Spinalkanalstenose - Ursachen, Symptome, Therapie

SpinalkanalstenoseBei der Spinalkanalstenose, die auch enger Spinalkanal, Spinalkanalverengung, Spinalstenose, spinale Stenose und Wirbelkanalverengung genannt wird, handelt es sich um eine meist degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, bei der es, insbesondere bei älteren Personen, zu einer Verengung des Wirbelkanals kommt. In Abhängigkeit von der Lokalisation der Verengung kann eine zervikale Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule und eine lumbale Spinalkanalstenose der Lendenwirbelsäule unterschieden werden. Die Form der lumbalen Spinalstenose tritt am häufigsten auf.

Die Wirbelkanalverengung kann sich zum einen bei angeborenen Defekten ausbilden, wie beispielsweise bei einem ausgeprägten Hohlkreuz, bei Wirbelgleiten oder bei Fehlbildungen der Wirbelsäule. Weit häufiger ist allerdings eine Spinalkanalstenose Folge von Abnutzungserscheinungen der Wirbel und der Bandscheiben. Daher wird die Spinalstenose gelegentlich auch zu den degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule gerechnet. Häufige Symptome einer Spinalstenose sind zunehmende Ermüdbarkeit der Beine, Schmerzen beim Gehen und bestimmten Bewegungen, durch ein Hohlkreuz ausgelöste Schmerzen, die vom unteren Rücken in die Beine ausstrahlen, gelegentlich kommt es auch zu Empfindungsstörungen und anderen Beschwerden. Eine Wirbelkanalverengung kann durch bildgebende Verfahren (z. B. MRT) diagnostiziert werden. Die Symptomatik kann häufig durch konservative Maßnahmen wie Physiotherapie und der Einnahme von Arzneimitteln gelindert werden. Daneben kann die Spinalstenose durch eine minimal-invasive Operation ursächlich behandelt werden.

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Spinalkanalstenose: Hintergrund

Aufbau der WirbelsäuleDie aus 33 Wirbelkörpern bestehende Wirbelsäule besteht aus den Abschnitten Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule, Kreuzbein und Steißbein. Von den Wirbelkörpern gehen zu beiden Seiten Querfortsätze und nach hinten der Wirbelbogen ab, der den Wirbelkanal (Spinalkanal) bildet. Im Wirbelkanal verläuft das sehr empfindliche Rückenmark, das aus Nervenfasern besteht, über die Signale aus dem Gehirn an beispielsweise Beine und Arme weitergeleitet werden. Der Spinalkanal bildet einen knöchernen Schutz für das Rückenmark. Kommt es zu einer Verengung (medizinisch Stenose) des Wirbelkanals, spricht die Medizin von einer Wirbelkanalverengung bzw. von einer Spinalkanalstenose. Diese spinale Stenose kann im Bereich der Halswirbelsäule, dann wird von einer zervikalen Spinalkanalstenose gesprochen, und vor allem an der Lendenwirbelsäule, dann liegt eine lumbale Spinalkanalstenose vor, vorkommen.

Die Wirbel, insbesondere im Lendenwirbelbereich, sind durch den aufrechten Gang starken Belastungen ausgesetzt. Durch die S-förmige Wirbelsäule und die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern werden die Stöße und mechanischen Einflüsse in jungen Jahren noch relativ gut abgefedert. Mit zunehmendem Alter jedoch wird die Wirbelsäule weniger flexibel und stärker abgenutzt, sodass es durch Osteoporose und Umbauprozesse an den Knochen, aber auch durch Bandscheibenvorfälle zu einer Wirbelkanalverengung kommen kann. Deshalb tritt die Spinalkanalstenose besonders häufig bei älteren Menschen auf.

