Bypass-Operation bei koronarer Herzkrankheit

Die Bypass Operation, minimalinvasiv oder offen, ist ein Verfahren, welches in der Lage ist, die Funktionsfähigkeit des Herzens bei einer koronaren Herzerkrankung wieder vollständig herzustellen. Bei einer koronaren Herzerkrankung sind die Herzkranzgefäße verengt. Bei der Bypass-OP erfolgt eine Umleitung der Blutversorgung. Die Herzoperation ist heutzutage ein Routineeingriff mit hohem Erfolgspotential. Nach dem Eingriff müssen Betroffene allerdings ihren bisherigen Lebensstil drastisch verändern. Sie sollten beispielsweise auf eine gesunde Ernährung achten, sich regelmäßig bewegen und auf ihren Blutdruck achten.

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Themenübersicht dieses Artikels

Das Herz: Anatomie und Funktion

Bypass-OP Das Herz ist ein in etwa 300 Gramm schwerer Muskel, der zwischen beiden Lungenflügeln etwas links versetzt hinter dem Brustbein zu finden ist. Mit seinem unteren Teil ruht das Herz auf dem Zwerchfell, das Brust- und Bauchraum voneinander trennt. Es wird von beiden Seiten her vom Lungengewebe umrahmt.

Das Herz besteht aus zwei Herzhälften. Die linke Herzhälfte pumpt das Blut über die Aorta in den großen Köperkreislauf, die rechte Herzhälfte versorgt den Lungenkreislauf. Jede Herzhälfte besteht aus einem Vorhof und einer Herzkammer und sie sind von einer Scheidewand voneinander getrennt. Die Herzkammer wird von Herzkappen verschlossen, welche den Blutfluss lenken und einen Rückfluss in den Vorhof verhindern. Die Herzkranzgefäße/Koronararterien sind um das Herz angelegt und versorgen den Herzmuskel mit Energie. Der Herzbeutel ist die Schutzhülle des Herzens und ist ein doppelwandiger Sack, in den das Herz von oben her eingestülpt ist.

Herz- und Kreislauferkrankungen sind seit Jahren die Todesursache Nummer 1 in Deutschland. In den meisten Fällen leiden Betroffene an Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelschwäche oder an einer koronaren Herzerkrankung.

Definition, Symptome und Behandlung der koronaren Herzkrankheit

Als koronare Herzkrankheit (KHK) wird die Verengung von Herzkranzgefäßen bezeichnet. Diese entsteht durch arteriosklerotische Ablagerungen. Der Herzmuskel kann so nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden. Infolgedessen wird die Herzfunktion negativ beeinträchtigt. Sind mehrere Herzkranzgefäße verengt, wird von Experten der Herzchirurgie in den meisten Fällen zu einer offenen oder minimalinvasiven Bypass-Operation geraten.

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Definition und Sypmtome der koronaren Herzkrankheit

Die koronare Herzkrankheit ist eine Verengung der Herzkranzgefäße, welche bewirkt, dass der Herzmuskel nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden kann. Die Verengung entsteht durch eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße. Falsche Ernährung, Rauchen, Alkohol, Stress und mangelnde Bewegung sind nach wie vor die Hauptursachen von koronarer Herzkrankheit. Je nach Ausmaß und Lage der arteriosklerotischen Ablagerungen kann sich die Erkrankung sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Kurzatmigkeit, Schmerzen oder Engegefühl in der Brust können einen Hinweis auf koronare Herzerkrankung sein. Mit fortschreitendem Verlauf der Erkrankung wird die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz bis hin zum Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod erhöht.

Behandlungsmöglichkeiten der koronaren Herzkrankheit

Eine koronare Herzkrankheit wird von Experten der Herzchirurgie meist mit einem Ultraschall und/oder MRT, welche die nicht funktionsfähigen Anteile des Herzmuskels darstellen können, sicher diagnostiziert. Ist die Krankheit noch im Anfangsstadium kann durch die Ausschaltung von Risikofaktoren, wie Rauchen, ungenügende Bewegung, Fettleibigkeit und ungesunde Ernährung viel dazu beitragen werden, um die Erkrankung nicht weiter fortschreiten zu lassen. Zusätzlich können Medikamente in diesem Stadium die Herztätigkeit unterstützen.

Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten sind oben genannte Verfahren meist nicht mehr ausreichend. Experten für Herzoperation raten zu einer Behandlung der verengten Stellen mit einem Ballonkatheter und einem Stent. Die Stelle wird zunächst aufgedehnt, um sie anschließend mit einem Stent (Metallgitter-Gefäßstütze) zu stabilisieren und offen zu halten. Der Einsatz eines Stents ist jedoch immer mit Risiken verbunden. Die Entstehung von Blutgerinnsel oder Vernarbungen sind neben Entzündungen die häufigsten Nebenwirkungen eines Stents. Er wird daher nur eingesetzt, wenn nur eine oder wenige Engstellen der Herzkranzgefäße vorliegen.

Sind die Herzkranzgefäße an mehreren Stellen mit arteriosklerotischen Ablagerungen versehen, wird der Experte für Herzoperation zu einem risikoarmen Einsatz eines Bypass raten, um eine dauerhafte Verbesserung der Blut- und Sauerstoffversorgung des Herzmuskels zu erzielen. Eine Bypass-OP kommt in Betracht, wenn ein Herzinfarkt droht, wenn alle drei Herzarterien eine arteriosklerotische Verengung aufweisen und wenn der Hauptast der linken Herzarterie verstopft ist.

Was ist eine Bypass Operation?

Die Bypass-OP ist ein Verfahren, welches in der Lage ist, die Funktionsfähigkeit des Herzens bei einer Verengung von den Herzkranzgefäßen wieder vollständig herzustellen. Der Experte für Bypass-Chirurgie stellt bei einer Bypass-Operation durch eine Umleitung die Blutversorgung des Herzens sicher. Als Überbrückungsmaterial dienen heutzutage Stücke aus Venen oder Arterien, künstliche Materialen werden seltener verwendet.

Eine Bypass-OP ist mittlerweile zu einem Routineeingriff geworden und zählt zu den häufigsten Operationen am Herzen. Je nach Ausmaß und Lage der Überbrückung dauert eine Bypass-Operation zwischen zwei bis fünf Stunden. Sie wird in den meisten Fällen als offene Operation durchgeführt, kann aber auch als minimalinvasive Bypass-Operation durchgeführt werden.

Mehrere Materialien zur Überbrückung stehen bei einer Bypass-OP Materialien zur Verfügung.

  • Bei einem Arterienbypass wird durch den Experten für Herzchirurgie ein an der Innenseite des Brustkorbs verlaufende Arterie freigelegt und an die Koronararterie angeschlossen. Der zuvor nur wenig versorgte Herzmuskel kann wieder ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden. Der Vorteil eines Arterienbypasses liegt in der räumlichen Nähe zum Herzen, die lange Lebensdauer des Bypasses und vergleichsweise geringe Risiko eines erneuten Verschlusses.
  • Bei einem Venenbypass wird aus dem Ober- oder Unterschenkel eine in etwa 5 cm kleine Vene aus dem Fettgewebe entfernt. Diese Vene wird mit dünnen Fäden ober- und unterhalb der Verengung an die Herzkranzarterie eingenäht. Die Vene passt sich nach einiger Zeit an die neue Umgebung an und wandelt sich zu einer Arterie um.
  • Ein künstlicher Bypass wird nur noch sehr selten verwendet, da die Funktionalität des Bypass schnell durch Ablagerungen beeinträchtigt ist. Ein erneuter Verschluss droht.

Bypass-Operation am offenen Herzen

Bypass-OP Bei einer offenen Bypass-OP am Herzen wird der Betroffene zunächst in Tiefschlaf versetzt. Der Brustkorb wird vom Experten für Herzchirurgie der Länge nach aufgeschnitten und freigelegt, der Herzbeutel wird geöffnet. Ein Assistent entnimmt in dieser Zeit bei Bedarf die Vene(n) an Arm oder Bein.

Um die Bypässe präzise anbringen zu können, müssen die Herzkranzgefäße stillgelegt werden. Hier haben sich zwei Methoden etabliert.

