Gynäkomastie - Medizinische Experten

Der Begriff Gynäkomastie ist die medizinische Bezeichnung für eine Vergrößerung der männlichen Brust. Er leitet sich aus dem Griechischen Wort für "Frauen-Brüste" ab. Die chirurgische Gynäkomastie-Behandlung kann in einer Fettabsaugung und/oder Ausschneiden von überschüssigem Drüsengewebe mit oder ohne Haut bestehen.

Weitere Informationen zur Gynäkomastie-OP finden Sie im Text weiter unten.

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Gynäkomastie - Weitere Informationen

Was versteht man unter Gynäkomastie?

Gynäkomastie ist eine medizinische Bezeichnung für vergrößerte Brüste bei Männern. Das Wort leitet sich aus dem Griechischen ab für "Frauen-Brüste". Männer, die unter einer Gynäkomastie leiden, kommen oft in Verlegenheit, werden gehänselt oder erleben soziale Traumata. Dies trifft vor allem auf Jugendliche und jüngere Männer zu. Diese tragen dann eher locker sitzende als enge Hemden und vermeiden Sport und Aktivitäten mit nacktem Oberkörper. Die Betroffenen sollten etwas Trost in der Tatsache finden, dass sie nicht allein sind. Gynäkomastie kommt bei geschätzten 40 bis 60 Prozent der männlichen Bevölkerung vor. Es kann dabei nur eine Brust oder beide Brüste betroffen sein.

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Von Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Was sind die Ursachen einer Gynäkomastie?

Einige Medikamente, wie anabole Steroide, Medikamente mit Östrogen, Alkohol und Marihuana, können neben genetischen Gründen die Ursache für vergrößerte Brüste bei Männern sein. Es gibt aber auch einige medizinische Ursachen, wie Krebs oder eine eingeschränkte Leberfunktion. Beim Großteil der Gynäkomastie-Patienten geht man jedoch von bisher unbekannten Gründen aus.

Überschüssiges Fett- oder Drüsengewebe, vor allem entlang der unteren Brust, sind ursächlich für die Schaffung einer "weiblichen" Kontur. Ernährung und Bewegung kann helfen, überschüssiges Fett zu reduzieren, aber immer nur generalisiert. Es gibt keine Möglichkeit, speziell das Fett der Brust zu reduzieren. Auch gibt es weder eine Diät noch spezielle Übungen, die dazu beitragen, überschüssiges Drüsengewebe abzubauen. Im Gegenteil, verstärktes Trainieren der Brustmuskulatur verschiebt das darüber liegende Fett- und Drüsengewebe weiter nach vorne und führt so zu einer optisch verstärkten Gynäkomastie.

Wer ist ein guter Kandidat für eine Gynäkomastie-OP?

Die besten Kandidaten für eine männliche Brustverkleinerung sind diejenigen mit festen Konturen und elastischer Haut. Das Verfahren eignet sich für Männer jeden Alters, die gesund sind. Im Fall von Teenagern sollte eine Operation bis zum 17. Geburtstag vertagt werden, um die individuelle Pubertät mit körperlicher und emotionaler Reifung abzuwarten. Sollte die Gynäkomastie bis dahin nicht verschwunden sein, ist man gut beraten, das Problem durch eine chirurgische Behandlung anzugehen. Ein längeres Warten über das Alter von 18 oder 19 Jahren hinaus verursacht bei den Jugendlichen oft große emotionale Probleme. Eine kostenlose Beratung mit dem plastischen und ästhetischen Chirurgen kann sowohl dem Patienten wie auch seinen Eltern die notwendige Hilfe bieten, um eine richtige Entscheidung zu treffen.

Wie läuft die männliche Brustverkleinerung bei einer Gynäkomastie ab?

Je nach Art und Umfang der Gynäkomastie kann die männliche Brust durch Fettabsaugung allein reduziert werden und/oder durch Ausschneiden überschüssigen Drüsengewebes mit oder ohne Haut. Der Eingriff dauert im Durchschnitt zwei Stunden und wird meistens ambulant mit Vollnarkose oder unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Wenn es sich nur um überschüssiges Fettgewebe handelt, das die Haut nicht übermäßig gedehnt hat, ist eine alleinige Fettabsaugung ausreichend, um eine normale Brustkontur zu erzielen. Es sollten dann sehr kleine Einschnitte in der Nähe der Brustwarze vorgenommen werden, um über diese mit sehr schmalen Kanülen das Fett abzusaugen. In solchen Fällen werden die Narben sehr klein und kaum sichtbar. Die Ergebnisse sind dauerhaft.

Wenn die Gynäkomastie nicht nur durch Fetteinlagerungen, sondern auch durch überschüssiges Drüsengewebe verursacht wird, muss ein Schnitt entlang der Areola (Brustwarzenhof) erfolgen. Über diesen Schnitt kann dann das überschüssige Drüsengewebe entfernt werden. In sehr ausgeprägten Fällen kann über diesen Zugang auch überschüssige Haut entfernt werden, sodass es gleichzeitig zu einer Straffung der Brust kommt.

Mögliche Komplikationen und Risiken der Gynäkomastie-OP

Bei einigen Patienten kann es vorübergehend zu Taubheitsgefühlen im Brustbereich kommen, die bis zu einem Jahr anhalten können. Seltene Komplikationen im Zusammenhang mit diesem Verfahren sind, wie bei vielen chirurgischen Eingriffen,

  • die Möglichkeit einer Infektion,
  • Wassereinlagerungen,
  • Blutungen,
  • breite Narben,
  • Pigmentveränderungen oder
  • postoperative Asymmetrie.

Wenn auch sehr selten, kann es notwendig werden, dass eine zweite Operation erfolgen muss, um eine bessere Straffung des Gewebes zu schaffen.

Genesung nach der chirurgischen Gynäkomastie-Behandlung

Die Ausfallzeiten nach dieser Prozedur sind sehr kurz und die Patienten können in der Regel nach einer Woche wieder arbeiten, es sei denn, die Arbeit ist sehr anstrengend. Die Narben um die Brustwarze herum werden erst nach einiger Zeit verblassen. Es kann vorübergehend zu einigen Blutergüssen und Schwellungen kommen. Zur Unterstützung des Heilungsprozesses bekommt der Patient ein elastisches Mieder für 3 bis 6 Wochen. Wenn man die Möglichkeit hat, ist auch Lymphdrainage sehr sinnvoll. Auf die Narben sollte für mindestens 6 Monate keine Sonne bzw. UV-Licht strahlen. So kann der Patient schon nach relativ kurzer Zeit seine festere, flachere und mehr konturierte Brust genießen. Selbstverständlich kann jeder Patient das "männliche Profil" durch Training der Brustmuskulatur noch verbessern.

Autor: Dr. med. Christian Lenz

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