Ursachen einer Spinalkanalstenose

Alters- und belastungsabhängige degenerative Veränderungen (Verschleißerscheinungen) an der Wirbelsäule entwickeln sich bei den meisten Menschen im Alter. Dies ist Teil des normalen Alterungsprozesseses. Sie verursachen jedoch nicht immer klinische Beschwerden. Häufig kommen bei der Entwicklung einer Spinalstenose weitere Faktoren zusammen, die dann zu Beschwerden führen. Beispielsweise kann es durch knöcherne Auswüchse am Wirbelkanal, durch degenerative Veränderungen und Vorwölbungen der Bandscheibe und durch Arthrosen der kleinen Wirbelbogengelenke zu einer Verengung des Wirbelkanals und/oder zu Einengungen von Arterien kommen. Als Folge davon wird das Rückenmark durch den nun zu engen Kanal gereizt bzw. die Nervenwurzeln werden nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, was zu den typischen Beschwerden einer Spinalstenose führt: Missempfindungen und Schmerzen, die in die Beine ausstrahlen.

Spezialisten für Spinalkanalstenose finden

Neben solchen Verschleißerscheinung gibt es weitere erworbene und angeborene Gründe, warum sich eine Spinalkanalstenose entwickeln kann. In manchen Fällen kann keine Ursache für die Wirbelkanalverengung festgestellt werden, dann spricht der Arzt von einer idiopathischen Spinalkanalstenose, die bereits seit Geburt bestehen oder sich im Laufe der Zeit entwickeln kann. Eine angeborene Wirbelkanalverengung kann bereits mit 30 bis 40 Jahren (oder auch schon früher) zu Beschwerden führen.

Zu den angeborenen Ursachen einer Spinalkanalstenose gehören beispielsweise:

  • Angeborene Fehlbildungen der Wirbelsäule: Dazu können beispielsweise Keilwirbel, Halbwirbel, Schmetterlingswirbel und Segmentationsstörungen gehören.
  • Hyperlordose (Hohlkreuz): Fehlhaltung mit übertriebener Krümmung der Lendenwirbelsäule nach vorne.
  • Spondylolisthesis (Spondylolisthese, Wirbelgleiten): Der obere Teil der Wirbelsäule gleitet über den darunter liegenden Wirbelkörper nach vorne weg.
  • Achondroplasie (Chondrodystrophie): Wachstumsstörung des Skelettsystems, bei der beim ungeborenen Kind der Knorpel nicht richtig in Knochengewebe umgewandelt wird.
  • Andere angeborene Skelett- und Knochenkrankheiten wie beispielsweise Morbus Paget, bei dem es zu einem lokal begrenzten Umbau und Anbau von Knochen kommt.

Zu den erworbenen Ursachen einer Spinalkanalstenose gehören beispielsweise:

  • Verschleißerscheinungen (degenerative Veränderungen): Hierzu gehören beispielsweise Verknöcherungen an den Wirbelkörpern (Knochenhöcker) und den Wirbelgelenken, Bandscheibenvorwölbungen (Bandscheibenprolaps, Bandscheibenvorfall) und Wirbelgleiten
  • Operationen an der Wirbelsäule: Zu einer Spinalstenose kommt es häufig durch übermäßige Narbenbildung
  • Verletzungen an den Wirbelkörpern

Welche Symptome macht eine Spinalkanalstenose?

Die Wirbelkanalverengung selbst verursacht keine Beschwerden. Erst wenn die Verengung so ausgeprägt ist, dass sie auf die Blutgefäße oder das Rückenmark Druck ausübt, kann die spinale Stenose Beschwerden verursachen. Je nach Lage, Art und Grad der Spinalkanalstenose, aber auch in Abhängigkeit von Körperhaltung und Belastung kommt es zu leichten oder ausgeprägten Symptomen. So lassen die Beschwerden meist nach, wenn der Betroffene eine gebeugte Haltung einnimmt und dadurch die eingeengte Stelle entlastet wird. Dagegen verstärken sie sich, wenn der Druck auf den Wirbelkanal durch eine aufrechte oder gestreckte Haltung zunimmt. Oft ist nur eine Körperseite besonders betroffen.

