Prostatadiagnostik - Spezialisten zur Früherkennung

25.02.2020
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Eine Prostataerkrankung birgt stets das Risiko eines Krebsbefundes und tritt besonders in höherem Lebensalter in Erscheinung. Eine frühzeitige Diagnose ist hier ebenso wichtig wie ein sehr zeitnaher Therapiebeginn. Was zur Prostatadiagnostik gehört und wann welche Untersuchungen durchgeführt werden, erfahren Sie hier. Ihr Arzt informiert Sie im Falle eines Befundes über das individuell für Sie geeignete Behandlungsverfahren.

Artikelübersicht

Definition: Prostatadiagnostik

Die als Prostata bezeichnete Vorsteherdrüse des Mannes zählt zu den Geschlechtsdrüsen. Sie weist um das 50. Lebensjahr bei nahezu 50 Prozent aller Männer Veränderungen auf. Diese sind entweder gutartig oder bösartig und stellen in letzterem Fall eine Krebserkrankung dar. Die gutartige Erkrankung bezeichnet die Medizin als Benigne Prostatahyperplasie (BPH = gutartige Vergrößerung der Prostata).

Damit ein bösartiger (maligner) Befund nach Möglichkeit sehr frühzeitig entdeckt wird, gibt es die Prostatadiagnostik. Sie hat die Aufgabe, durch verschiedene Untersuchungsverfahren eine Erkrankung zeitnah festzustellen. Die Krankenkassen empfehlen eine frühe Diagnostik im Rahmen der gesetzlichen Prostatakrebs-Früherkennung ab dem 45. Lebensjahr. Sie übernehmen dabei die Kosten für eine Tastuntersuchung im Bereich von Genitalien und Leistenlymphknoten.

Spezialisten für die Prostatadiagnostik sind Fachärzte der Urologie (Urologen) und Radiologie (Radiologen). Häufig sind diese Spezialisten in medizinischen Bereichen, wie die Strahlentherapie/Radioonkologie und Uroradiologie tätig.

Die Tastuntersuchung allein gilt als nicht genügend aussagekräftig, um einen Tumor zu erkennen. Sie haben die Möglichkeit, zusätzlich einen PSA-Test (PSA = prostataspezifisches Antigen) bei Ihrem Arzt vornehmen zu lassen. Dieser erlaubt das Feststellen eines erhöhten Wertes im Rahmen einer Laboruntersuchung und ist eine selbst zu bezahlende Leistung. Da ein erhöhter PSA-Spiegel im Blut auch harmlose Ursachen hat, beispielsweise eine Entzündung, gilt der Test als umstritten.

Männliche Geschlechtsorgane

Behandlungsgründe: Früherkennung von Prostatakrebs

Das Ziel der Prostatadiagnostik ist in erster Linie die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Prostata-Erkrankungen. Im Fokus steht dabei das Prostatakarzinom (Prostatakrebs), dessen Heilungschancen am größten sind, wenn der Krebs noch sehr klein und örtlich begrenzt ist. Ein Tumor der Prostata bereitet lange Zeit zunächst keine Symptome. Die Früherkennung im Rahmen der Krebsvorsorge ist hier die einzige Chance für einen zeitigen Behandlungsbeginn.

Wenn Sie Symptome bemerken, sind diese für gut- und bösartige Erkrankungen nahezu gleich und weisen bei nur etwa zehn Prozent der Betroffenen auf einen Tumor hin. Mögliche Symptome sind beispielsweise ein schmerzhafter Samenerguss, ein verstärkter Harndrang oder auch Blut im Urin. Ein zentraler Faktor für das Risiko eines bösartigen Befundes ist dabei das Lebensalter. Auch eine Erkrankung von Vater und Bruder stellt ein doppelt so hohes Risiko für einen entsprechenden Befund dar.

Diagnostische Verfahren

Der Ablauf der Prostatadiagnostik hängt wesentlich von Ihrem Befund ab. Zunächst findet eine körperliche Untersuchung statt. Ihr Arzt nimmt dabei eine (digital-rektale) Tastuntersuchung im Bereich des Enddarms vor. Bei einem gesonderten Termin oder auch vor dem Tasten nimmt er im Rahmen eines Prostatakarzinomscreening Blut ab zur Bestimmung des PSA-Wertes. Erst wenn sich im Rahmen dieser beiden Methoden ein begründeter Verdacht auf eine Krebserkrankung zeigt, finden weitere Untersuchungen statt.

