Struma - Medizinische Experten

Die Schilddrüse ist eines der wichtigsten Organe des Körpers, welches entscheidend an der Produktion von Hormonen beteiligt ist. Doch auch die Schilddrüse kann von Krankheiten heimgesucht werden. Besonders oft kommen Über- oder Unterfunktionen der Schilddrüse vor, die teils drastische Auswirkungen auf den Organismus haben können. Es kann aber auch eine Struma entstehen, welche umgangssprachlich als Kropf bezeichnet wird. Wie sie entsteht und wie mögliche Therapiemethoden aussehen, lesen Sie weiter unten.

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Struma - Weitere Informationen

Die Struma ist eine krankhafte Vergrößerung der Schilddrüse. In den meisten Fällen ist sie so klein, dass man sie weder sehen noch ertasten kann. Allerdings kann sie auch auf die Größe eines Tennisballs anschwellen oder sogar noch größer werden. Die Struma zeigt sich auch in Form von Knoten auf der Schilddrüse. Bei dem Wort Struma handelt es sich um einen lateinischen Begriff, der mit „Geschwulst“ oder „Drüsenschwellung am Hals“ übersetzt werden kann.

Wie entsteht eine Struma?

Die Entstehung einer Struma hat verschiedene Gründe. Sehr häufig liegt bei den betroffenen Patienten ein Jodmangel vor. Dieses wird benötigt, um die Hormone T3 und T4 herzustellen. Da Jod vom Körper nicht selbst produziert werden kann, muss es in ausreichender Menge über die Nahrung zugeführt werden. Von daher ist die Struma ein Krankheitsbild, das nicht zuletzt in Jodmangelgebieten auftritt. Fehlt nun dieser Stoff, vergrößert sich die Schilddrüse, um diesen Mangel wieder auszugleichen. Im Rahmen dieses Vorgangs werden vom Gewebe des Organs Wachstumsfaktoren ausgeschüttet, die zu einer Zellvermehrung führen. Liegt über längere Zeit ein Mangel an Jod vor, können T3 und T4 nicht in ausreichendem Maße hergestellt werden, was in der Konsequenz wieder zu einer vermehrten Ausschüttung von TSH, einem weiteren Schilddrüsenhormon, führt. Dadurch soll die Produktion von T3 und T4 angeregt werden. Als Folge dessen entsteht eine Struma.

Zwar ist der angesprochene Jodmangel die häufigste Ursache, doch es können auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Wenn etwa Hormonstörungen, Autoimmunerkrankungen oder sogar Tumore vorliegen, kann dies ebenfalls die Entstehung einer Struma begünstigen. Zu den bekanntesten Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse zählen Hashimoto, die zu einer chronischen Entzündung führt, oder Morbus Basedow, die oft mit einer Überfunktion der Schilddrüse einhergeht.

Struma ist allerdings nicht gleich Struma. Patienten können zum Beispiel eine Struma entwickeln, bei der die Schilddrüse dennoch normal funktioniert. Sie wird nach verschiedenen Gesichtspunkten eingeteilt:

  • Beschaffenheit
  • Funktion
  • Größe

Welche Beschwerden verursacht eine Struma?

Die Struma muss nicht zwingend Beschwerden verursachen. In vielen Fällen merken die Betroffenen gar nicht, dass sie eine Struma entwickelt haben. Daher wird sie nicht selten erst bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Man spricht hier auch von einer „Struma im Verborgenen“. Dennoch können Patienten, die an einer Struma leiden, über Beschwerden klagen, die auf diese Erkrankung hindeuten. So kann es zum Beispiel zu einem Engegefühl im Hals kommen. Wird der Kropf größer, kann sich dieses Empfinden verstärken, die Patienten klagen häufig auch über das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben. Wenn die Schilddrüse anschwillt, kann sie auch auf die Luftröhre drücken und so das Atmen des Patienten erschweren. Atemnot bei Belastung oder bei bestimmten Bewegungen des Kopfes ist hier die Folge. Ferner können bei einem größeren oder ungünstig gelegenen Kropf auch Probleme mit den Stimmbändern oder Schluckbeschwerden auftreten. Falls der Patient diese Symptome verspürt, ist der Gang zu einem Arzt angezeigt.

Wie wird eine Struma diagnostiziert?

Der Kropf ist in vielen Fällen optisch nicht zu erkennen, sodass hier weitere Untersuchungen folgen. Der Arzt wird den Bereich der Schilddrüse genau abtasten, um so Vergrößerungen oder Knötchenbildung ausmachen zu können. Darüber hinaus kommt hierbei auch ein Ultraschall zur Anwendung, da man hier die Größe der Schilddrüse erkennen kann. Zudem kann der Arzt in den meisten Fällen feststellen, ob es sich um eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma diffusa) oder um Knötchenbildung (Struma nodosa) handelt. Eine Blutuntersuchung kann ebenfalls helfen. Hier wird gezielt der TSH-Wert unter die Lupe genommen. Ist dieser stark erhöht, könnte dies auf einen Jodmangel und somit auf eine Struma hindeuten. Weiterhin können bei einer Blutuntersuchung die Werte von T3 und T4 untersucht werden. Eine Szintigrafie ist bei Verdacht auf einen Kropf ebenfalls angezeigt. Handelt es sich zum Beispiel um eine Struma mit Knötchenbildung, könnten sogenannte kalte Knoten ein Zeichen für Schilddrüsenkrebs sein. Bei einer Szintigrafie können die kalten von den heißen Knoten unterschieden werden. Die Untersuchung wird von einem Radiologen durchgeführt.

Wie kann man eine Struma behandeln?

Es gibt verschiedene Wege, eine Struma zu therapieren. Zum Beispiel kann dem Patienten Jodid gegeben werden, um den Jodmangel, der häufig der Grund für eine Struma ist, auszugleichen. Eine Operation kann ebenfalls das Mittel der Wahl sein. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es sich um eine bösartige Veränderung der Schilddrüse handelt. Aber auch, wenn zum Beispiel das Atmen erschwert wird und die Schilddrüse auf die Luftröhre drückt, können eine Teilentfernung oder eine komplette Entfernung – Teilresektion oder Resektion – nötig werden.

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