Symptome bei lumbaler Spinalkanalstenose

Bei einer Wirbelkanalverengung im Lendenwirbelsäulenbereich kommt es häufig zu belastungsabhängigen Beschwerden und Schmerzen in Rücken und Beinen, die sich über eine längere Zeit entwickeln können. Bei der lumbalen Spinalkanalstenose treten folgende Beschwerden auf:

  • Schmerzen beim Gehen und Stehen, die schmerzfreie Gehstrecke ist verkürzt
  • Rückenschmerzen mit Ausstrahlung meist nur in ein Bein
  • Beschwerden lindern sich durch Hinsetzen oder eine gebeugte Haltung (Schonhaltung)
  • Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule
  • Muskelverspannungen im unteren Rückenbereich
  • Gefühlsstörungen, Missempfindungen (z. B. Ameisenlaufen, Kältegefühl) und Schwächen in den Beinen
  • Im fortgeschrittenen Stadium Lähmung, Taubheitsgefühl, gestörte Sexualfunktion oder Inkontinenz

Symptome bei zervikaler Spinalkanalstenose

Eine Spinalstenose im Bereich der Halswirbelsäule kann sich auf unterschiedliche Weise zeigen. Beschwerden bei zervikaler Spinalkanalstenose sind:

  • Schmerzen im Nacken und in Armen
  • Gangunsicherheiten wie Stolpern über die eigenen Füße
  • Gestörte Feinmotorik der Hände
  • Gestörte Sensibilität und Tiefensensibilität
  • Zunahme des Muskeltonus von Armen und Beinen
  • Im Endstadium Symptome einer Querschnittlähmung

Im Normalfall schreitet die weitere spinale Stenose auch ohne Behandlung nur langsam voran. Zu einem kompletten Verschluss des Spinalkanals kommt es nur sehr selten. Je nach Ursache der Spinalstenose können sich die Symptome verschlechtern, gleich bleiben, mit der Zeit bessern oder sich ständig ändern. Wenn allerdings der Druck (Kompression) auf Rückenmark oder Blutgefäße beispielsweise durch einen Bandscheibenvorfall oder durch Kapselschwellung bei Arthrose weiter zunimmt, kann es zu einer plötzlichen Verschlimmerung der Symptomatik kommen.

Spinalkanalstenose: Diagnose

Durch die vom Patienten geäußerten Beschwerden kann der Arzt bereits häufig erahnen, dass eine Spinalkanalstenose vorliegt. Zunächst wird er jedoch eine gründliche Anamnese, also eine Befragung des Patienten, vornehmen. Im Anschluss daran findet eine körperliche Untersuchung statt, und je nach Verdachtsdiagnose wird der Arzt ggf. weitere Untersuchungen einleiten, wie beispielsweise eine Röntgen- oder MRT-Untersuchung.

Anamnese und körperliche Untersuchung bei Spinalkanalstenose

Für die Erstellung eines guten Behandlungskonzeptes bei Spinalkanalstenose ist es wichtig, dass sich der Arzt ein genaues Bild über die Symptome macht. Daher wird er unter anderem folgende oder ähnliche Fragen stellen:

  • Wo bestehen die Schmerzen? Wann haben sie begonnen? Wie lange dauern sie schon an? Sind sie abhängig von der Belastung? Ist die schmerzfreie Gehstrecke eingeschränkt? Verändern sich die Schmerzen, wenn Sie sich nach hinten oder nach vorne beugen?
  • Liegen Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen vor? Wenn ja, wo, seit wann, wie lange, abhängig von Belastung?
  • Liegt Fieber oder eine Blasen- bzw. Mastdarmstörung vor? Bestehen Erektionsstörungen?
  • Welche Vorerkrankungen haben Sie (z. B. Trauma, Tumor, degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, Gefäßleiden, Zuckerkrankheit, Osteoporose, neurologische Erkrankung, Gefäß- und Herzerkrankung)?

Der Arzt prüft unter anderem die Reflexe und die Fußpulse. Er wird versuchen, die Schmerzen auszulösen, indem der Oberkörper nach hinten gebeugt wird. Bessern sich die Schmerzen, wenn der Oberkörper nach vorne gebeugt wird, ist dies schon ein deutlicher Hinweis auf eine Spinalkanalstenose.

