Fingerbruch - Informationen und Spezialisten

10.09.2021
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Ein gebrochener Finger ist ein Knochenbruch in mindestens einem knöchernen Fingerglied (Phalanx.) Der gebrochene Finger lässt sich nur eingeschränkt bewegen. Die Heilung kann je nach Art des Risses mehrere Wochen dauern. Normalerweise fixiert der Arzt den Finger mit einem Verband oder einer Schiene. Bei komplexen Frakturen ist jedoch eine Operation erforderlich. Hier finden Sie alles Wissenswerte über Symptome, Verlauf und Behandlung sowie Spezialisten für die Behandlung einer Fingerfraktur.

ICD-Codes für diese Krankheit: S62.2

Empfohlene Spezialisten für einen Fingerbruch

Artikelübersicht

Symptome bei einem Fingerbruch

Ein gebrochener Finger tut weh. Da Verstauchungen (Zerrungen) und Prellungen sehr ähnliche Schmerzen verursachen, sind diese Arten von Verletzungen schwer voneinander zu unterscheiden. Andere Symptome eines gebrochenen Fingers sind Schwellungen und Blutergüsse (Hämatom). Zudem kann der Betroffene den gebrochenen Finger nur eingeschränkt oder gar nicht bewegen. Die Schwellung tritt normalerweise einige Minuten nach der Verletzung auf.

Diese Symptome treten auch bei Verstauchungen und anderen Fingerverletzungen auf. Der Arzt stellt anhand einer Röntgenaufnahme, die den Finger aus verschiedenen Blickwinkeln zeigt, eine eindeutige Diagnose, ob es sich bei den Anzeichen um eine Fraktur oder eine andere Verletzung handelt.

Ursachen und Risikofaktoren für einen Fingerbruch

Für viele Menschen ist ein normaler Alltag ohne den Einsatz der Finger nicht möglich. Es besteht jedoch auch ein hohes Risiko, diese empfindlichen Knochen zu beschädigen. Die Hände sind unsere erste Maßnahme, um Stürze und Gefahren zu vermeiden. 50 Prozent der Fingerfrakturen treten bei der Arbeit auf. Handwerksberufe sind besonders gefährlich.

Die Ursachen für Fingerfrakturen sind vielfältig. Dabei spielen äußere mechanische Kräfte eine wichtige Rolle. Ein gebrochener Finger kann durch ausgerenkte Fingergelenke entstehen. Gebrochene Finger sind beispielsweise bei Sportverletzungen häufig. Beim Ballsport besteht unter anderem die Gefahr, sich beim Auftreffen des Balls den Finger zu brechen. Auch bei einer Kollision mit dem gegnerischen Spieler kann es zu einem gebrochenen Finger kommen. Außerdem kann ein Sturz auf die Hand den Finger brechen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Finger beim Sturz seitlich oder nach hinten gespreizt wird.

Auch im Haushalt lauern viele Gefahrenquellen. Gerade für Kinder sind Türen immer gefährlich, da sie das Schwingen des Türblattes oft nicht wahrnehmen können, was zu Prellungen und Ähnlichem führen kann. Aber auch Kisten, Mülleimerdeckel oder Toilettensitze sind stark genug, um einen kleinen Knochen zu brechen.

Autofahrer können sich insbesondere bei einem Autounfall die Finger brechen. Schon Kollisionen bei niedrigen Geschwindigkeiten können die Knochen stark belasten. Die Position der Hand am Lenkrad ist für eine Fraktur entscheidend. Halten Sie das Lenkrad daher immer mit der ganzen Hand fest.

Mit zunehmendem Alter und nachlassendem Gleichgewichtssinn haben viele ältere Menschen ein erhöhtes Sturzrisiko. Im Alter verändert sich das Innenohr und dies kann zu Schwindel führen. Bei Stürzen kommt es dann häufig zu Verletzungen an Händen und Fingern.

