Bauchspeicheldrüsenkrebs: Infos & Spezialisten für Bauchspeicheldrüsenkrebs

07.01.2022
Prof. Dr. med. Jörg G. Albert
Medizinischer Fachautor

An Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken in Deutschland jährlich etwa 15.000 Menschen. Hauptsächlich sind ältere Menschen im Alter von über 60 Jahren betroffen. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist mit einem Anteil von etwa drei Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland relativ selten. Diese Krebsart ist jedoch besonders bösartig. Es ist daher wichtig, sich von Experten für Bauchspeicheldrüsenkrebs in spezialisierten Zentren behandeln zu lassen. Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Bauchspeicheldrüsenkrebs-Spezialisten und Zentren.

ICD-Codes für diese Krankheit: C25

Empfohlene Spezialisten für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Kurzübersicht:

  • Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs? Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung der Bauchspeicheldrüse, einer hormonproduzierenden Drüse unterhalb der Leber.
  • Risikofaktoren: Zu den Risikofaktoren zählen vor allem das Rauchen und erhöhter Alkoholkonsum, aber auch u.a. das Lebensalter, eine genetische Veranlagung, Adipositas sowie Vitamin-D-Mangel.
  • Symptome: Im Frühstadium treten keine Symptome auf. Im späteren Verlauf können sich je nach genauer Lage des Tumors unterschiedliche Beschwerden bemerkbar machen, darunter u.a. Schmerzen im Oberbauch, Durchfall, eine Gelbfärbung der Haut, Gewichtsverlust und weitere.
  • Diagnose: Bei Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs folgt in der Regel zunächst eine transkutane Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes sowie ggf. eine CT und ein MRT.
  • Behandlung: Nur eine frühzeitige Bauchspeicheldrüsenkrebs-OP kann zur Heilung führen. Ggf. wird davor oder danach eine Chemotherapie durchgeführt. Bei der palliativen Behandlung ist auch die Schmerztherapie von Bedeutung.
  • Prognose: Wird die Erkrankung im frühen Stadium entdeckt, besteht Hoffnung auf Heilung. In späteren Stadien liegt die 5-Jahres-Überlebensrate derzeit leider nur bei 6 - 7 %.

Artikelübersicht

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Sie wird auch auch Pankreaskarzinom genannt.

Die Bauchspeicheldrüse liegt im Oberbauch und produziert Verdauungsenzyme, die sie in den Zwölffingerdarm abgibt. Sie ist außerdem an der Blutzuckerregulation beteiligt und gibt Hormone in die Blutbahn ab.

Der Tumor kann prinzipiell in jedem Abschnitt dieses länglichen Organs entstehen, meist wird allerdings der Kopf der Drüse befallen.

Die meisten Pankreaskarzinome entstehen im exokrinen Bereich, also dem Teil der Bauchspeicheldrüse, der die Verdauungsenzyme absondert. Daher wird dieses Karzinom auch als exokriner Bauchspeicheldrüsenkrebs (meist duktale Adenokarzinome) bezeichnet.

Entsteht ein bösartiger Tumor im endokrinen, für die Blutzuckerregulation verantwortlichen Teil, liegt ein endokriner Bauchspeicheldrüsentumor vor. Dieser unterscheidet sich in seinem Verhalten vom endokrinen Tumor.

Pankreaskarzinome bilden häufig und relativ schnell Metastasen.

Darstellung von Bauchspeicheldrüsenkrebs
Die Lage der Bauchspeicheldrpse und ein dargestellter Tumor im Kopf des Pankreas © lom123 | AdobeStock

Ursachen und Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind bisher noch nicht bekannt. Man kennt aber Faktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen können. Zu den Risikofaktoren zählen das Rauchen und ein erhöhter Alkoholkonsum.

Darüber hinaus spielen ein höheres Lebensalter und eine genetische Veranlagung eine wichtige Rolle.

Diabetes und eine erblich bedingte Form der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung scheinen das Risiko auch geringfügig zu erhöhen.

Weitere Risikofaktoren sind im persönlichen Lebensstil zu finden:

  • starkes Übergewicht,
  • fettreiche Ernährung und
  • Vitamin-D-Mangel.

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Symptome von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Beim Pankreaskarzinom fehlen weitestgehend frühe Symptome, sodass der Tumor oft erst spät entdeckt wird.

