Myom - Medizinische Experten

Myome entstehen als Wucherungen der Muskelschicht in der Gebärmutter. Sie sind gutartige Tumoren, die sich prinzipiell bei jeder Frau entwickeln können. In Europa ist schätzungsweise jede zweite bis fünfte Frau im gebärfähigen Alter betroffen. Da sie die Lebensqualität der betroffenen Frauen mitunter stark einschränken können, suchen nicht wenige Hilfe in einem der spezialisierten Myomzentren.


Medizinischer Lektor Dr. med. Garri Tchartchian

Dieser Artikel wurde nach den Vorgaben aktueller medizinischer Fachliteratur, Leitlinien und wissenschaftlichen Standards verfasst und sorgfältig von Medizinern geprüft.

Übersicht

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Myom - Weitere Informationen

Im Regelfall treten Myome hauptsächlich bei Frauen zwischen dem 25. und 50. Lebensjahr auf. Es können einzelne Muskelknoten oder aber zahlreiche Myome in der Gebärmutterwand auftreten. Myome sind unterschiedlich groß. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen sie bis zu 20 Zentimetern und einem Gewicht von über 4000g angewachsen sind.

Welche Symptome lassen auf Myome schließen?

Circa jede zweite betroffene Frau hat keinerlei Beschwerden –, weshalb bei diesen zunächst nur die Beobachtung notwendig ist. Die anderen leiden hingegen sehr oft unter Blutungsstörungen, wie z. B. eine starke oder langanhaltende, sehr schmerzhafte Menstruation. Seltener kommt es bei Myom-Patientinnen zu unspezifischen Schmerzen im Unterleib, Blasenstörungen wie häufigen Harndrang, Kreuzschmerzen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Symptome entstehen beim Myom immer dann, wenn die Wucherung wächst und dabei auf benachbarte Organe drückt. Dadurch werden teils lebenswichtige Organe des Körpers beeinträchtigt oder Schmerzen ausgelöst. Folgeerkrankungen beim Myom können zum einen der Harnwegsinfekt, zum anderen die Blutarmut (Anämie) sein. In einigen Fällen werden Myome auch als mögliche Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch gesehen und werden in diesem Zusammenhang vom Myomspezialisten behandelt. 

Sind Myome behandelbar?

Bei schwereren Symptomen, sind Myome mithilfe unterschiedlicher Methoden auch behandelbar. Die Therapie hängt dabei in erster Linie von den Symptomen, der Größe und Lage des Myoms, dem Alter der Frauen und ebenso vom Kinderwunsch ab. Zur Therapie von Myomen gehören chirurgische Eingriffe, wie operative Entfernung des Myoms oder die Myomembolisation. Eine andere Möglichkeit ist die Behandlung mit Ultraschall oder die medikamentöse Myomtherapie mit Hormonen, welche jedoch nur kurzzeitig eingesetzt wird.

Etwas schwieriger wird es, wenn die Myome sich vor einer Schwangerschaft entwickeln. Nicht immer machen sich diese Myome in der Schwangerschaft bemerkbar. Im Grundsatz aber fördert eine Schwangerschaft aufgrund der veränderten Hormonsituation das Myom-Wachstum.

Interessant ist ferner die aktuelle Studienlage: Demnach kommen Fehl- und Frühgeburten bei schwangeren Myom-Patientinnen häufiger vor als bei anderen Frauen.

Fachärzte im Myomzentrum

Da gerade die Einflüsse von Myomen auf Kinderwunsch und Schwangerschaft zu einer großen Belastung für Frauen werden können, ist eine besonders enge Abstimmung zwischen Patientin, behandelndem Frauenarzt (Gynäkologin / Gynäkologe) sowie einem eventuell ebenfalls beteiligten spezialisierten Myomzentrum erforderlich.

Die Myomtherapie beruht zudem nicht allein auf der chirurgischen Behandlung, vielmehr gibt es an vielen Myomzentren innerhalb Deutschlands mittlerweile interdisziplinäre Zusammenschlüsse von Ärzten, Pyhsiotherapeuten, u. a. nichtärztlichen Berufsständen.

Für die Behandlung benötigen die zuständigen Spezialisten am Myomzentrum einen Facharzt in der Gynäkologie. Fast ebenso wichtig ist es, dass sich das Myomzentrum, vor, während und nach der Operation um die betroffenen Frauen kümmert. Viele der heute in Deutschland aktiven Myomzentren verfügen daher über ein enges Netzwerk aus Schmerz- und Physiotherapeuten, Selbsthilfegruppen sowie psychologischen Beratern.

Ein zuverlässiges Myomzentrum bietet den Frauen eine umfassende Betreuung über die möglicherweise notwendig gewordene Operation hinaus. Insbesondere psychische Belastungen müssen schnellstmöglich abgefangen werden, um die Lebensqualität der Frauen mit Myomen zu steigern. Ferner wird ein Myomzentrum stets den Erhalt der Gebärmutter anstreben. Sollte eine Entfernung der Gebärmutter dennoch notwendig sein, was in Ausnahmefällen durchaus vorkommen kann, so ist eine solche Operation am besten immer in einem Myomzentrum mit guter fachlicher Expertise vornehmen zu lassen.

Quellen

  • https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/myome [zuletzt aufgerufen am 25.09.19]
Zuletzt aktualisiert am 25.09.2019

Behandlungsschwerpunkte