Spezialisten für chronische Schmerzen finden

Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Chronische Schmerzen werden heute als eigenständige Krankheit gewertet. Man spricht von einer chronischen Schmerzkrankheit, wenn der Patient länger als 6 Monate an starken Schmerzen leidet und die Schmerzempfindung nicht mehr mit einer ursächlichen Gewebsschädigung in Verbindung gebracht werden kann. Der Schmerz hat sich sozusagen verselbstständigt. Als Ursache werden neuroanatomische Umbauvorgänge vermutet.

ICD-Codes für diese Krankheit: G56.4, G57.8, M22.2, M35.3, M53.1, M54.2, M54.5, M54.89, M79, M89.09, R07.4, R52.1, R52.2

Empfohlene Spezialisten

Artikelübersicht

Patientengruppen mit chronischem Schmerz sind Personen mit folgenden Erkrankungen:

  • Krebserkrankungen
  • Entzündliche Erkrankung der Gelenke
  • Degenerative Erkrankung der Gelenke
  • Kopfschmerz und Migräne
  • Neuropathische Schmerzen
  • Rückenschmerzen

 

 

Wie wird chronischer Schmerz behandelt?

So wie es unterschiedliche Ursachen und Formen von chronischen Schmerzen gibt, so sollten auch die Behandlungsansätze individuell an die Situation des Schmerzpatienten angepasst werden. Die Behandlung chronischer Schmerzen findet bei den meisten Schmerzpatienten durch ihren Hausarzt oder Orthopäden statt, wobei auch Medikamente eingesetzt werden. Bei einem hohen Leidensdruck durch starke chronische Schmerzen sollte aber ein Spezialist für Schmerzmedizin konsultiert werden.

Als ganzheitliches Behandlungskonzept für Schmerzpatienten hat sich die multimodale Schmerztherapie in den letzten Jahren etabliert und wird auch von den meisten Krankenkassen übernommen. Hierbei handelt es sich um einen interdisziplinären Therapieansatz, bei dem Schmerzmediziner, Physiotherapeuten und Psychologen Hand in Hand zusammenarbeiten, um den Schmerz zu bekämpfen.

Mehr über Schmerztherapie bei chronischen Schmerzen erfahren >>

Situation chronischer Schmerzpatienten in Deutschland

In Deutschland leiden circa 15 Millionen Menschen an wiederkehrenden Schmerzen. Circa 600.000 Menschen sind durch chronische Schmerzen in Ihrer Lebensführung stark eingeschränkt. Der deutschen Gesellschaft entstehen durch schmerzbedingte Arbeitsausfälle und Frühverrentungen hohe Kosten. Umso verwunderlicher ist es, dass Schmerzvorlesungen in der medizinischen Ausbildung keine Pflichtveranstaltung sind und es derzeit noch keine Facharztausbildung für Schmerzmedizin gibt. Einzig die Weiterbildungen zur „Speziellen Schmerztherapie“ sowie Palliativmedizin sind geschützte Begriffe, die die Betroffenen auf Fachärzte mit nachweislicher Kompetenz in der Therapie von Schmerzen hinweisen.

In Deutschland kann derzeit von einer Unterversorgung der Schmerzpatienten ausgegangen werden. Es stehen circa 500 bis 600 Einrichtungen für Schmerztherapie zur Verfügung, die pro Quartal schätzungsweise 440.000 Leidende versorgen. Die schmerztherapeutischen Einrichtungen setzen sich aus Schmerzpraxen im niedergelassen Bereich und Schmerzambulanzen, Schmerzkliniken und Schmerzzentren im ambulant, stationären Bereich zusammen.

Die ärztlichen Fachgesellschaften für Schmerztherapie (DGS, - Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin und Deutsche Schmerzgesellschaft e. V.) setzen sich seit Jahren vergeblich für die Aufnahme des Faches Schmerztherapie in die Approbationsordnung für Ärzte und die Einführung des Facharztes für Schmerzmedizin in die Weiterbildungsordnung ein.

Quellen:

http://www.schmerzliga.de/
http://portal.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta301_bericht_de.pdf
http://www.neuro.med.tu-muenchen.de/dfns/patienten/Def_chronSchmerz.html

Erfahren Sie mehr zu unserem Auswahlverfahren

Die Qualitätssicherung des Leading Medicine Guide wird durch 10 Aufnahmekriterien sichergestellt. Jeder Arzt muss mindestens 7 davon erfüllen.

  • Mindestens 10 Jahre Operations- und Behandlungserfahrung
  • Beherrschung moderner diagnostischer und operativer Verfahren
  • Repräsentative Anzahl an Operationen, Behandlungen und Therapien
  • Herausragender Behandlungsschwerpunkt innerhalb des eigenen Fachbereiches
  • Engagiertes Mitglied einer führenden nationalen Fachgesellschaft
  • Leitende berufliche Position
  • Aktive Teilnahme an Fachveranstaltungen (z.B. Vorträge)
  • Aktiv in Forschung und Lehre
  • Ärzte- und Kollegenakzeptanz
  • evaluatives Qualitätsmanagement (z.B. Zertifizierung)
Whatsapp Twitter Facebook VKontakte YouTube E-Mail Print