Im nächsten Schritt schlägt ihr Arzt eine MRT-Untersuchung (Kernspin) vor. Dieses bildgebende Verfahren bietet eine präzisere Auskunft darüber, ob es sich bei Ihrem Befund um einen Tumor, einen entzündlichen Prozess oder eine harmlose Vergrößerung handelt. Wenn sich der Krebsverdacht erhärtet, ermöglicht eine anschließende Prostata-Biopsie (Gewebeentnahme der Prostata) den finalen Befund. Mittels Computertomografie (CT) lassen sich Metastasen im Bereich der Knochen oder auch Lymphknoten feststellen.

Ist der Prostatakrebs bestätigt stehen weitere diagnostische Methoden zur Verfügung, die über Größe und Grad der Bösartigkeit des Tumors Auskunft geben. Dazu zählt vor allem die transrektale Sonographie (TRUS). Bei dieser Ultraschalluntersuchung prüft Ihr Arzt ob und inwieweit der Krebs die Kapsel durchbrochen hat, die sich um die Prostata herum befindet. Ergänzend ermöglicht eine Elastographie das Feststellen zusätzlicher verdächtiger Verhärtungen.

Prostata Diagnose mit TRUS

TRUS: Transrektaler Ultraschall zur Prostatadiagnostik

Weitere Behandlung nach der Prostatadiagnostik

Zeigt der Befund bei Ihnen einen auf die Prostata begrenzten Krebsbefund, wird die weitere Behandlung individuell auf Ihre Erkrankung abgestimmt. Das Behandlungsspektrum bei Prostatakrebs umfasst im Überblick:

Ihr Arzt setzt die Strahlentherapie oder Chemotherapie entweder zur Verkleinerung des Tumors vor der Operation ein oder danach zur Vermeidung erneuten Wachstums.

Im weiteren Verlauf verordnet Ihr Arzt möglicherweise auch eine komplexe Schmerztherapie. Im Bereich der Nachsorge kommt im Rahmen der Verlaufskontrolle bei Prostatakrebs häufig eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zum Einsatz. Mit diesem Verfahren werden Stoffwechselvorgänge durch radioaktive Marker sichtbar gemacht. Eventuelle Tumorreste sowie neue bösartige Veränderungen sind so deutlich zu erkennen.

Nach der Behandlung besteht die Möglichkeit einer vorübergehenden, seltener auch dauerhaften Inkontinenz. Auch die Sexualität ist zunächst vermutlich eingeschränkt, wobei es sich hierbei meist um vorübergehende Erektionsstörungen handelt, die nicht von Dauer sind. Da die Studienlage einen Zusammenhang zwischen der Häufung von Prostatakrebs und Rauchen festgestellt hat, ist es hilfreich, auf das Rauchen zu verzichten.

Eventuelle Risiken und Komplikationen sowie Prognose

Die Behandlungsrisiken im Zusammenhang mit einer Operation reichen von Harninkontinenz, Erektionsstörungen und trockenen Samenergüssen bis hin zu Schmerzen und Entzündungen im Bereich des Operationsgebietes. Sie alle sind medizinisch gut behandelbar. Bei einer radikalen Prostatektomie (vollständige Entfernung der Prostata) empfiehlt Ihr Arzt voraussichtlich eine ambulante oder stationäre Reha-Maßnahme, die Sie bei der weiteren Genesung unterstützt.

Die Prognose hängt vom Stadium der Erkrankung bei Diagnosestellung ab. Eine früh festgestellte Erkrankung, bei der noch keine Metastasen in andere Organe gestreut haben, hat eine ausgesprochen gute Heilungschance. Die generelle Lebenserwartung gilt bei dieser Krebsform als sehr gut. Die sogenannte Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei etwa 87-92 Prozent.

Fazit

Die Prostatadiagnostik bietet verschiedene Verfahren zur Früherkennung von Prostatakrebs. Bei der Behandlung kommt es auf den individuellen Befund und eine maßgeschneiderte Therapie bei einem Spezialisten, einem Facharzt für Urologie an. Bei entsprechender Früherkennung zählt das Prostatakarzinom zu den am besten behandelbaren Krebserkrankungen bei Männern.

  • Krebsgesellschaft: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/diagnose.html
  • Krebshilfe: https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Prostatakrebs_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf
  • Krebsinformationsdienst: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/index.php
  • https://www.prostata.de/magazin/diagnostik
  • https://www.prostatakrebs-bps.de/medizinisches/diagnostik?start=2
Whatsapp Twitter Facebook VKontakte YouTube E-Mail Print