Allergie-Diagnostik - Spezialisten und Informationen

07.01.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Allergien zählen zu den verbreiteten Volkskrankheiten. Um eine Eskalation mit chronischem Verlauf zu verhindern, ist eine frühzeitige Erkennung im Rahmen der Allergie-Diagnostik notwendig. Zählen Sie zu den Betroffenen, die unter charakteristischen Symptomen wie Fließschnupfen, tränenden Augen und/oder Atembeschwerden leiden, dann wenden Sie sich für eine Allergie-Diagnostik an Ihren Arzt. Wichtige Informationen zu Allergien und ihrer Diagnostik liefert dieser Beitrag. Außerdem finden Sie hier ausgewählte Spezialisten für Allergie-Diagnostik.

Empfohlene Spezialisten

Artikelübersicht

Allergie-Diagnostik: Begrifflichkeiten kurz erklärt

Auf den Punkt gebracht umfasst die Allergie-Diagnostik sämtliche Verfahren im Bereich der Allergologie, die eine Bestimmung der Ursache allergischer Symptome zum Ziel haben.

Dabei reicht das Spektrum von der allergischen Rhinitis, allgemein unter dem Begriff „Heuschnupfen“ bekannt, über die Nesselsucht bis hin zu sogenannten Kontaktallergien. Als verursachende Substanzen kommen unter anderem Nahrungsmittel sowie andere zumeist harmlose Reize, darunter Milben, Pollen und Tierhaare infrage.

Aufbauend auf der Allergie-Diagnostik folgt die Einführung gezielter und nachweislich effektiver Behandlungsmethoden, die den Betroffenen wieder zu mehr Lebensqualität verhelfen.

Als Ansprechpartner für die Diagnose sowie anschließende Einleitung der erforderlichen therapeutischen Schritte dient der Allergologe. Im Idealfall verfügt Ihr Hausarzt bereits über eine derartige Fachausbildung. Eine Alternative bieten außerdem Lungenfachärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte und Kinderärzte mit entsprechender Zusatzqualifaktion.

Hintergrundinformationen zu Allegien

Typische Allergie-Symptome, die eine schnellstmögliche Rücksprache mit Ihrem Arzt erfordern, sind

  • Niesreiz,
  • Husten,
  • Fließschnupfen,
  • gerötete und geschwollene Schleimhäute,
  • Pustelbildung,
  • Atembeschwerden,
  • juckende, tränende und/oder brennende Augen sowie
  • ein Kribbeln in Nase und Rachen.

Als Auslöser kommt eine Vielzahl an unterschiedlichen Stoffen infrage. Grundsätzlich ist eine Allergie immer eine Abwehrreaktion des körpereigenen Immunsystems auf den Kontakt mit unverträglichen, zumeist harmlosen Substanzen. Der Organismus stuft diese als gefährlich ein und reagiert darauf je nach Ausprägung mit milden bis lebensbedrohlichen Krankheitszeichen.

Gerade bei Kindern ist rasches Handeln gefragt. Die Gefahr eines chronischen Verlaufs, allen voran der Entwicklung von Asthma, sowie einer Ausbreitung der Beschwerden von einer Allergie auf eine Vielzahl an allergischen Erscheinungen ist hier besonders hoch. Hinzu kommt die Tatsache, dass Kinder aufgrund ihres noch schwachen Immunsystems besonders anfällig für Allergien, allen voran Lebensmittelallergien, sind. In einem Großteil der Fälle geben sich diese jedoch im Erwachsenenalter.

Ein geschwächtes Immunsystem infolge einer ungesunden Lebensweise, Tablettenkonsum sowie genetische Veranlagung zählen zu den Faktoren, die häufig als Risikofaktoren, wenn nicht Ursache einer Allergie angeführt werden. Entsprechend sind Kinder, deren Eltern unter einer Allergie leiden, besonders gefährdet. Auch Menschen, die regelmäßig und/oder über einen längeren Zeitraum hinweg mit potentiellen Allergenen in Kontakt kommen, neigen zu der Entwicklung einer Allergie.

Das Konzept der „Abhärtung“ bzw. Sensibilisierung scheint bei der Anfälligkeit für Allergien gleichermaßen eine Rolle zu spielen. Diese Annahme entspringt Studien, die belegen, dass Stadtkinder im Vergleich zu Kindern vom Land vermehrt Allergien entwickeln.

Die drastische Zunahme an Patientinnen und Patienten, die unter einer Pollenallergie leiden, wird beispielsweise auf Veränderungen von Klima- und Umweltkonditionen zurückgeführt.

