Sporotrichose

17.05.2018
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Sporotrichose, auch Sporothrix-Mykose oder Morbus Schenk genannt, ist eine ansteckende Hautinfektion, die durch den Pilz Sporothrix schenckii verursacht wird. Dieser Pilz ist eher verwandt mit dem Schimmel auf Brot, oder der Hefe, die beim Brauen von Bier verwendet wird, als mit Bakterien, die normalerweise im Körper Entzündungen hervorrufen. Der Pilz kann gefunden werden an Rosendornen, Heu, Moos, Zweigen und Erde. Daher ist Sporotrichose bei Gärtnern auch verbreiteter als bei jeder anderen Berufsgruppe, besonders bei jenen, die mit Rose, Heu, Moos oder Erde arbeiten. Hin und wieder infizieren sich auch Tiere mit Sporotrichose, beispielsweise Hunde und Pferde. Sporotrichose oder Morbus Schenk wurde in älterer Literatur oft als Rosenhändlerkrankheit bezeichnet; da diese besonders häufig von ihr betroffen waren. In den Ländern Peru, Brasilien, USA, China und West-Australien treten die meisten Infektionen auf.

ICD-Codes für diese Krankheit: B42

Artikelübersicht

Ursachen und Risikofaktoren für Sporotrichose

Die Krankheit Sporotrichose wird ausgelöst durch den Pilz Sporothrix schenckii. Doch kürzlich ausgeführte Forschungsergebnisse zeigen, dass auch andere Sporothrix-Spezies die Infektion auslösen können. Die Krankheit jedoch entwickelt sich in allen Fällen sehr ähnlich. Sporotrichose setzt in den meisten Fällen ein, wenn der Pilz durch einen Rosendorn oder einem spitzen Ast gewaltsam unter die Haut gelangt. Sporotrichose kann jedoch auch beginnen, wenn verletzte Haut mit Heu oder Erde in Berührung kommt und der Pilz so in den Körper gelangt. Bauern, Baumschulen-Arbeiter, Gärtner oder Landschaftsbildner tragen ein höheres Risiko, sich mit Sporotrichose zu infizieren, wenn sie sich während der Arbeit verletzen.

Auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (HIV-Patienten, Krebsleidende, etc.) besitzen ein erhöhtes Risiko für Sporotrichose. Auch Tiere, wie beispielsweise Katzen, können durch Kratzwunden Sporotrichose auf den Menschen übertragen. In sehr seltenen Fällen kann die Infektion durch das Einnehmen oder Einatmen des Pilzes ausgelöst werden. Diese Ansteckung kommt jedoch meist bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem vor.

Die Ansteckung von Mensch zu Mensch jedoch ist nicht möglich. Der Sporothrix Schenckii ist dimorph (Hefe- oder Hyphen-förmig). In den letzten Jahren diagnostizierten Tierärzte vermehrt Sporotrichose bei Haustieren, vor allem bei Pferden und Katzen. Katzen entwickeln eine besonders ansteckende Form der Erkrankung. Menschen, die diese Infektion behandeln, haben ein hohes Risiko, durch eine zoonotische Infektion ebenfalls Sporotrichose zu bekommen.

Symptome und Anzeichen von Sporotrichose

Ab dem Zeitpunkt, an dem die Pilzsporen in den Körper eines Menschen gelangt sind, kann es Tage bis zu Monate dauern, bis die Sporotrichose ausbricht. Das erste Symptom ist in der Regel eine kleine Beule oder ein fester Knoten in der Haut, der eine pinke oder violette Färbung annehmen kann. Der Knoten ist meist schmerzlos, höchstens mit einem leichten Ziehen verbunden. Über die Zeit entwickelt diese Beule evtl. eine offene, große Wunde, aus der Flüssigkeit austritt.

In anderen Fällen von Sporotrichose bilden sich Myzetomen. Dies sind Geschwülste in der Haut, die zu größeren Entzündungen führen. Wenn diese Symptome nicht behandelt werden, können sie chronisch werden und über Jahre unverändert bestehen. In 60 Prozent der Fälle verteilt sich der Pilz über das Lymphsystem. Häufig werden in der betroffenen Region mehr und mehr Wunden und Geschwülste entstehen. Dieser Zustand kann sich über Jahre hinziehen.

