schnupfen-232821.html
  • cccc.charite.de/leistungen/organkrebszentren/kopf_hals_tumore/
  • hno.at/fileadmin/hno/pdfs/Cartellieri_Bo%CC%88sartige_Tumoren_der_Nase_und_der_Nebenho%CC%88hlen..pdf
  • springermedizin.de/hno-tumoren/kein-nasenkrebs-durch-schnupftabak/9938036
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