Untersuchung und Diagnose

Typischerweise werden bei Verdacht auf eine Fingerfraktur Röntgenaufnahmen angefertigt, um die Diagnose zu bestätigen. Mit Hilfe eines Röntgenbilds können die Art der Fraktur festgestellt und die Therapie individuell angepasst werden. Da es unterschiedliche Formen von Knochenbrüchen gibt, die alle mit antagonistischen Behandlungsmöglichkeiten verbunden sind, ist eine exakte Diagnose einer Fingerfraktur durch den behandelnden Arzt unbedingt erforderlich.

Die Knochenfinger sind relativ klein, deswegen kann es mehrere Röntgenaufnahmen erfordern, um genau festzustellen, ob und welche Fraktur vorliegt. Für einen Vergleich kann eine Röntgenaufnahme des gesunden Arms erforderlich sein. Die Computertomografie (CT) wird in der Regel nur bei sehr komplexen Knochenbrüchen durchgeführt. Mit der Computertomografie können Frakturen beurteilt werden, die auf einem Röntgenbild nicht genau diagnostiziert werden können. Der nicht zu unterschätzende Nachteil dieser Technologie ist die deutlich höhere Strahlenbelastung der untersuchten Person.

Die Magnetresonanztomografie (MRT) kann verwendet werden, um gebrochene Knochen zu diagnostizieren, die auf einem normalen Röntgenbild nicht sichtbar sind. Diese Technik eignet sich auch für die Beurteilung benachbarter Blutgefäße und knorpeliger Strukturen, was mit einem Röntgenbild ebenfalls nicht möglich ist.

Wenn kein gebrochener Finger diagnostiziert wird, kann es sich auch um einen gequetschten Finger handeln.

Allgemeines zur Behandlung eines Fingerbruch

Ziel der Heilbehandlung eines einfachen gebrochenen Fingers ist es, diesen möglichst schnell wieder zusammenwachsen zu lassen, damit sich der Finger wieder frei bewegen kann. Nach einer eingehenden Untersuchung entscheidet der Arzt, welche Behandlung für den Patienten die richtige ist.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, gebrochene Finger zu behandeln: die konservative Therapie, also die Behandlung ohne Operation und die operative Behandlung.

Meist fixiert der Arzt den gebrochenen Finger mit Gipsverbänden und Schienen. Dies sind konservative Maßnahmen. Bei einfachen Frakturen kann es ausreichend sein, den gebrochenen Finger mit Klebeband zu sichern. Bei Frakturen des kleinen Fingers ist diese Therapie oft möglich.

Viele gebrochene Finger heilen mit der konservativen Behandlungsmethode gut aus und resultieren in einer zufriedenstellenden Funktion des Fingers. Die Möglichkeit einer solchen Behandlung kann beispielsweise anhand eines Röntgenbildes analysiert werden. Eine leicht dislozierte Fraktur ohne nennenswerte Gelenkschädigung kann ebenfalls problemlos konservativ behandelt werden. Ziel der Behandlung ist es, die Fraktur in ihrer natürlichsten und anatomischsten Position zu heilen.

Verlauf und Prognose

Ein gebrochener Finger heilt vollständig und folgenlos, wenn er zeitnah von einem Arzt behandelt wird. Die Tragedauer einer Schiene oder eines Gipsverbandes hängt in erster Linie von der Art der Fraktur ab: Ein einfacher gebrochener Finger heilt durchschnittlich in drei bis vier Wochen. Multiple Frakturen, offene Frakturen und Frakturen, bei denen auch die Fingergelenke gebrochen sind, brauchen länger, um zu heilen.

Die genaue Prognose einer Fingerfraktur hängt nicht nur von der Art der Fraktur ab, sondern auch davon, welche Phalanx betroffen ist. Frakturen der Mittelphalanx sind schwieriger zu behandeln als Frakturen anderer Phalangen wie der distalen Phalanx. Dementsprechend dauert es länger, bis sie heilen.

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