Bildgebende Verfahren bei Spinalkanalstenose

Diagnose SpinalkanalstenoseUm die Verdachtsdiagnose spinale Stenose bei symptomatischen Patienten zu bestätigen, sind bildgebende Untersuchungen unverzichtbar. Erste Hinweise kann bereits die Röntgenaufnahme geben. Allerdings gilt die Magnetresonanztomographie (MRT) als Goldstandard zum Nachweis einer Spinalkanalstenose. Mit ihr lassen sich Bandscheiben, Rückenmark, Nervenwurzeln und Bänder sehr gut darstellen und eine Wirbelkanalverengung mit einer hohen Wahrscheinlichkeit identifizieren sowie deren Ausmaß bestimmen. In bestimmten Situationen, zum Beispiel zur Beurteilung der knöchernen Verhältnisse sowie einer Osteoporose im Rahmen der Planung eines operativen Eingriffs, kann die Computertomographie hilfreich sein.

Wie wird eine Spinalkanalstenose behandelt?

Eine spinale Stenose, die keine Beschwerden verursacht, muss nicht behandelt werden. Das heißt, wird beispielsweise bei einer Röntgen- oder MRT-Untersuchung eine Wirbelkanalverengung als Nebenbefund entdeckt, stellt dies keinen Grund dar, eine Therapie zu beginnen. Verursacht die Spinalstenose dagegen Beschwerden, so hängt es vom klinischen Bild, dem Ausmaß der Einengung und dem Leidensdruck des Betroffenen ab, ob eine und welche Therapie notwendig ist. Die Behandlung der Spinalstenose kann aus konservativen Maßnahmen (z. B. Physiotherapie), aus einer medikamentösen Therapie (gegen die Schmerzen) oder aus einem chirurgischen Eingriff (dorsoventrale Operation) bestehen. Allerdings würde bei etwa 95 % der Patienten mit Spinalkanalstenose schon eine konservative Therapie ausreichen. Nur bei etwa 2 % besteht aus medizinischer Sicht eine absolute Notwendigkeit für eine Operation.

Konservative Therapie bei Spinalkanalstenose

Grundsätzlich orientiert sich die konservative Spinalkanalstenose-Therapie am Leitsymptom der Wirbelkanalverengung. Durch entsprechende Maßnahmen kann eine nachhaltige Besserung der Beschwerden erzielt werden. Insbesondere bei älteren Patienten sind die wichtigsten Komponenten der konservativen Spinalstenose-Therapie

  • die intensive physiotherapeutische Behandlung mit Muskel entspannenden Maßnahmen (z. B. Fangopackungen, Moor- und Thermalbäder, wärmende Bestrahlungen sowie Elektrotherapie und
  • die Stärkung der Rückenmuskulatur (z. B. Rückenschule).
  • Darüber hinaus gibt es weitere Maßnahmen, die helfen können, für deren Wirksamkeit bei Spinalkanalstenose es allerdings keine Belege durch wissenschaftliche Studien gibt. Dazu gehören
  • Krankengymnastik zur Entlastung und Stabilisierung der Lendenwirbelsäule
  • Ruhigstellung der Wirbelsäule durch eine entlastende Stufenlagerung, beispielsweise Entlastungslagerung durch Aufhängung im Schlingentisch,
  • Haltungsschulung (z. B. zur Vermeidung eines Hohlkreuzes) und
  • Orthesen (Stützkorsett) zur Entlastung der Bandscheiben.

Medikamentöse Therapie bei Spinalkanalstenose

Zwar liegt der Schwerpunkt der Behandlung bei Spinalkanalstenose auf den physiotherapeutischen Maßnahmen, den Entspannungsübungen und der Stärkung der Rückenmuskulatur, doch gelegentlich ist es erforderlich, die Schmerzen mit Medikamenten zu behandeln. Erst dann sind manche Patienten für eine konservative Therapie bereit. So wird die medikamentöse Schmerztherapie häufig begleitend zu den oben genannten Maßnahmen eingesetzt.

Je nach Stärke der Schmerzen können Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac mit oder ohne Opioide zum Einsatz kommen. Dabei ist es häufig erforderlich, dass zusätzlich zum Schutz der Magenschleimhaut ein Protonenpumpenhemmer eingenommen wird.

