Lungenentzündung - Medizinische Experten

Eine Lungenentzündung ist eine akute oder chronische Erkrankung des Lungengewebes. Im medizinischen Bereich ist die Erkrankung auch als Pneumonie bekannt. Wird sie nicht rechtzeitig behandelt, kann sie sogar zum Tod führen. Aufgrund des schwerwiegenden Verlaufes gehört die Lungenentzündung zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten.

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Lungenentzündung: Ursachen, Formen & Behandlung

Eine Lungenentzündung ist eine Infektionskrankheit der Lunge, die durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht wird. Nach einer zweiwöchigen Therapie ist eine Lungenentzündung gewöhnlich überstanden. Dennoch gibt es immer noch Patienten, die an der schwerwiegenden Infektion sterben. Welche Verlaufsformen und Therapiemöglichkeiten es gibt, zeigt dieser Beitrag.

Was ist eigentlich eine Lungenentzündung?

Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine durch Viren, Pilze und Bakterien verursachte Erkrankung des Lungengewebes. Allein in Deutschland erkranken jährlich über 500.000 Menschen an einer Lungenentzündung. Die meisten Betroffenen wissen in der Regel noch nicht einmal, dass sie an einer Pneumonie leiden, weshalb die Infektion auch häufig falsch behandelt wird.

Während die meisten Patienten ihre Erkrankung zu Hause auskurieren, werden 30 Prozent der Betroffenen im Krankenhaus behandelt. Derzeit erleiden wesentlich mehr Menschen eine Lungenentzündung als einen Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Erfolgt die Behandlung rechtzeitig, ist die Entzündung nach zwei Wochen verschwunden. Allerdings können bestimmte Begleiterkrankungen eine Genesung verzögern. Zu diesen Begleiterkrankungen gehören:

  • Entzündungen des Lungenfells (Pleuritis)
  • Bildung von Abszessen
  • Flüssigkeitsansammlung zwischen Brust- und Lungenfell (Pleuraerguss)
  • Blutvergiftung (Sepsis)

Statistisch gesehen erkranken wesentlich mehr ältere Menschen und Kinder an einer Lungenentzündung, weil das Immunsystem geschwächt ist.

Symptome einer Lungenentzündung

Zu den häufigsten Symptomen einer Pneumonie gehören:

  • Schüttelfrost
  • Atembeschwerden
  • Fieber

Je nach Schwere der Krankheit sprechen Ärzte von einer typischen und atypischen Pneumonie. Während eine typische Pneumonie durch Bakterien (Pneumokokken) verursacht wird, sind Viren und andere Erreger für eine atypische Lungenentzündung verantwortlich.

Eine typische Lungenentzündung zeichnet sich durch einen akuten Krankheitsverlauf aus, der mit den eben genannten Symptomen einhergeht. Oft werden die Krankheitszeichen von

  • akuten Atembeschwerden
  • einem erhöhten Puls
  • starkem Husten
  • Auswurf
  • Verwirrtheit
  • einer allgemeinen körperlichen Schwäche

begleitet. Wird die Pneumonie ohne Antibiotika behandelt, sinkt das Fieber zwar nach einer Woche, jedoch wird das Herz-Kreislauf-System extrem beansprucht. Außerdem kann die Atemnot sich verstärken. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer sogenannten Zyanose (Sauerstoffmangel), weshalb das Nagelbett und die Lippen sich häufig blau verfärben. Auch wenn es mittlerweile viele Therapiemöglichkeiten gibt, gehören Lungenentzündungen immer noch zu den Krankheiten, die zum Tod führen können.

Eine atypische Lungenentzündung verläuft deutlich langsamer. Der Husten ist meistens trocken, daneben kommt es zu einem geringen Anstieg der Körpertemperatur. Mediziner sprechen diesbezüglich von einer „kalten Pneumonie“.

Ursachen einer Lungenentzündung

Häufigste Ursache einer Lungenentzündung sind Bakterien (Pneumokokken), die das Lungengewebe oder die Lungenbläschen befallen. Allerdings kann eine Pneumonie auch durch

  • Viren, Pilze und andere Erreger (beispielsweise durch Parasiten)
  • Gase
  • Strahlen
  • Staub

verursacht werden.

Auch kommt eine Durchblutungsstörung infrage, die bestimmte Lungenabschnitte betrifft. Des Weiteren können Tumorerkrankungen, Fremdkörper oder eingeatmete Nahrungsbestandteile, die ein Nährboden für Bakterien sind, für eine Pneumonie verantwortlich sein.

Dauer einer Lungenentzündung

Wird eine Lungenentzündung rechtzeitig behandelt, klingen die Krankheitssymptome bereits nach zwei Wochen ab. Allerdings können Komplikationen (Entzündungen des Lungenfells, Flüssigkeitsansammlungen zwischen Brust- und Lungenfell), Alkohol und Nikotin den Genesungsprozess verzögern. In diesem Fall kann eine Lungenentzündung bis zu 12 Wochen dauern.

Ist eine Lungenentzündung ansteckend?

Da eine Pneumonie in erster Linie durch Bakterien, Viren und Pilze verursacht wird, ist die Entzündung auch ansteckend. Gefährlich wird es dann, wenn viele Menschen auf kleinstem Raum zusammen sind. Dann können die Keime durch Tröpfcheninfektion weitergegeben werden. Mediziner sprechen diesbezüglich auch gerne von einer infektiösen Lungenentzündung.