In sehr seltenen Fällen einer Sporotrichose kann die Krankheit auf andere Körperteile übergehen. So kann sie Knochen, Gelenke, Lungen und Gehirngewebe befallen. Die Infektion über die Atemwege ist schnell mit einem schweren Keuchhusten verbunden. Menschen, die sich auf diese Weise mit Sporotrichosis infizieren, laufen auch höhere Gefahr an Tuberkulose und Lungenentzündung zu erkranken. Dies geschieht in der Regel nur bei bereits geschwächten Personen. Doch diese Weiterverbreitung der Sporotrichose kann lebensgefährlich werden und ist schwer zu behandeln.

Die Smptome entwickeln sich beständig heran. Zu Beginn ist die Sporotrichose kaum wahrzunehmen, doch mit der Zeit vermehren sich die Entzündungen und spannen sich wie ein Netz über das betroffene Körperteil.

Diagnose von Sporotrichose

Falls eine Person den Verdacht hat, sich evtl. mit Sporotrichose infiziert zu haben, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine fachliche Diagnose und Behandlung folgen zu lassen. Falls eine Person bereits aufgrund von Sporotrichose in Behandlung ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn immer sich die Symptome verschlimmern und/oder neue Geschwüre dazukommen. Normalerweise besteht bei Sporotrichose keine akute Gefahr für Leib und Leben. Offene Geschwüre können sich mit zusätzlichen Bakterien infizieren, was zu außergewöhnlichen Symptomen führt. Wenn also eine schnell ansteigende Wärme, Schmerzen oder Rötung um die Geschwüre entstehen, sollte die Notaufnahme aufgesucht werden.

Es gibt eine Reihe von Infektionen, die der der Sporotrichose sehr ähnlich sehen. Daher wird ein Arzt verschiedene Tests durchführen, um bei der Diagnose der Sporotrichose sicherzugehen. Hierzu gehört in der Regel eine Biopsie (Entnahme von Gewebe) eines infizierten Knotens. Das Gewebe wird anschließend im Labor untersucht, um den Erreger festzustellen. Andere Infektionen, die mit Sporotrichose leicht zu verwechseln sind, sind: Bakterien, die verwandt sind mit Tuberkulose und Lepra, Kuhpocken, Herpes, andere Pilzinfektionen wie Kandidose, Histoplasmose, Tinea capitis oder Blastomykose; oder auch andere nicht infektiöse Krankheiten wie Lupus oder Sarkoidose.

Der auslösende Pilz kann unterschieden werden von anderen Erregern, in dem er isoliert und seine Struktur unter dem Mikroskop festgestellt wird. Dies wird in speziellen Laboratorien mit ausgebildetem Personal ausgeführt. Eine weitere Form der Diagnose ist die Feststellung von Antikörpern. Menschen mit Sporotrichose entwickeln Antikörper gegen die Infektion, genauer: gegen den Erreger Sporothrix schenckii. Doch diese Diagnose gilt nicht als besonders sicher.

Behandlung von Sporotrichose

Eine effektive Selbstbehandlung für Sporotrichose existiert nicht. Die Geschwüre sollten in eigener Regie sauber und bedeckt gehalten werden, bis sie wieder abgeheilt sind. Die medizinische Behandlung ist jeweils abhängig von der infizierten Region am Körper und der körperlichen Verfassung des Patienten.

Sporotrichose in der Haut

Diese Art von Infektionen werden traditionell mit einer gesättigten Kaliumiodid-Lösung behandelt. Diese Medikation wird dreimal am Tag durchgeführt, über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten; so lange bis die Geschwüre abgeheilt sind. Hautinfektionen können auch mit Itraconazol behandelt werden; ebenfalls bis zu sechs Monate.

