Gesichtstumor - Spezialist finden und Informationen

05.01.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Einen Gesichtstumor zu entdecken, löst bei vielen Menschen große Sorgen aus. Obwohl Gesichtstumore meist schmerzlos sind, können sie eine ernsthafte Gefahr für die eigene Gesundheit darstellen. Welche Arten von Tumoren im Gesicht auftreten, wie sie unterschieden werden können und welche Therapien nötig sind, klärt der vorliegende Text. Finden Sie hier außerdem ausgewählte Spezialisten für die Behandlung eines Gesichtstumors.

ICD-Codes für diese Krankheit: C76.0

Empfohlene Gesichtstumor-Spezialisten

Artikelübersicht

Definition: Was ist ein Gesichtstumor?

Bei einem Gesichtstumor handelt es sich um eine Neubildung von Gewebe im Bereich des Gesichts. Diese Neubildung kann sowohl gut- als auch bösartig sein und an den unterschiedlichsten Stellen auftreten. Der entscheidende Unterschied zwischen benignen (gutartigen) und malignen (bösartigen) Tumoren besteht darin, dass erstere langsamer wachsen und das umliegende Gewebe zwar verdrängen, dabei jedoch nicht in das Nachbargewebe eindringen. Für maligne Tumore gilt das nicht: Sie wachsen schnell und aggressiv. Umgangssprachlich werden sie als Krebs bezeichnet.

Neben der Unterscheidung in gut- und bösartige Neubildungen muss hinsichtlich der konkreten Art und dem Ort des Auftretens differenziert werden. Die verschiedenen Tumore, die im Gesicht auftreten können, unterscheiden sich nicht nur in ihrem Aussehen und ihren Folgen, sondern auch hinsichtlich der Entstehung und der Therapiemöglichkeiten.

Bei den meisten im Gesicht auftretenden Tumoren handelt es sich um Neubildungen der Haut. Hier ist wiederum zu unterscheiden zwischen folgenden Formen:

  • Basaliom (weißer Hautkrebs, bösartig)
  • malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs, bösartig)
  • Plattenepithelkarzinom (bösartig)
  • Naevus (Muttermal, gutartig)
  • Feuermal (gutartig)
  • Hämangiom (Blutschwämmchen, gutartig)
  • Fibrom (Stielwarze, gutartig)
  • Lipom (Fettgeschwulst, gutartig)
  • Xanthelasma (Fett- oder Cholesterineinlagerung, gutartig)

Neben den genannten Tumoren der Haut können auch Neubildungen der im Gesicht befindlichen Drüsen auftreten. Betroffen sind hier vor allem die Ohrspeicheldrüse und die Talgdrüsen. Diese Neubildungen sind in den meisten Fällen gutartig. Bei den gutartigen Talgdrüsentumoren handelt es sich um sog. Atherome.

Wird das erweiterte Gesicht inklusive Hals, Mundraum und Kiefer betrachtet, so sind zusätzlich Tumore der Mundschleimhaut sowie des Kiefers bzw. des Zahnbettes zu beachten, die sich noch einmal deutlich von den Neubildungen der Haut und der Drüsen unterscheiden. Meist handelt es sich bei den Tumoren im Mund und Kiefer um Plattenepithelkarzinome. Auch Neubildungen der Gesichtsknochen sind möglich, wenngleich selten.

Welche Symptome treten bei einem Gesichtstumor häufig auf?

Die auftretenden Symptome unterscheiden sich von Tumor zu Tumor deutlich. Vielfach ist die sichtbare Veränderung der Struktur des Gesichts das einzige auftretende Symptom. Schmerzen, Jucken, Gesichtslähmungen oder ähnliche Beschwerden sind deutlich seltener.

Leberflecken, Muttermale und Co, die zu den gutartigen Tumoren zählen, können von bösartigen Neubildungen teilweise dadurch unterschieden werden, dass sie sich klar vom umliegenden Gewebe abgrenzen lässt. Sind neu aufgetretene Flecken im Gesicht asymmetrisch, schwer abgrenzbar von der restlichen Haut, mehrfarbig oder auffallend groß, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um maligne Neubildungen handelt. Auch eine deutliche Erhebung des Flecks deutet darauf hin, dass er bösartig ist. Andere Formen von Tumoren im Gesicht lassen sich schwerer auseinanderhalten.

Während die Unterscheidung der verschiedenen Neubildungen kompliziert ist und von Fachpersonal vorgenommen werden muss, ist es recht leicht, zu erkennen, dass überhaupt ein Tumor vorhanden ist: Verändert sich die Beschaffenheit des Gesichts, treten Flecken, Verfärbungen oder Raumforderungen ohne erkennbaren Auslöser auf, handelt es sich meist um Tumore – was jedoch noch lange nicht heißt, dass diese bösartig sind.

Ursachen & Risikofaktoren: Wie entsteht ein Gesichtstumor?