Erst wenn die Tumorerkrankung bereits fortgeschritten ist, machen sich Symptome bemerkbar. So kann es je nach Lage des Tumors u.a. zu

  • Schmerzen im Oberbauch, die in den Rücken ausstrahlen können,
  • Durchfall,
  • Fettstuhl (Steatorrhö),
  • Gelbfärbung der Haut,
  • Gewichtsverlust,
  • Völlegefühl und
  • einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes

kommen. Haben sich Metastasen gebildet, kommen weitere organspezifische Beschwerden, wie z.B. Druckschmerzen im Bereich der Leber, hinzu.

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Von training.seer.cancer.gov; original SVG: Cradel - translation of File:Illu pancrease.svg; http://training.seer.cancer.gov/module_anatomy/images/illu_pancrease.jpg, Gemeinfrei, Link

Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Manche Laborwerte sind bei einer tumorbedingten Gelbsucht erhöht. Dazu gehören

  • Gamma-Glutamyltransferase,
  • alkalische Phosphatase und
  • direktes Bilirubin.

Einen spezifischen Labortest zur Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es aber nicht. Bei Verdacht auf ein Pankreaskarzinom wird in der Regel zunächst eine transkutane Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes vorgenommen. Da die Aussagekraft dieser Sonographie vom Untersucher abhängt, sollte sie von einem erfahren Spezialisten für Bauchspeicheldrüsenkrebs durchgeführt werden.

Die endoskopische Ultraschalluntersuchung ist hochauflösender, mit ihr kann auch ein kleinerer Tumor entdeckt werden.

Als Standardverfahren zur präoperativen Diagnostik gilt die kontrastmittelverstärkte Dünnschichtcomputertomographie (CT). Auch die Magnetresonanztomographie (MRT) kann zur besseren Darstellung der Weichteile eingesetzt werden.

MRT
Mittels MRT lassen sich die Weichteile gut darstellen und damit Hinweise auf die Ausbreitung des Tumors oder seiner Metastasen finden © Nejron Photo | AdobeStock

Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Eine Heilung der Tumor-Erkrankung kann nur durch eine frühzeitige chirurgische Entfernung des Karzinoms erreicht werden. Um sicher zu gehen, dass alle Krebszellen abgetötet werden, schließt sich häufig eine nachfolgende (adjuvante) Chemotherapie an.

Allerdings wird der überwiegende Teil der Tumoren erst in einem späten Stadium entdeckt, in dem keine Heilung durch Operation mehr möglich ist. Es gibt aber erste Studien, in denen ein nicht operabler Tumor soweit verkleinert wurde, dass eine Operation durchgeführt werden konnte. Dabei kamen eine Behandlung mit neoadjuvanter (der Operation vorgeschalteter) Chemotherapie und/oder eine Strahlentherapie zum Einsatz.

Ansonsten spielt die Strahlentherapie in der Bauchspeicheldrüsenkrebs-Therapie keine große Bedeutung.

Eine Chemotherapie wird nicht nur in der adjuvanten Therapie (d.h. nach der Bauchspeicheldrüsenkrebs-OP), sondern auch in der palliativen Situation eingesetzt. Die palliative Therapie hat zum Ziel, das Tumorwachstum und die mit dem Tumor assoziierten Symptome zu kontrollieren. Damit soll die Lebensqualität verbessert und das Leben verlängert werden. Eine Heilung ist aber nicht mehr möglich.

Aber auch die Schmerztherapie ist bei Bauchspeicheldrüsenkrebs bedeutsam. Durch eine angemessene, hochdosierte Gabe von Schmerzmitteln kann der Patient am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilhaben.

Welche Fachärzte und Spezialkliniken behandeln Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Spezialisten für Bauchspeicheldrüsenkrebs sind Fachärzte mit Schwerpunkt gastrointestinale Tumorerkrankungen, u.a.

Sie planen im interdisziplinären Team mit Fachärzten anderer Gebiete (z.B. Chirurgen, Strahlentherapeuten) die Behandlung und führen sie durch.

Patienten mit Pankreaskarzinom sollten sich in spezialisierten Kliniken für Bauchspeicheldrüsenkrebs behandeln lassen. Dort kann eine hohe Qualität der Behandlung gewährleistet werden und ggf. können sie durch die Teilnahme an klinischen Studien von den neuesten Therapien profitieren.

Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Prognose hängt vor allem davon ab, in welchem Stadium das Pankreaskarzinom entdeckt wurde. In frühen Stadien besteht Chance auf Heilung.

In späteren Stadien ist die Behandlung primär palliativ, denn dann ist die Prognose sehr ungünstig. So liegt die 5-Jahres-Überlebensrate nur bei 6 bis 7 %.

Durch neue Therapiekonzepte besteht aber Hoffnung, dass die Behandlungsergebnisse in Zukunft besser werden.

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