Herz-Lungen-Maschine (HLM)

Der Patient wird an eine Herz-Lungen-Maschine (HLM) angeschlossen. Die HLM übernimmt die Pumpfunktion des Herzens sowie die Lungenfunktion für einen bestimmten Zeitraum und erhält somit den Kreislauf aufrecht. Das Blut wird über ein Schlauchsystem abgepumpt und mit angereichertem Sauerstoff wieder zurück in den Körper geführt. Das Herz wird mit einer Kardioplegie-Lösung für die vorgegebene Zeit gelähmt.

OPCAB-Methode (Off-Pump-Coronary-Artery-Bypass)

Bei der OPCAB-Methode kann auf den Einsatz der HLM verzichtet werden. Stabilisatoren stellen die Herzoberfläche über dem Kranzgefäß möglichst ruhig. Die Bypass-Operation kann somit bei schlagendem Herz vollzogen werden, die Herz- Kreislauffunktion wird nicht beeinträchtigt.

Nun werden die Bypässe angelegt und mit den Herzkranzgefäßen mit einem feinen Faden vernäht. Anschließend wird die Durchblutung der Herzkranzgefäße wieder angeregt und der Brustkorb verschlossen. Mehrere Drainagen leiten das Wundsekret nach außen hin ab.

Nach der Operation wird der Patient für mindestens drei Tage auf der Intensivstation der Herzchirurgie überwacht. Schon dort wird mit einer physiotherapeutischen Anschlussbehandlung begonnen. In etwa drei Wochen später werden Betroffene aus der Klinik in spezielle Rehabilitationseinrichtungen entlassen.

Vor- und Nachteile der minimalinvasiven Bypass-OP

Die minimalinvasive Bypass-Operation (MIDCAB= Minimal Invasive Direct Coronary Artery Bypass)

Bei einer minimalinvasiven Bypass-Operation verzichtet der Operateur auf die Freilegung des Brustkorbs. Der Bypass wird über kleine Schnitte endoskopisch in den Brustraum eingesetzt. Das Endoskop ist ein röhrenförmiges Instrument, mit welchem der Experte für Herzchirurgie bei einer minimalinvasiven Bypass-Operation ein Bild aus dem Köperinneren erhält. Mit speziell angefertigten verkleinerten Instrumente wird der

Bei einer minimalinvasiven Bypass-Operation können maximal drei verengte Herzkranzgefäße durch die Verbindung mit einer gesunden Arterie neu durchblutet werden. Das Material des Bypasses bei einer minimalinvasiven Bypass-Chirurgie ist immer eine Arterie. Venen und künstliche Materialien können hier nicht verwendet werden.

Der Zugang zu Herzen erfolgt über einen etwa 8-10 cm langen Hautschnitt unterhalb der linken Brustwarze. Hierüber gelangt der Experte für Bypass-Chirurgie in den Brustraum des Patienten. Nun wird in den meisten Fällen unter zu Hilfenahme eines Endoskops mit Kamera die linke innere Brustarterie freigelegt. Der Herzbeutel wird nun geöffnet. Die Engstelle in den Herzkrankgefäßen wird mit einer Schlinge für kurze Zeit abgebunden und mit der inneren Brustarterie verbunden. Die Schlingen werden im Anschluss wieder gelöst, Drainagen zur Ableitung des Wundsekrets gelegt.

Die minimalinvasive Bypass-Chirurgie wird am schlagenden Herzen durchgeführt. Der Bereich des Herzkranzgefäßes, an welchen der Bypass angelegt werden soll, wird mit einer Haltevorrichtung stabilisiert. Auf den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine kann bei einer minimalinvasiven Bypass-OP verzichtet werden.

Die Vorteile der minimalinvasiven Bypass-Operation

In den letzten Jahren werden minimalinvasive Bypass-Operationen immer mehr eingesetzt. Für den Patienten bieten sie eine Reihe von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Methoden der Herzchirurgie.

