Asthma bronchiale - Medizinische Experten

Asthma bronchiale oder Bronchialasthma ist eine chronische Lungenerkrankung, von der sogar schon Kinder betroffen sind und die trotz guter medikamentöser Therapie oft lebenslang bestehen bleibt. Der Asthmatiker leidet an verengten und entzündeten Bronchien.

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Asthma bronchiale - Weitere Informationen

Was versteht man unter Asthma bronchiale?

Als Bronchien bezeichnet der Mediziner den Teil der Atemwege, der sich unterhalb der Luftröhre befindet und die Atemluft über je einen Ast in den jeweiligen Lungenflügel befördert. Asthma-Patienten reagieren auf bestimmte physikalische, chemische oder allergische Reize überempfindlich.

Jedes zehnte Kind und jeder zwanzigste Erwachsene zeigt bereits Asthma-Symptome. Die kindlichen Patienten sind in der Überzahl Jungen, während die meisten Erwachsenen weiblichen Geschlechts sind. Unbehandeltes oder nicht richtig therapiertes Asthma bronchiale wird chronisch und kann nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz dauerhaft schädigen.

Ursachen: Wie entsteht Asthma?

Je nach Ursache unterscheidet man zwischen nicht allergisch bedingtem und allergischem Bronchialasthma. Nicht-allergisches Asthma (endogenes, unspezifisches Asthma) entsteht durch bestimmte physikalische und chemische Auslöser, kann jedoch auch eine allergische Komponente haben und tritt dann als Asthma-Mischform auf. Beim allergischen Asthma bronchiale sind Allergie-Auslöser wie Gräser und Blütenpollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilz-Sporen, Lebensmittel oder Lebensmittelzusätze Schuld. Asthma bei Kindern ist meist ebenfalls Folge einer vorhandenen Allergie.

Bei Asthmatikern schwillt die Bronchialschleimhaut stark an, was zu einer Verengung der Bronchien und zu Atemnot führt. Außerdem sondert sie einen durchsichtigen bis gelblichen Schleim (Sputum) ab, der von Zeit zu Zeit abgehustet werden muss. Da der Patient Probleme mit dem Ausatmen hat, kommt es zu einer Aufblähung der Lungenflügel. Um den durch die verengten Atemwege verursachten Sauerstoffmangel in bestimmten Bereichen der Lunge wenigstens teilweise auszugleichen, atmet der Patient häufiger ein und aus. Dennoch kommt es zu einer Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff (Hypoxämie).

Die genauen Ursachen der Erkrankung sind wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt. Lungenspezialisten gehen jedoch davon aus, dass eine Kombination von genetischen und Umweltfaktoren dazu führt. Ein erhöhtes Risiko, an Bronchialasthma zu erkranken, haben Patienten mit einer Neurodermitis und Pollen-Allergiker. Die Neurodermitis ist eine entzündliche Hauterkrankung mit nässenden, stark juckenden Ausschlägen. Außerdem findet man die krankhaft verengten Bronchien oft bei Personen, in deren Familie Asthma und Allergien gehäuft auftreten.

Symptome: Wie macht sich Asthma bemerkbar?

Nicht-allergisches Asthma bronchiale zeigt sich in einem Asthma-Anfall, der infolge eines unspezifischen Reizes auftritt. Das können beispielsweise

  • Stress
  • psychische Probleme
  • Parfüm
  • Tabakrauch
  • Ozon
  • Kälte
  • chemische Dämpfe
  • zu starke körperliche Anstrengung

sein.

Auch Medikamente wie das bekannte Schmerzmittel Aspirin oder Atemwegsinfektionen können bei diesem Asthma-Typ Symptome hervorrufen.

Der Mediziner unterscheidet spontan auftretende Asthma-Anzeichen (Asthma-Anfall) und langfristig bestehende Asthma-Symptome wie Kurzatmigkeit und trockenen Husten. Er tritt meist in der Nacht auf und ist oft mit einem Gefühl der Enge im Brustkorb verbunden. Das Ausatmen ist erschwert und es kommt dabei oft zu einem deutlich hörbaren Pfeifgeräusch (Giemen).

Während des Asthma-Anfalls ist der Betroffene unfähig zu sprechen, hat Herzrasen und in besonders schweren Fällen sogar bläulich verfärbte Nägel und Lippen. Der Patient muss dann sofort sein Notfall-Asthma-Spray inhalieren. Wird er in dieser kritischen Situation nicht notfallversorgt, kann es sogar zum Koma und Herzstillstand kommen.

