Epigastrische Hernie - Medizinische Experten

Eine epigastrische Hernie, auch Hernia epigastrica oder Oberbauchbruch genannt, ist ein Bauchwandbruch, der an der Mittellinie des Oberbauchs zwischen dem unteren Ende des Brustbeins (Schwertfortsatz) und dem Bauchnabel lokalisiert ist.

Alles über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten lesen Sie weiter unten.

Übersicht

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Epigastrische Hernie - Weitere Informationen

Bei einer epigastrischen Hernie entsteht entlang der sogenannten Linea alba, d.h. der senkrechten Bindegewebsnaht in der Mitte des Bauches, die durch die Vereinigung der Sehnen der seitlichen Bauchwandmuskeln gebildet wird, eine Lücke in der Bauchwand (Bruchpforte), durch die sich Teile des sogenannten großen Netzes, das aus Binde- und Fettgewebe besteht, sowie in seltenen Fällen auch Teile des Dünndarms als Bruchinhalt in eine sackartige Ausstülpung des Bauchfells (Bruchsack) nach außen vorwölben. Die epigastrische Hernie entspricht damit anderen äußeren Hernien wie beispielsweise dem Leistenbruch, der Narbenhernie oder der Nabelhernie.

Häufigkeit der epigastrischen Hernie

Die epigastrische Hernie kommt deutlich seltener vor als etwa der Leistenbruch oder die Nabelhernie. So macht sie nur etwa 1,6 bis 3,6 Prozent aller Bauchwandhernien aus. Betroffen sind meist Menschen im mittleren Lebensalter. Männer und Frauen erleiden dabei etwa gleich häufig eine epigastrische Hernie.

Ursachen und Risikofaktoren der epigastrischen Hernie

Zur Entstehung einer epigastrischen Hernie kommt es, wenn die Bauchwand aufgrund einer angeborenen Bindegewebsschwäche geschwächt ist und gleichzeitig ein erhöhter Bauchinnendruck entlang der Mittellinie des Bauches vorliegt. Eine Erhöhung des Bauchinnendrucks kann unter anderem durch häufiges Husten, beispielsweise bei chronischen Lungenerkrankungen, häufiges und starkes Pressen beim Stuhlgang, beispielsweise bei einer chronischen Stuhlverstopfung, sowie vermehrtes Tragen von schweren Lasten hervorgerufen werden. Darüber hinaus gehören auch Übergewicht, eine Schwangerschaft und Bauchwassersucht (Aszites) zu den Risikofaktoren, die die Entstehung einer epigastrischen Hernie begünstigen können.

Symptome der epigastrischen Hernie

Eine epigastrische Hernie äußert sich in der Regel durch eine Vorwölbung entlang der Mittellinie des Oberbauchs zwischen dem Brustbein und dem Bauchnabel, die von außen sicht- und/oder tastbar ist. Zudem gehören starke und plötzlich auftretende Schmerzen im Oberbauch, die durch eine Erhöhung des Bauchinnendrucks, etwa beim Husten, beim Stuhlgang, oder beim Heben schwerer Lasten, verursacht bzw. verstärkt werden, zu den typischen Symptomen einer epigastrischen Hernie. Kommt es bei einer großen epigastrischen Hernie zur Einklemmung von Eingeweiden in der Bruchpforte können neben starken, anhaltenden Schmerzen zudem auch Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Hernia epigástrica

Diagnose der epigastrischen Hernie

Eine epigastrische Hernie wird meist im Rahmen eines ausführlichen Anamnesegesprächs und einer eingehenden körperlichen Untersuchung diagnostiziert. Während des Anamnesegesprächs wird der Patient gründlich zu seinen Beschwerden, Lebensumständen und seiner Krankheitsgeschichte befragt. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt den Oberbauch des Patienten gründlich ab. Bei dieser sogenannten Palpation kann der Arzt gegebenenfalls schon die Bruchpforte und den vorgewölbten Bruchsack ertasten und so die Diagnose einer epigastrischen Hernie stellen. Im Anschluss daran können auch noch bildgebende Untersuchungen wie die Ultraschalluntersuchung, die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie zum Einsatz kommen, um die epigastrische Hernie sicher und eindeutig diagnostizieren oder andere Krankheiten ausschließen oder bestätigen zu können.

Behandlung der epigastrischen Hernie

Da sich eine epigastrische Hernie nicht von alleine zurückbildet, die Beschwerden mit der Zeit immer schlimmer werden können und zudem die Gefahr einer Einklemmung von Eingeweiden in der Bruchpforte besteht, sollte ein Oberbauchbruch stets operativ im Rahmen der Hernienchirurgie behandelt werden. Zur chirurgischen Behandlung einer epigastrischen Hernie stehen dabei mit dem Bruchverschluss durch eine direkte Naht (Fasziennaht) und dem Bruchverschluss durch die Einpflanzung eines Kunststoffnetzes prinzipiell zwei Operationstechniken zur Verfügung. Die Operation kann sowohl minimal-invasiv, als auch im Rahmen eines offenen Eingriffs erfolgen. Welches Operationsverfahren zum Einsatz kommt, hängt von der Größe der epigastrischen Hernie und dem Ausmaß der Beschwerden ab.

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