Sporotrichose in Knochen und Gelenken

Diese Form der Infektion ist sehr viel schwieriger zu behandeln und zeigt beinahe keine Reaktion auf die Kaliumiodid-Lösung. Itraconazol wird hin und wieder verwendet und kann sogar bis zu einem Jahr benutzt werden. In sehr ernsten Fällen kann auch das Medikament Amphotericin zur Verwendung kommen. Denn Amphotericin hat sehr viel mehr Nebenwirkungen als andere Medikamente und muss evtl. auf lange Dauer eingesetzt werden. Eine andere Lösung ist die operative Entfernung der infizierten Knochen.

Sporotrichose in den Lungen

Auch Sporotrichose in den Lungen kann mit Kaliumiodid-Lösung, Itraconazol oder Amphotericin behandelt werden; mit sehr schwankenden Erfolgsquoten. Es kann zu partiellen Entfernungen von Lungengewebe kommen.

Sporotrichose im Gehirn

Sporotrichose meningitis ist sehr selten, Informationen zu einer standardisierten Behandlung existieren nicht. Amphotericin mit 5-Fluorocytosin wird hier empfohlen, doch Itraconazol kann ebenfalls versucht werden.

Sporotrichose in Schwangerschaft

Weder die Kaliumiodid-Lösung, noch Itraconazol sollte bei schwangeren Frauen zum Einsatz kommen. Schwangere, die an Sporotrichose leiden, müssen von einem Spezialisten für Infektionskrankheiten behandelt werden.

Nach der Behandlung von Sporotrichose

Wenn eine Sporotrichose erfolgreich behandelt wurde, sind in der Regel noch einige Besuche beim behandelnden Arzt vonnöten, um sicherzugehen, dass sich die Infektion vollständig zurückgebildet hat. Wenn der Arzt dann endlich Entwarnung gibt, dass die Infektion geheilt ist, sind weitere Behandlungen normalerweise nicht nötig.

Vorbeugung von Sporotrichose

Die effektivste Prävention ist die Vermeidung davon, dass Sporen und Erreger unter die Haut und in den Körper eindringen können. Daher sollten Menschen, die mit Rosen, Erde, Heu, Moos oder Zweigen arbeiten, alle Verletzungen und Wunden in ihrer Haut abdecken, sodass diese vor den ursächlichen Erregern geschützt sind. Zudem sollten sie schwere Stiefel und feste Arbeitshandschuhe tragen, die Stiche oder andere Wunden vermeiden können. Menschen, die an einem geschädigten oder verminderten Immunsystem leiden, müssen besonders vorsichtig sein, wenn sie mit Rosen, Heu, Erde, Moos oder Zweigen umgehen. Denn sie infizieren sich schneller mit Sporotrichose und können die Krankheit weniger effektiv bekämpfen.

Prognose bei Sporotrichose

Die meisten Menschen mit Sporotrichose in der Haut oder den Lymphknoten erleben eine vollständige Heilung ihrer Symptome, wenn sie die richtige Behandlung erleben. Allerdings kann es einige Spätfolgen von Sporotrichose geben, die von sehr schwach bis sehr ernsthaft variieren, wenn die richtige Behandlung nicht rechtzeitig angewandt wird. Falls keine rechtzeitige Behandlung einsetzt, kann die Behandlung der Symptome sich über mehrere Jahre hinziehen. Die Geschwüre können hier tiefe Narben bilden, die langfristig bestehen bleiben. Sporotrichose in Gehirn, Knochen, Gelenken oder der Lunge ist sehr viel schwerer zu behandeln und ist eine ernste Ausnahme in der Infektion mit Sporotrichose. Wenn Organe oder Knochen infiziert sind, kann eine chirurgische Operation nötig sein. Diese Operation trägt das Risiko für Komplikationen auf die ernsthafte Infektionen folgen können.

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  • Herausragender Behandlungsschwerpunkt innerhalb des eigenen Fachbereiches
  • Engagiertes Mitglied einer führenden nationalen Fachgesellschaft
  • Leitende berufliche Position
  • Aktive Teilnahme an Fachveranstaltungen (z.B. Vorträge)
  • Aktiv in Forschung und Lehre
  • Ärzte- und Kollegenakzeptanz
  • evaluatives Qualitätsmanagement (z.B. Zertifizierung)
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