Die Übertragung wird deshalb als Tröpfcheninfektion bezeichnet, weil die Erreger tatsächlich an Tröpfchen (Speichel, Nasensekret) gebunden sind. Aus diesem Grund können sie durch ein einfaches Niesen oder Husten übertragen werden. In erster Linie befallen die Erreger Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist.

Eine nicht infektiöse Lungenentzündung wird nicht nur durch Bakterien und andere Keime, sondern auch durch Strahlen, Gase (Metalldämpfe) und Staub verursacht. Außerdem können Durchblutungsstörungen (Lungenembolien), die eine Herzschwäche und einen Blutstau in der Lunge begünstigen, für eine Pneumonie verantwortlich sein.

Behandlung einer Lungenentzündung

Die Therapie richtet sich nach der Art und Schwere der Infektion. Die meisten Patienten erkranken an einer infektiösen Pneumonie, die mit den typischen Symptomen einer Lungenentzündung einhergeht. Behandelt wird die Erkrankung mit Antibiotika, jedoch muss der Arzt einige Aspekte berücksichtigen. Schwangere oder stillende Mütter sowie Menschen mit Unverträglichkeiten dürfen das Medikament nicht einnehmen. Auch wenn die Symptome nach einigen Tagen verschwinden, dürfen die Antibiotika auf keinen Fall vorzeitig abgesetzt werden.

Zwar gehören Antibiotika zu den wirksamsten Medikamenten, jedoch kann es durchaus vorkommen, dass Patienten eine sogenannte Antibiotika-Resistenz entwickeln. In diesem Fall bleibt das Medikament wirkungslos. Deshalb sollten Antibiotika nur eingenommen werden, wenn die Behandlung auch wirklich notwendig ist.

Des Weiteren können

  • Bettruhe
  • fiebersenkende Mittel
  • Atemgymnastik
  • Klopfmassagen
  • Kochsalz-Inhalationen

helfen, den Genesungsprozess zu beschleunigen.

Bei einer nicht infektiösen Lungenentzündung kann mitunter ein medizinischer Eingriff notwendig sein, um Fremdkörper oder einen Blutpfropf zu entfernen.

Pneumonien vorbeugen

Bewegung an der frischen Luft sowie eine gesunde Ernährung und Lebensweise sind immer noch die beste Medizin, um einer Lungenentzündung vorzubeugen. Auf das Rauchen sollte diesbezüglich gänzlich verzichtet werden.

Ältere und kranke Menschen sowie Menschen mit chronischen Lungen- und Herzerkrankungen können sich zudem gegen Grippe impfen lassen, um sich vor einer Lungenentzündung, die durch Pneumokokken verursacht wird, zu schützen. Wer sich regelmäßig impfen lässt, kann den Krankheitsverlauf erheblich abmildern und die Gefahr möglicher Komplikationen oder Begleiterscheinungen deutlich senken.

Wie kann ich mich am besten schützen?

Eine Impfung schützt zwar nicht immer vor einem Ausbruch der Erkrankung, jedoch kann sie die Krankheitssymptome merklich abmildern. Dennoch kann man sich vor einer Lungenentzündung schützen, indem man das Immunsystem stärkt.

Besonders hilfreich sind:

  • eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • häufiges Händewaschen
  • viel Vitamin C
  • Bewegung an der frischen Luft (Spaziergänge, Nordic Walking, Jogging)

Was ist eine verschleppte Lungenentzündung?

Wenn die Infektion nicht ausreichend behandelt wird oder die Therapie zu spät einsetzt, sprechen Mediziner von einer verschleppten Lungenentzündung. Eine verschleppte Pneumonie ist gefährlich, weil die Erreger sich im gesamten Körper ausbreiten können. Somit werden weitere Organe befallen, weshalb schwere Komplikationen auftreten können.

Hierzu gehören:

  • Pleuritis (Entzündung des Lungenfells)
  • Pleuraerguss (Flüssigkeitsansammlung zwischen Brust- und Lungenfell)
  • Lungenabszess (Bildung von mit Eiter gefüllten Hohlräumen)
  • Sepsis (Blutvergiftung)
  • Meningitis (Hirnhautentzündung)

Bei einer verschleppten Lungenentzündung fällt das Fieber nach einer Woche ab. Sofern die Betroffenen ein starkes Immunsystem besitzen, können die typischen Symptome einer Pneumonie (Husten, Schwäche, Atemnot) noch eine Woche anhalten, ehe sie verschwinden.

Gehen die Betroffenen in dieser Zeit wieder arbeiten, können die Erreger auf den Herzmuskel übergreifen. Im Extremfall kann es zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kommen, die lebensbedrohlich ist.

Welcher Arzt behandelt eine Lungenentzündung?

In der Regel sind es Internisten mit dem Schwerpunkt Pneumologie oder Bronchologie (Lungen- und Bronchialheilkunde), die eine Pneumonie behandeln. Aufgrund ihrer Fachkenntnisse können die Ärzte eine Lungenentzündung von einer gewöhnlichen Grippe unterscheiden und entsprechend therapieren.

Falls auch Sie an einer Lungenentzündung leiden, sollten Sie nicht zögern, einen unserer Spezialisten zu kontaktieren, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.

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