Lebertransplantation - Medizinische Experten

Bei der Leber handelt es sich um ein Organ, welches im Körper eine Reihe von wichtigen Funktionen übernimmt. Unter anderem ist sie an diversen Stoffwechselprozessen beteiligt, kann wichtige Nährstoffe speichern, entgiftet und unterstützt das Immunsystem. Wenn also ein schwerer Leberschaden vorliegt und das Organ seine Aufgaben nicht mehr wahrnehmen kann, ist eine Transplantation oft der letzte Ausweg.

Wie eine Lebertransplantation abläuft, welche Erkrankungen zu Leberschäden führen und worauf der Patient achten muss, wird im Text weiter unten erläutert.

Übersicht

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Lebertransplantation - Weitere Informationen

Die Lebertransplantation ist die Verpflanzung dieses Organs - auch in Teilen - in den Körper eines anderen Menschen. Die Leber kann entweder aus einer Organspende eines Verstorbenen oder durch eine Lebendspende bereitgestellt werden. Anders als bei einer geschädigten Niere (Dialyse), gibt es aktuell keine künstliche Methode, um die grundlegenden Funktionen der Leber zu imitieren. Die Verpflanzung ist oft die letzte Überlebenschance für Patienten. Eine Transplantation ist ein sehr teurer Eingriff. Er kann Kosten von knapp 200.000 Euro verursachen, die von der gesetzlichen Krankenkasse getragen werden.

Wann benötigt ein Patient eine Lebertransplantation?

Wenn es die eigene Leber nicht mehr schafft, wichtige Aufgaben wie etwa das Entgiften zu bewältigen, benötigt der Patient ein neues Organ. Die Leber kann aus verschiedenen Gründen beeinträchtigt sein. Sowohl angeborene Schädigungen als auch Erkrankungen wie Leberkrebs, Hepatitis oder eine durch exzessiven Alkoholmissbrauch hervorgerufene Leberzirrhose können irreparable Schäden und somit eine Transplantation nach sich ziehen.

Wie läuft eine Lebertransplantation ab?

Analog zur Transplantation anderer Organe, gibt es auch bei einer Lebertransplantation mehrere Etappen auf dem langen Weg:

  • Wartezeit
  • Untersuchungen und Operation
  • Nachsorge, evtl. mit psychischer Betreuung

Wartezeit

Die Wartezeit muss von Patienten - auch von akuten Fällen - in Kauf genommen werden. Es werden viel mehr Organe benötigt, als zur Verfügung stehen. Daher gibt es eine Warteliste, auf die man sich setzen lassen muss. Diese Wartelisten sind auch bei anderen Organen wie Herz, Niere oder Lunge üblich. Für Menschen mit schweren Leberschäden ist die mitunter lange Wartezeit - sie kann Monate oder Jahre betragen - gefährlich, da die Funktionen der Leber nicht durch bestimmte Techniken kompensiert werden können.

Untersuchungen und Operation

Wenn eine Spenderleber gefunden wurde, muss es schnell gehen. Neben grundlegenden Untersuchungen, in denen es um Vorerkrankungen, den allgemeinen Gesundheitszustand sowie um die Kompatibilität zwischen Spenderorgan und Patient geht, muss die Operation vorbereitet werden. Nach der Entnahme muss das Organ in einem Zeitfenster von 16 bis 24 Stunden verpflanzt werden. Je länger man die Lebertransplantation hinauszögert, desto schlechter werden die Funktionen. Die eigentliche Operation dauert etwa acht Stunden. Hierbei können auch Teile einer gesunden Leber verpflanzt werden. Denn die besondere Anatomie ermöglicht es, Teile einer Spenderleber unter mehreren Patienten aufzusplitten. Vor allem bei der Übertragung von erwachsenen Patienten auf Kinder kann diese Methode zum Einsatz kommen.

Nachsorge und Betreuung

Nach dem Eingriff verbleibt der Spender einige Tage im Krankenhaus. Der Empfänger wird dagegen ein wenig länger in der Klinik bleiben müssen. Diese Zeit wird nicht nur zur Erholung genutzt, sondern auch, um die Medikamente optimal einzustellen. Konkret ist hier von Immunsuppressiva die Rede. Diese kommen deshalb zum Einsatz, da der Körper ein fremdes Organ "bekämpfen" wird. Mit der Gabe dieser Medikamente wird die Abstoßungsgefahr reduziert. Wichtig: Auch die psychologische Behandlung sollte nach einem derart schwerwiegenden Eingriff nicht zu kurz kommen.

Gibt es Komplikationen? Wie hoch ist die Lebenserwartung nach einer Lebertransplantation?

Beide Fragen kann man nicht eindeutig beantworten. Grundsätzlich kann es während und nach jedem operativen Eingriff zu Komplikationen kommen. Infektionen, Blutungen oder Wundheilungsstörungen können auftreten. Zu den weiteren Komplikationen zählt auch das Abstoßen des eingepflanzten Organs. Die Lebenserwartung nach einem Eingriff hängt von verschiedenen Fragen ab: Wie lange war die Leber bereits geschädigt? Welche Vorerkrankungen führten zu der Schädigung? Wie alt ist der Patient? Wie gestaltet er nach der Verpflanzung seinen Lebenswandel? Grundsätzlich liegen die Einjahres-Überlebensraten bei mehr als 90 Prozent und die Zehnjahres-Überlebensraten bei mehr als 70 Prozent. Da sich die Medizin stetig weiterentwickelt, könnten diese Zahlen künftig ansteigen.

Welche Erkrankungen können eine Lebertransplantation nötig machen?

Exzessiver Alkoholmissbrauch, Tumorerkrankungen oder aber auch Hepatitis zählen zu den bekanntesten Gründen für schwere Leberschäden. Darüber hinaus gibt es noch andere Erkrankungen - etwa Schäden der Gallenwege oder der Lebervenen - die die Leber funktionsunfähig machen können.

Unter anderem folgende Erkrankungen schädigen die Leber:

Welcher Arzt führt eine Lebertransplantation durch?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, für einen solchen Eingriff einen guten Spezialisten aufzusuchen. Mediziner aus der Viszeralchirurgie, Leberchirurgie oder der Gastroenterologie sind hierfür geeignet. Liegt eine Tumorerkrankung vor, wird auch ein Onkologe hinzugezogen. Der behandelnde Arzt wird den Patienten an den entsprechenden Spezialisten überweisen.

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