Brustverkleinerung - Medizinische Experten

Während die Brustvergrößerung meist aus rein kosmetischen Gründen vorgenommen wird, hat die Brustverkleinerung tatsächlich auch eine medizinische Indikation. Welche das ist und wie eine Brustverkleinerung durchgeführt ist, erklärt der folgende Text.

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Brustverkleinerung - Weitere Informationen

Für die einen ist es ein Ideal, dass sie gerne erreichen möchten, für die anderen jedoch sind große Brüste eine enorme Belastung. Die Brust kann bei manchen Frauen sehr groß werden und hat dann natürlich ein sehr hohes Eigengewicht. Aufgrund dessen kann die betroffene Frau häufig nicht mehr richtig schlafen, weil die Brüste auf den Brustkorb drücken oder ständig wund sind. Auch wirkt das Gewicht beim Gehen und Stehen sehr stark auf die Wirbelsäule ein – Haltungsfehler, Nacken- und Rückenschmerzen drohen!

Beweggründe für eine Brustverkleinerung

Viele Frauen wünschen sich festere und jugendlichere Brüste. Die Gründe, warum sich Frauen letztendlich für eine Brustverkleinerung entscheiden, sind dabei sehr vielfältig. So können übergroße oder hängende Brüste zum einen das Körper- und Selbstbewusstsein einer Frau so stark beeinflussen, dass sie sich bei körperlichen Aktivitäten oder beim Sexualverkehr gehemmt fühlt. Zum anderen können zu große, hängende Brüste auch Schmerzen in der Brust, im Nacken und im Rücken verursachen.

Ein weiterer möglicher Beweggrund für eine Brustverkleinerung ist eine veränderte Brustform in Folge einer Schwangerschaft oder starken Gewichtsabnahme. So können etwa auch normal große Brüste nach einer Schwangerschaft oder Diät an Fülle, Festigkeit, Elastizität und Spannkraft verlieren.

Was geschieht bei einer Brustverkleinerung?

Kommt es zu solchen Belastungen für die Frau kann eine Operation nötig werden, um die Brust zu verkleinern. Bei der Brustverkleinerung handelt es sich um eine plastische Operation, die die Formung einer kleineren, leichteren und festeren Brust zum Ziel hat. Der Eingriff erfolgt immer in einer spezialisierten Klinik.

Da die weibliche Brust hauptsächlich aus Fett und Drüsengewebe besteht, wird der Chirurg bei der Brustverkleinerung vor allem Fett absaugen. Dazu führt der Arzt einen Schnitt entlang der Brustwarze und schafft somit einen Zugang zum Innenleben der Brust. Zunächst wird im unteren Brustbereich überflüssiges Haut- und Brustgewebe entfernt. Anschließend wird mit den verbleibenden oberen Anteilen der Brust eine neue Brust geformt.

Um zu gewährleisten, dass die Patientin auch nach der Brustverkleinerung normal empfinden und ihre Fähigkeit zu stillen behalten kann, wird die Brustwarze in der Regel zusammen mit den Nerven und Blutgefäßen versetzt. Gegebenenfalls muss zusätzlich überschüssiges Fettgewebe entfernt oder ein Brustimplantat eingesetzt werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Wann ist eine Brustverkleinerung medizinisch indiziert?

Ab einem Reduktionsgewicht von 500 bis 800 Gramm pro Brust und wenn die Frau unter der Belastung ihrer großen Brüste leidet, ist eine Busenverkleinerung medizinisch indiziert. Diese medizinische Indikationsstellung ist wichtig, denn nur dann kann die Frau die Kosten ihrer Brustverkleinerung bei der Krankenkasse abrechnen lassen.

Was kostet eine Brustverkleinerung?

In Deutschland liegen die Preise für den Eingriff zwischen 4.500 und 7.000 Euro. Das dabei eine solche Preisspanne herrscht, hängt den Experten zufolge damit zusammen, dass eine Brustverkleinerung immer ein individueller Eingriff ist und daher auch von verschiedensten Faktoren abhängt, wie z. B. der Art der notwendigen Operation. Bei eingen Frauen ist lediglich die Fettabsaugung notwendig. Bei anderen jedoch muss die Brustwarze versetzt werden oder eine Bruststraffung erfolgen, um das abgesaugte Gewebe auszugleichen.

Voraussetzungen für eine Brustverkleinerung

Prinzipiell kann eine Brustreduktion zwar in jedem Alter erfolgen. Das Körperwachstum sollte vor dem Eingriff aber abgeschlossen und die Brüste sollten voll entwickelt sein.

