Bakerzyste-Spezialisten und Informationen

05.09.2020
Prof. Dr. med. Wolfgang Rüther
Medizinischer Fachautor
Die Bakerzyste, auch Poplitealzyste genannt, ist ein mit Gelenkflüssigkeit prall gefüllter Schleimbeutel in der Kniekehle. Sie ist Folge eines dauerhaften Gelenkergusses im Kniegelenk, der verschiedenste Gründe haben kann.
ICD-Codes für diese Krankheit: M71.2

Empfohlene Bakerzyste-Spezialisten

Kurzübersicht:

  • Was ist die Baker-Zyste? Der dauerhafte Gelenkerguss eines speziellen Schleimbeutels in der Kniekehle.
  • Symptome: Spannungsgefühl in der Kniekehle, venöse Abflussstörungen, die einer Unterschenkelvenenthrombose ähneln. Bei gleichzeitiger rheumatoider Arthritis kann sich das Krankheitsbild ausweiten.
  • Diagnose: Eine Ultraschalluntersuchung und eine MRT können die Erkrankung sehr gut identifizieren. Für eine optimale Behandlung muss die Diagnose die Ursache genau abklären.
  • Behandlung: Für die Therapie muss die Grunderkrankung behandelt werden. Nur selten ist eine OP notwendig.

Artikelübersicht

Definition und Ursachen der Bakerzyste

Es handelt sich bei der Bakerzyste um einen in der Kniekehle liegenden Schleimbeutel, der mit Gelenkflüssigkeit prall gefüllt ist. Sie wurde ursprünglich auch als Poplitealzyste (poplietal = die Kniekehle betreffend) bezeichnet.

Entsteht im Kniegelenk, also in der Gelenkhöhle, aus verschiedensten Gründen ein dauerhafter Gelenkerguss, kann die Gelenkflüssigkeit über eine Verbindungsstelle in der hinteren Gelenkkapsel in die Bursa (Schleimbeutel) abgeleitet werden und zu einer starken Ausweitung der Bursa führen. Der Rückfluss der Gelenkflüssigkeit aus der Zyste in das Gelenk wird durch einen Ventilmechanismus verhindert, der durch zwei kräftige umliegende Sehnen gebildet wird. Die Bakerzyste kann so der einzige Hinweis auf einen dauerhaften Gelenkerguss sein, der aus dem Gelenk in die Bursa abfließt.

Symptome der Bakerzyste

Die Bakerzyste erzeugt ein Spannungsgefühl in der Kniekehle, besonders bei Gelenkstreckung. Bei starker Aufblähung kann es zu einer Bedrängung der in der Kniekehle verlaufenden Nerven und Gefäßen kommen; insbesondere die Venen können komprimiert werden und zu venösen Abflussstörungen mit Zeichen einer Unterschenkelvenenthrombose führen. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis ist die Bursa selbst mit rheumatisch entzündlich veränderter Schleimhaut ausgekleidet und kann sich durch das Wachstum der Schleimhaut über die gesamte Wade bis nahe an das Sprunggelenk erstrecken.

Diagnose der Bakerzyste

Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung lässt sich die Zyste eindeutig identifizieren. Auch die Magnetresonanztomografie (MRT) kann die Zyste exzellent abbilden. Man muss beachten, dass die Bakerzyste ein unspezifisches Symptom einer Gelenkerkrankung ist, die einen Gelenkerguss verursacht. Sie muss zur Suche nach der zu Grunde liegenden Gelenkerkrankung, z.B. ein Meniskusschaden, eine Bandinstabilität, eine rheumatische Krankheit, veranlassen.

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Von Hellerhoff - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Behandlung der Bakerzyste

Die Bakerzyste ist das unspezifische Symptom eines Kniegelenkergusses. Sie muss zur Suche nach einem Kniebinnenschaden veranlassen. Die Punktion einer Bakerzyste ist nur zur Diagnostik und symptomatischen Entlastung geeignet. Die Therapie besteht in der Ursachenbeseitigung des Gelenkergusses.

Die operative Entfernung ist nur in Ausnahmefällen begründet. Bei der rheumatoiden Arthritis besteht die Notwendigkeit zur Operation häufiger, weil der Schleimbeutel mit Fibrinmassen gefüllt ist, die Ausmaße erheblich sein können und die Schleimhaut selbst von der rheumatischen Grundkrankheit betroffen ist.

Wird die Ursache für den dauerhaften Gelenkerguss gefunden und beseitigt, z.B. durch die operative Behandlung eines Meniskusschadens, so kann mit einer spontanen Entleerung der Zyste gerechnet werden, ohne dass die Zyste selbst behandelt werden muss.

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