Schilddrüsenüberfunktion - Medizinische Experten

Unter einer Schilddrüsenüberfunktion, auch Hyperthyreose genannt, wird eine krankhafte Überfunktion der Schilddrüse verstanden. Dabei entsteht im Körper ein Überangebot an Schilddrüsenhormonen.

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Schilddrüsenüberfunktion - Weitere Informationen

Definition: Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?

In der Medizin wird eine Schilddrüsenüberfunktion auch als Hyperthyreose bezeichnet. Bei dieser Erkrankung stellt die Schilddrüse eine übermäßige Anzahl an Schilddrüsenhormonen her.

Die Schilddrüse des Menschen ist am Hals angesiedelt und befindet sich unter dem Kehlkopf. Sie hat die Aufgabe, aus Jod und Eiweiß die Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) zu produzieren. Diese Schilddrüsenhormone besitzen die Eigenschaft, sich auf das Herz-Kreislaufsystem auszuwirken. Außerdem haben sie Anteil am Energiestoffwechsel im Organismus.

Anatomie Schilddrüse und Nebenschilddrüse

Kommt es zu einer Überfunktion der Schilddrüse, führt dies zur Beschleunigung des Stoffwechsels. Bemerkbar macht sich dies durch einen schnelleren Puls, Schlafprobleme sowie innere Unruhe. Mithilfe einer entsprechenden Behandlung können die Betroffenen jedoch durchaus einem normalen Leben nachgehen.

Die Häufigkeit einer Schilddrüsenüberfunktion ist je nach Alter unterschiedlich. So zeigt sie sich bei Kindern nur selten und tritt mit zunehmendem Lebensalter vermehrt auf. Die Hyperthyreose stellt die zweithäufigste Schilddrüsenerkrankung dar.

Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion

Eine Überfunktion der Schilddrüse kann durch unterschiedliche Ursachen entstehen. Bei ca. 95 Prozent aller Patienten sind jedoch Morbus Basedow oder eine Schilddrüsenautonomie für das Auftreten der Hyperthyreose verantwortlich.

Morbus Basedow ist auch als Basedowsche Krankheit bekannt und zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Dabei bildet das eigene Abwehrsystem sogenannte Antikörper gegen den Organismus. Die Antikörper verfügen über die Fähigkeit, an speziellen Schilddrüsenoberflächenzellen anzudocken, wo sie sich an die Stelle des Hypophysenhormons TSH setzen. Im Normalfall ist TSH für das Herstellen der Schilddrüsenhormone zuständig. Weil die Antikörper nun ebenfalls die hormonbildenden Schilddrüsenzellen stimulieren, kommt es zu einem übermäßigen Anstieg der Hormonkonzentration sowie zu einer leichten Vergrößerung der Schilddrüse, was zu ihrer Überfunktion führt.

Von einer Schilddrüsenautonomie ist die Rede, wenn die Schilddrüse eigenständig Hormone ohne Einfluss der Hypophyse steuert. Dabei kann es sich um einzelne Schilddrüsenabschnitte oder auch die komplette Schilddrüse handeln. Nicht selten entsteht eine Autonomie der Schilddrüse durch Jodmangel. Bei einem Mangel unternimmt die Schilddrüse den Versuch einer Angleichung durch Wachstum. Dies führt in ihr zur Kropfbildung sowie zu knotigen Gewebeveränderungen.

Als weitere mögliche Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion kommen eine Schilddrüsenentzündung, eine Hormontherapie der Schilddrüse in zu hoher Dosierung oder hormonherstellende Tumore infrage.

Symptome der Schilddrüsenüberfunktion

Die Auswirkungen einer Schilddrüsenüberfunktion zeigen sich von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Fast immer wird der Stoffwechsel durch die zu hoch ausfallende Konzentration an Schilddrüsenhormonen beeinflusst und läuft schneller ab. Bemerkbar macht sich dies durch Schweißausbrüche, Herzrasen und Unruhe. Als allgemeine Symptome gelten:

  • Nervosität
  • Empfindlichkeit auf Wärme
  • verstärkter Durst
  • die Abnahme von Gewicht, obwohl ein gesteigerter Appetit besteht
  • Durchfall und Erbrechen
  • Muskelschwäche und Muskelschmerzen
  • Haarausfall
  • Zittern an den Händen
  • eine erhöhte Hauttemperatur

Bei rund 70 bei 90 Prozent aller Patienten vergrößert sich die Schilddrüse. Im Falle von Morbus Basedow kommt es zu Problemen an den Augen wie Lichtempfindlichkeit, Tränenfluss, das Sehen von Doppelbildern, geröteten Augen sowie das Hervortreten der Augäpfel.

Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion

Die Therapie der Schilddrüsenüberfunktion findet zumeist mit Medikamenten statt. Bei den sogenannten Thyreostatika handelt es sich um Schilddrüsenblocker, von denen die überschüssige Bildung an Hormonen innerhalb der Schilddrüse gehemmt wird. Als Wirkstoffe bewährt haben sich Thiamazol und Carbimazol. Im Rahmen der medikamentösen Behandlung übernimmt der Arzt, in der Regel ein Endokrinologe, die regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsen-Hormonwerte, weil die Gefahr eines Rückfalls besteht.

Leidet der Patient unter einer Schilddrüsenautonomie, gelten Medikamente dagegen nicht als sinnvoll. Stattdessen finden eine Radiojodtherapie oder ein chirurgischer Eingriff im Rahmen der Schilddrüsenchirurgie statt. Im Rahmen einer Schilddrüsen-Operation werden der Schilddrüsenkropf oder ein Knoten an der Schilddrüse entfernt. Dies geschieht aber nur, wenn die Radiojodtherapie, bei der dem Patienten radioaktives Jod verabreicht wird, keinen Erfolg zeigt.

Von Bedeutung ist auch die Ernährung bei einer Schilddrüsenüberfunktion. Wurde die Erkrankung nämlich durch einen Jodmangel hervorgerufen, erhält der Patient zum Ausgleich eine zusätzliche Menge an Jod. Als gute zusätzliche Jodquellen gelten außerdem Seefisch, Muscheln und Garnelen.

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