Die Ursachen und Risikofaktoren unterscheiden sich zwischen den verschiedenen Arten von Gesichtstumoren deutlich. Gemeinsam ist den Tumoren der Haut, dass sie durch intensive UV-Bestrahlung befördert werden. Wer sich also ohne Sonnenschutz im Freien aufhält, steigert die Wahrscheinlichkeit, dass Gesichtstumore auftreten.

Bei den Drüsentumoren verhält es sich anders. Hier besteht der größte Risikofaktor für die gutartigen Neubildungen in einer Verstopfung der Drüse. Dementsprechend lässt sich diesen Tumoren nicht so leicht vorbeugen wie denen der Haut. Tumore von Mund und Kiefer werden darüber hinaus direkt durch den Konsum von Nikotin und Alkohol befördert. Andere bösartige Neubildungen werden durch den Substanzgebrauch indirekt begünstigt.

Neben diesen Faktoren wirkt sich auch die genetische Ausstattung auf das individuelle Tumorrisko aus. Eine erbliche Vorbelastung steigert die Wahrscheinlichkeit deutlich. So treten bestimmte Tumore der Haut in manchen Familien etwa gehäuft auf.

Untersuchung & Diagnose: Wie wird ein Gesichtstumor diagnostiziert?

Der erste Schritt der Diagnostik besteht in der Sichtung der Veränderung. Viele, vor allem gutartige, Tumore können von geschultem Fachpersonal bereits auf diesem Wege sicher erkannt werden. Das gilt besonders dann, wenn die Sichtdiagnose mit dem sogenannten Dermatoskop erfolgt. Dies ist ein Instrument, das der Vergrößerung, der Beleuchtung sowie der Veränderung der Lichtbrechung dient, und dabei hilft, auch kleinste Details ins Auge fassen zu können.

Mit entsprechender Ausstattung, die vor allem in dermatologischen Praxen vorhanden ist, lassen sich etwa Muttermale sicher von schwarzem Hautkrebs und harmlose Hautveränderungen von Krebsvorstufen unterscheiden. Auch Atherome lassen sich so meist relativ sicher diagnostizieren. Herrscht auch nach der instrumentell unterstützen Sichtdiagnose noch Unsicherheit, wird meist eine Biopsie vorgenommen. Hierbei löst die der Arzt ein Stück des betroffenen Hautgebiets heraus, sodass es im Labor genauer untersucht werden kann. So lassen sich Veränderungen sicher diagnostizieren.

Bei Tumoren, die nicht direkt zugänglich sind und sich etwa im Knochen oder in der Schleimhaut des Mundes befinden, sind weitere Untersuchungen nötig. Darüber hinaus sind hier nicht Fachärzte für Dermatologie, sondern solche für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie zuständig.

Allgemeines zur Behandlung: Wie wird ein Gesichtstumor behandelt?

Gutartige Tumore müssen in der Regel nicht behandelt werden. Lediglich wenn sie kosmetisch beeinträchtigend wirken oder anderweitig stören, ziehen Ärzte eine Entfernung in Betracht. Ein solcher Eingriff erfolgt in den meisten Fällen ambulant und unter lokaler Betäubung. Die betroffene Hautpartie wird dabei möglichst vollständig entfernt.

Bösartige Tumore müssen in jedem Falle behandelt werden, da sie die Lebensqualität und -erwartung unbehandelt massiv beeinträchtigen. Sie wachsen in benachbartes Gewebe ein und bilden nicht selten Metastasen. Neben der operativen Entfernung ist in einigen Fällen eine Bestrahlung und/oder eine Chemotherapie nötig. Die Therapieoptionen werden in jedem Falle individuell überprüft und angepasst.

Verlauf und Prognose

Gutartige Tumore stellen in den meisten Fällen kein gesundheitliches Problem dar. Nur selten entwickeln sie sich zu bösartigen Tumoren. Die Prognose ist hier also gut und eine Behandlung häufig nicht nötig.

Bei den malignen Neubildungen im Gesicht verhält es sich anders: Sie sind potentiell lebensbedrohlich und müssen daher schnell und adäquat behandelt werden. Der Verlauf und die Prognose sind hier vor allem von der Tumorart sowie vom Stadium abhängig. Je weiter fortgeschritten die Krebserkrankung ist, desto schlechter ist die Prognose. Daher ist es wichtig, nicht zu zögern, mit Hautveränderungen im Gesicht oder anderen Beschwerden im Gesichts-, Mund- und Kieferbereich einen Arzt aufzusuchen.

Bei Krebserkrankungen der knöchernen Struktur des Gesichts ist die Prognose ebenso wie bei bösartigen Neubildungen der Drüsen prinzipiell schlechter als bei Tumoren der Haut.

Quellen

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/frueherkennung.html
https://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/mkg/leistungen/Tumorchirurgie_der_Mund-Kiefer-Gesichtsregion.html
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