Die wichtigsten Elemente der Allergie-Diagnostik

Die Basis der Allergie-Diagnostik bildet das Gespräch mit dem Arzt, in dem Sie Ihre Symptome oder die Ihres Kindes beschreiben. Darüber hinaus gilt es, Fragen Ihres Arztes zu Ihrer Krankheitsgeschichte zu beantworten. Berücksichtigung finden dabei unter anderem auch vergleichbare Beschwerden bei Familienmitgliedern.

Kommt Ihr Arzt zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit einer vorliegenden Allergie groß ist, so folgen einschlägige diagnostische Verfahren:

Der Pricktest

Bei dem sogenannten Pricktest wird vorsichtig eine geringe Menge der Substanz, auf die Sie scheinbar allergisch reagieren, mithilfe einer Lanzette in die Haut eingeführt. Besonders verbreitet ist außerdem ein Rundum-Test, bei dem gleich mehrere, molekularisch hergestellte und mit unterschiedlichen Allergenen zersetzte Lösungen Verwendung finden. Dazu zählen Nahrungsmittel, Insektenstiche, Tierhaare, Hausstaubmilben, Pollen etc..

Ein positives Testergebnis, das eine tatsächlich vorliegende Allergie gegen einen oder mehrere der Stoffe bestätigt, zeigt sich in Form von Hautrötung und/oder Quallenbildung an der Einstichstelle. Die Dauer bis zum Erhalt eines zuverlässigen Ergebnisses beläuft sich auf 15 bis 20 Minuten.

Der Epikutantest

Dieser Test dient der Abklärung bei Verdacht auf eine Kontaktallergie mit bestimmten chemischen Verbindungen, Konservierungsstoffen und/oder Duftstoffen. Hierzu werden die jeweiligen Substanzen mit einem Pflaster auf dem oberen Rücken fixiert.

Die erste Ablesung der Ergebnisses erfolgt nach 48 Stunden, die zweite nach weiteren 24 Stunden.

Der basophile Stimulationstest (BST)

Dieses auch als CAST („Cellular Antigen Stimulations Test“) bezeichnete Verfahren ist eine ergänzende Methode zu Anamnese, Epikutantest und anderen Formen der Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern.

Dabei dient der Soforttest primär der Abklärung von Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Zusatzstoffen, Bienen- und Wespengift sowie Medikamenten. Ebenfalls kontrolliert werden sogenannte Pseudoallergien gegenüber chemischen Substanzen wie Röntgenkontrastmittel, Lektine etc..

Zur besonderen Zielgruppe zählen unter anderem Kleinkinder sowie Menschen, bei denen der Verdacht auf eine Medikamentenunverträglichkeit besteht.

Eine Alternative zu diesem Verfahren bildet der Bluttest, der das Vorhandensein von IgE-Antikörpern überprüft. Ein hoher Spiegel dieser Allergen-spezifischen Antikörper, die nur in Verbindung mit einer allergischen Reaktion auftreten, gilt als Nachweis für eine Allergie

Die Blutuntersuchung (RAST-Test)

Der sogenannte RAST-Test erfolgt im Labor. Er gibt Aufschluss über das Vorhandensein von Antikörpern im Blut, welche wiederum auf spezielle Allergene verweisen.

Auf den Punkt gebracht sammelt Ihr Allergologe hier wichtige Informationen zur allergischen Sensiblisierung, sprich dem Nachweis, ob Ihr Immunsystem bereits durch einen früheren Kontakt Antikörper gegen das jeweilige Allergen entwickelt hat.

Nachsorge, Behandlungsmethoden: abschließende Betrachtungen

Das Ergebnis der Allergie-Diagnostik entscheidet über die Einleitung von therapeutischen Schritten.

Fällt diese positiv aus, so kommt häufig die sogenannte spezifische Immuntherapie, kurz SIT, zum Einsatz. Diese dient dem Ziel, das Immunsystem zu stärken, so dass es in Zukunft spezifische Allergene besser zu tolerieren vermag. Dabei liegt der Schwerpunkt natürlich auf jenen Stoffen, die im Rahmen der diagnostischen Verfahren als Verursacher für die allergische Reaktion identifiziert wurden. Die Erfolgschancen dieser Behandlungsmethodik werden als „sehr gut“ eingestuft.

Im Rahmen vorbeugender Maßnahmen empfehlen Experten eine allgemeine Stärkung der Abwehrkräfte durch eine insgesamt gesunde Lebensführung.

Quellen

Biedermann, T. u.a. (Hrsg.): Allergologie, Springer-Verlag 2016 (2. Auflage).

Sedlacek, H.: Allergien und Pseudoallergien, De Gruyter Verlag 2020.

Kleine-Tebbe, J./Jakob, T. (Hrsg.): Molekulare Allergiediagnostik, Springer-Verlag 2015.

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