  • Die minimalinvasive Herzchirurgie verläuft in der Regel schonender als eine offene Operation. Zum einen ist der Genesungsprozess im Vergleich zu herkömmlichen Methoden kürzer. Die Verweildauer auf der Intensivstation verringert sich und Patienten, die sich einer minimalinvasiven Bypass-Operation unterziehen, werden darüber hinaus früher aus der Klinik entlassen. Zum andere ist durch die geringe Wundfläche das Infektionsrisiko geringer und die Narbenbildung kleiner.
  • Bei einer minimalinvasiven Bypass-Operation kann auf den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine verzichtet werden. Das Herz schlägt während der gesamten Operationsdauer weiter, das Herz-Kreislaufsystem bleibt stabil. Die Gesamtbelastung ist für den Körper ist daher geringer als bei einer offenen Bypass-Operation.

Die Nachteile einer minimalinvasiven Bypass-Operation

Auf minimalinvasiven Bypass-Operationen ruhen derzeit, trotz fehlender Langzeitergebnisse, große Hoffnungen. Bislang sind folgende Nachteile bekannt.

  • Eine minimalinvasive Bypass-Operation stellt für Anästhesist und Herzchirurg eine deutlich größere Herausforderung dar. Der Experte für Herzchirurgie muss durch die Enge der Körperöffnung sehr ruhig und konzentriert arbeiten. Der Anästhesist muss durch das funktionsfähige schlagende Herz während der Operation eine sehr engmaschige Überwachung des Kreislaufs gewährleisten.
  • Mit der minimalinvasiven Bypass-Operation sind nur die Herzkranzgefäße der Vorderwand des Herzen erreichbar. Die Anwendbarkeit der Methode richtet sich demnach nach Lage und Ausmaß der Engstellen.
  • Da bei einer minimalinvasiven Bypass-Operation die Rippen gespreizt werden, kommt es durch die Überdehnung und Reizung des Rippenfells oft zu starken Schmerzen.
  • Bei einer minimalinvasiven Bypass-OP können maximal drei verengte Herzkranzgefäße durch die Verbindung mit einer gesunden Arterie neu durchblutet werden. Bei einer schweren koronaren Herzerkrankung werden jedoch Bypässe für mehrere Gefäße gebraucht.

Die Risiken einer Bypass-Operation

Eine Bypass Operation ist mittlerweile ein Routineeingriff. Die Sterblichkeitsrate liegt bei nur 1 – 3 Prozent und ist damit im Vergleich zu anderen Eingriffen am Herzen sehr gering. Trotz allem müssen Patienten wie bei jedem chirurgischen Eingriff mit Risiken rechnen. Unabhängig davon, ob die Bypass-Operation minimalinvasiv oder offen durchgeführt wird, können folgende Komplikationen auftreten.

  • Bei einer Bypass-Operation können trotz vorheriger Antibiotikagabe Infektionen entstehen. Bei einer minimalinvasiven Bypass-OP ist die Gefahr geringer
  • Es besteht die Möglichkeit, dass die Naht des Bypasses am Herzkranzgefäß reißt und folglich Blut in den Herzbeutel fließt. Das Herz kann das Blut nicht mehr abpumpen. In diesem Fall ist eine sofortige Notoperation erforderlich.
  • Durch die Bypass-Operation kann es zu Entzündungen des umliegenden Gewebes kommen.
  • Während der Bypass-Operation können sich abgelagerte Blutgerinnsel lösen und an einer anderen Stelle eine Arterie verstopfen.
  • Die Herzfunktion kann aufgrund der Operationsdauer negativ beeinträchtigt werden.
  • Während der Bypass-OP treten bei Patienten vereinzelt Herzinfarkte auf. Diese sind jedoch sofort gut behandelbar.

In den meisten Fällen ist eine (minimalinvasive) Bypass-Operation eine lebensrettende Maßnahme mit großartigen Erfolgsaussichten. Laut einer statistischen Auswertung sind in die Arterienbypässe bei etwa 90 Prozent der Betroffenen auch nach 20 Jahren immer noch durchgängig. Nach einer Bypass-Operation müssen sich Patienten allerdings bewusst werden, dass eine veränderte gesunde Lebensführung unabdingbar ist.