Vorbereitungen und Voruntersuchungen bei einer Brustverkleinerung

Vor einer Brustreduktion sind in manchen Fällen Voruntersuchungen wie eine Mammographie oder eine Ultraschalluntersuchung der Brüste sinnvoll. Mithilfe dieser Voruntersuchungen, die am Vortag des Operationstermins in der Klinik durchgeführt werden, lassen sich vor der Operation Gewebeveränderungen der Brüste feststellen.

Um der Entstehung von Wundrandnekrosen nach der Brustverkleinerung vorzubeugen bzw. um das Risiko von Wundrandnekrosen zu minimieren, sollten Raucherinnen in den vier Wochen vor dem Operationstermin weitestgehend auf das Rauchen verzichten oder es zumindest stark einschränken. Zudem sollten in den zwei Wochen vor der Operation keine Schmerzmittel wie Aspirin eingenommen werden, da diese die Blutgerinnung verzögern können. Ebenso sollte auch auf die Einnahme von Schlafmitteln und den Konsum von Alkohol verzichtet werden.

Vorgehen bei einer Brustverkleinerung

Eine Brustverkleinerung wird meist unter stationären Bedingungen im Rahmen eines 3 bis 8 Tage dauernden Krankenhausaufenthaltes durchgeführt. Die Operation kann entweder unter örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden und dauert je nach Ausmaß des Eingriffs zwischen 1 und 2 Stunden.

Bei einer Brustreduktion stehen verschiedene, stark variierende Operationsmethoden zur Verfügung. So sind beispielsweise verschiedene Schnittführungen möglich. Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt dabei von den individuellen Vorstellungen und den körperlichen Voraussetzungen der Patientin ab.

Im Normalfall werden bei einer Brustverkleinerung zwei Hautschnitte gemacht. Der erste Hautschnitt verläuft rund um den Warzenhof, der meist verkleinert wird. Der zweite Hautschnitt verläuft vom unteren Rand des Warzenhofs zur unteren Brustfalte. Manchmal kann auch ein weiterer Hautschnitt entlang der natürlichen Brustfalte notwendig werden.

Während der Operation wird zunächst das überflüssige Brustgewebe entfernt. Anschließend wird der verbliebene Drüsenkörper neu geformt, wobei auch die Brustwarze inklusive der Nerven und Blutgefäße in eine neue Position gebracht wird, und nach oben verlagert. Dort wird der Drüsenkörper zum einen durch versenkte Nähte am Muskel und zum anderen durch die Hautstraffung der Brust befestigt.

Zum Abschluss wird die Wunde mit feinsten Fäden vernäht und es werden Drainagen angelegt, die den ungehinderten Abfluss von Blut und Gewebeflüssigkeit ermöglichen sollen. Zudem wird über den Brüsten ein straff sitzender Verband angelegt.

Was sind die Risiken einer Brustverkleinerung?

Bei einer Brustreduktion, die immer eine chirurgische Operation darstellt, ist stets mit gewissen Risiken verbunden. So sind etwa nach der Operation

  • Wundheilungsstörungen, die zu einer unschönen Narbenbildung führen, sowie
  • dauerhafte Spannungsgefühle,
  • Schmerzen,
  • Blutergüsse und
  • Infektionen

möglich. Weitere mögliche Komplikationen einer Brustreduktion sind leichte Unterschiede der Brustform sowie Sensibilitätsverluste und Durchblutungsstörungen im Bereich der Brustwarzen. Das Risiko steigt dabei mit der Größe der zu operierenden Brüste. Erfahrene Chirurgen werden Sie darüber aufklären und den notwendigen Eingriff so klein wie irgend möglich halten.

Welche Narben bleiben nach einer Brustverkleinerung zurück?

Eine Brustverkleinerung bleibt auch beim erfahrensten Spezialisten immer ein chirurgischer Eingriff. Da in vielen Fällen jedoch über den Schnitt entlang des Brustwarzenhofes ein Zugang zum Brustinneren gelegt werden kann, ist die Vernarbung später kaum sichtbar. Je größer aber der Eingriff an der Brust, desto höher ist selbstverständlich das spätere Vernarbungsrisiko.

Unterschiede der Brustform

Der postoperative Heilungsprozess kann nach einer Brustverkleinerung zu Veränderungen der Haut und des Gewebes an den operierten Brüsten führen und so leichte Unterschiede der Brustform zur Folge haben. Diese können aber im Rahmen eines weiteren kleinen Eingriffs wieder korrigiert werden.