Personen, die an anfallsartig auftretender Atemnot leiden, sollten unbedingt schnellstmöglich einen Facharzt für Lungenheilkunde (Pneumologie) aufsuchen und sich behandeln lassen.

Wie wird Asthma diagnostiziert?

Der behandelnde Facharzt überprüft die Atemfrequenz des Asthmatikers und seine Atemgeräusche. Dann klopft er seinen Brustkorb ab: Der dabei hörbare Klopfschall lässt Rückschlüsse darauf zu, inwieweit die Lungenflügel bereits gebläht sind. Lungenfunktionstests (LuFu) mithilfe bestimmter Geräte ergeben beim Patienten vor allem beim Ausatmen abweichende Werte.

Die Verdachtsdiagnose des Mediziners bestätigt sich, wenn der Kranke nach der Inhalation eines schnell wirkenden bronchienerweiternden Medikaments in bestimmten Bereichen bessere Testwerte erzielt als zuvor. Der Provokationstest liefert die Information, ob der Kranke an einem unspezifischen oder einem allergisch bedingten Asthma bronchiale leidet. Dazu lässt der Lungen-Facharzt den Patienten Metacholin inhalieren und führt dann eine weitere LuFu durch. Das Medikament bewirkt eine künstlich herbeigeführte Atemnot. Zeigt der Patient dann schlechtere Testwerte, hat seine Erkrankung keine allergische Ursache.

Dem Patienten entnommenes Blut wird auf IgE (Immunglobulin E)-Antikörper getestet. Sie sind in erhöhter Anzahl nachweisbar, wenn das Immunsystem auf ein Allergen (Allergie-Auslöser) reagiert. Ist das der Fall, ist das Bronchialasthma allergisch bedingt. In einem nächsten Schritt muss der untersuchende Mediziner herausfinden, welches das auslösende Allergen ist. Das geschieht mit dem sogenannten Prick-Test. Die Auslöser des Asthmas bilden an den mit jeweils einem Allergen betupften Haut-Ritzungen rote Stellen oder Quaddeln.

Wie wird Asthma behandelt?

Bronchialasthma lässt sich zwar heute gut mit den entsprechenden Medikamenten behandeln, aber ein Heilen des Asthmas ist nur bei einem Teil der Patienten möglich. Allerdings kommt es bei zirka 40 Prozent der erwachsenen Asthmatiker wenigstens zu abgeschwächten Symptomen.

Zum Behandeln der Asthma-Anzeichen verabreicht der Lungen-Facharzt

  • kortisonhaltige Medikamente (Glukokortikoide) zur Eindämmung der Entzündung in den Bronchien und/oder
  • Betasympathomimetika, die die Atemwege erweitern.

Als Notfall-Asthma-Spray nimmt der Asthmatiker ein schnell wirksames Betasympathomimetikum. Es sorgt bei einem Asthma-Anfall sofort für die dringend erforderliche Entspannung der Bronchialmuskeln. Der Arzt verschreibt die Glukokortikoide zum Inhalieren oder als Tabletten. Treten beim Patienten kritische Asthma-Symptome auf, erhält er Ipratropiumbromid, das bronchienerweiternd wirkt. Außerdem führt man ihm über eine Atemmaske Sauerstoff zu.

Zu einer effizienten Asthma-Therapie gehört ebenfalls, dass der Kranke seine individuellen Auslöser möglichst meidet. So sollte er das Rauchen aufgeben und sich keinem Tabakrauch von anderen Personen aussetzen. Asthmatiker, die beruflich mit Allergenen in Kontakt kommen, wechseln am besten ihren Beruf, damit sich ihre Erkrankung nicht verschlimmert.

Zur Stärkung der Lungen ist Schwimmen oder Walking gut geeignet. Der Patient fängt mit kurzen Trainingseinheiten an und steigert sich dann langsam. Dabei sollte er jedoch darauf achten, sich unter keinen Umständen zu überanstrengen. Um während des Sports besser Luft zu bekommen, empfiehlt es sich, etwa eine Viertelstunde davor ein schnell wirkendes bronchienerweiterndes Asthma-Mittel zu inhalieren. Außerdem sollte man unbedingt immer sein Notfall-Asthma-Spray dabeihaben und sich vor dem Workout eine kurze Aufwärmphase gönnen.

Patienten, die dazu neigen, in Stresssituationen Asthma-Anfälle zu bekommen, hilft das Erlernen bestimmter Entspannungstechniken (Yoga, Autogenes Training).

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