Weitere Optionen einer medikamentösen Therapie bei Spinalkanalstenose sind (wobei deren Anwendung in der Therapie der Spinalstenose teilweise kritisch diskutiert und die Wirksamkeit wissenschaftlich nicht belegt ist):

  • Bestimmte niedrig dosierte Antidepressiva zur Unterstützung der Schmerzmittel
  • Muskel entspannende Mittel (Muskelrelaxanzien)
  • Kurzfristige hoch dosierte Kortisontherapie gegen etwaige Schwellungen im Spinalkanal
  • Injektion eines Lokalanästhetikums und ggf. eines Kortisons bei starken Schmerzen.

Operation bei Spinalkanalstenose

Grundsätzlich kann eine Operation zur Behandlung der Spinalstenose bei allen Patienten durchgeführt werden, bei denen eine entsprechende Diagnose gestellt wurde und die entsprechende Beschwerden haben, sofern es das Alter und der Gesundheitszustand des Patienten zulassen. Hat eine konservative Therapie über 6 Wochen keine Linderung der Symptomatik ergeben, sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden. Es gibt allerdings bestimmte Situationen, in denen eine dringende Notwendigkeit für eine Operation der Spinalkanalstenose besteht:

  • Der Patient kann weniger als fünf Meter schmerzfrei gehen.
  • Die Schmerzen sind unerträglich.
  • Es bestehen akute, schwere neurologische Defizite (Lähmungserscheinungen) oder Blasen- und Mastdarm-Störungen.
  • Es liegt ein Kauda-Syndrom vor (Quetschung der tiefen Nervenfasern im Bereich der Cauda equina).
  • In diesen Fällen ist eine rasche Operation erforderlich, um eine weitere Schädigung der Nerven zu verhindern. Aber auch bei therapieresistenten Schmerzen mit eingeschränkter Mobilisation wird eine Operation dringend empfohlen. Grundsätzlich verfolgt eine Operation bei Wirbelkanalverengung jedoch mehrere Ziele:
  • Beseitigung der Ursache der Schmerzen (die Wirbelkanalverengung)
  • Besserung oder Rückbildung der Symptomatik
  • Verhinderung einer weitergehenden Schädigung des Rückenmarks mit einer einhergehenden Verschlechterung des Krankheitszustandes.

Spezialisten für Wirbelsäulenchirurgie finden

Je kürzer die Nervenausfälle vor einer Operation bei Spinalstenose bestanden haben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich wieder komplett zurückbilden. Schwere Lähmungen bei älteren Patienten werden nach einer Operation nur selten vollständig verschwinden. Insbesondere bei Spinalstenosen an der Halswirbelsäule ist die Gefahr groß, dass Lähmungen, Gangstörungen und Taubheitsgefühle dauerhaft bestehen bleiben.

Durch eine Operation, bei der Teile des Wirbels entfernt werden, wird der eingeengte Wirbelkanal erweitert und damit der Druck von den Nerven genommen (Druckentlastung oder Dekompression). In leichten Fällen kann ein Platzhalter (so genannter interspinöser Spacer oder interspinöses Implantat) zwischen den Dornfortsätzen zur Erweiterung eingesetzt werden. Alternativ kann auch eine Versteifung der entsprechenden Wirbel vorgenommen werden (Fusion oder Spondylodese). Dabei werden zunächst die Bandscheiben entfernt und durch kleine Plättchen (so genannte Cages) ersetzt, die ebenfalls als Platzhalter wirken. Anschließend werden die Wirbel mit Schrauben und Stäben versteift. Bei den bewegungserhaltenden Operationsverfahren (z. B. die flexible Wirbelsäulenstabilisierung) wird ein dynamisches Implantat eingesetzt. Es stabilisiert die Wirbel und erhält gleichzeitig ihre Beweglichkeit. Diese neue Operationsmethode beugt einem Verschleiß der benachbarten Wirbel vor.

Standard ist heute die minimal-invasive Operationstechnik für die Behandlung der Spinalstenose, die in Vollnarkose durchgeführt wird. Über kleine Hautschnitte wird nur so viel Gewebe abgetragen wie nötig. Dies ist ein nur wenig belastender Eingriff für den Patienten, meist kann er bereits am Tag nach der Spinalkanalstenose-OP die Klinik verlassen.