Sensibilitätsverlust und Durchblutungsstörungen an der Brustwarze

Insbesondere wenn bei einer Brustreduktion mehr als 500 Gramm Gewebe pro Brust entfernt werden, ist es möglich, dass anschließend ein Sensibilitätsverlust an der Brustwarze auftritt. Zudem können Durchblutungsstörungen der Brüste in sehr seltenen Fällen eine Abstoßung von Gewebe zur Folge haben. Das betroffene Gewebe müsste dann im Rahmen einer erneuten Operation durch körpereigene Haut ersetzt werden.

Vorbeugung von Komplikationen einer Brustverkleinerung

Um dem Auftreten von Komplikationen bei einer Brustverkleinerung vorzubeugen, ist es wichtig, dass die Patientin den Chirurgen vor der Operation über bestehende Krankheiten oder Allergien, etwa gegen Medikamente oder Pflegemittel, informiert. Außerdem sollte die Patientin dem Arzt mitteilen, wenn sie zu auffälligen blauen Flecken oder anhaltenden Blutungen nach leichten Verletzungen neigt. In diesem Fall sollte vor der Operation mit geeigneten Untersuchungen ausgeschlossen werden, dass die Patientin unter Blutgerinnungsstörungen leidet. Plant die Patientin eine Schwangerschaft oder eine starke Gewichtsreduktion, sollte sie dies ebenfalls dem Chirurgen mitteilen, da dies das langfristige Ergebnis der Brustverkleinerung in großem Maße beeinträchtigen und die Brustform stark verändern kann.

Nach der Brustverkleinerung

Direkt nach der Operation treten meist leichte Schmerzen sowie mehr oder weniger starke Schwellungen und Blutergüsse auf, die aber innerhalb von mehreren Tagen bis Wochen wieder nachlassen. Zudem ist es möglich, dass die Berührungsempfindlichkeit und das normale Empfinden der Brustwarzen nach der Operation für einige Monate beeinträchtigt sind.

Bereits wenige Tage nach der Operation ist die Patientin wieder weitestgehend wohlauf und nach etwa 3 bis 4 Wochen ist sie wieder voll arbeitsfähig. Eine endgültige Bewertung der Brustverkleinerung ist in der Regel nach 6 Monaten möglich. Die Narben der Hautschnitte und eventuelle Verhärtungen bilden sich meist in den folgenden 1 bis 2 Jahren zurück, bis sie kaum noch sichtbar sind.

Nachbehandlung nach einer Brustverkleinerung

Bereits wenige Tage nach der Operation kann die Patientin, sofern es die Naht- und Verbandtechnik zulässt, wieder normal duschen. In den ersten Wochen nach der Brustverkleinerung sollten die operierten Brüste möglichst geschont und äußerst behutsam behandelt werden. Überbeanspruchungen, etwa bei sportlichen Aktivitäten, Hausarbeiten oder beim Geschlechtsverkehr, sollten daher vermieden werden.

Zudem sollten die Oberarme in den ersten Wochen nach der Brustverkleinerung sehr vorsichtig bewegt werden. Schnelles Dehnen und Strecken ist daher zu vermeiden. Ebenso ist es wichtig, nachts in der Rückenlage und keinesfalls auf dem Bauch zu schlafen, um Störungen der inneren Wundheilung zu vermeiden.

Möglichst frühzeitig nachdem die Verbände und Fäden entfernt wurden sollte die Patientin damit beginnen, einen Büstenhalter zu tragen. Dieser sollte nach der Brustverkleinerung mindestens 3 Wochen lang rund um die Uhr getragen werden, um durch den gleichmäßigen Druck einer übermäßigen Narbenbildung entgegen zu wirken. Wichtig ist dabei, dass dieser BH optimal sitzt und die Brust stützt, aber nicht einengt.

Zur Unterstützung des Heilungsprozesses bieten sich kalte Duschen, die die Durchblutung anregen, sowie eine angemessene Hautpflege und Massagen an. Lymphdrainagen können zudem in den ersten Wochen nach der Brustreduktion Schwellungen und Spannungen entgegenwirken.

Welche Fachärzte und Spezialisten führen eine Brustverkleinerung durch?

Brustverkleinerungen und andere ästhetische Operationen wie die Brustvergrößerung oder das Facelifting werden heute von einer Vielzahl Kliniken und Zentren angeboten. Achten Sie aber zuallererst darauf, dass der leitende Chirurg ein ausgewiesener Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie ist. Dann sind Sie medizinisch gesehen in guten Händen.

Ergebnis einer Brustverkleinerung

Durch eine Brustreduktion kann eine dauerhafte Veränderung der Größe und Form der Brüste erzielt werden. Allerdings kann sich die Form der Brüste nach einer Brustverkleinerung im Laufe der Zeit durch Gewichtsveränderungen oder den natürlichen Alterungsprozess wieder verändern, was einen erneuten Eingriff notwendig machen kann.

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