Keratokonus - Medizinische Experten

Keratokonus nennt man eine kegelförmige Vorwölbung der Kornea (Hornhaut), die das Sehvermögen beeinträchtigt. Die Hornhaut ist der vorderste Teil des Augapfels, der sich vor der Pupille befindet. Sie hat eine Dicke von zirka 0,5 Millimetern und ist etwas kleiner als eine 1-Cent-Münze. Der Keratokonus ist eine Augen-Erkrankung, bei der die Kornea immer dünner wird und sich schließlich spitz nach außen wölbt.

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Die spezielle Form der Hornhautverkrümmung tritt zusammen mit anderen Erkrankungen auf. Sie betrifft immer beide Augen, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Die Verformung bildet sich zuerst nur an einem Auge. Der Betroffene kann immer schlechter sehen und wird schließlich kurzsichtig. Die Korneaverkrümmung verläuft kontinuierlich oder aber in Schüben.

Es ist heute noch nicht möglich, den Keratokonus zu heilen. Man kann ihn jedoch mit bestimmten Sehhilfen teilweise oder aber mit einer Hornhauttransplantation vollständig korrigieren. Die äußerst seltene Augenerkrankung kommt meist ab dem vierten Lebensjahrzehnt zum Stillstand.

Ursachen für den Keratokonus

Die genauen Ursachen der kegelähnlichen Hornhautverformung sind bislang noch nicht geklärt. Die Deformation tritt oft im Zusammenhang mit vererbbaren Krankheiten wie dem Down-Syndrom auf. Außerdem kommt sie gehäuft bei Personen vor, die an Allergien, Asthma, Weichteil-Rheuma, Neurodermitis (entzündlicher Hauterkrankung mit Ekzemen) und zu trockenen Augen leiden.

Bei den Betroffenen sind die in der Hornhautoberfläche befindlichen Kollagenzellen teilweise beschädigt. Mediziner vermuten einen Eiweißabbau durch bestimmte Enzyme als Ursache. Er könnte durch genetische Anomalien, Umwelteinflüsse oder äußere Reizung ausgelöst werden. Der dann entstehende übergroße Augeninnendruck sorgt in Verbindung mit von außen auf die Hornhaut einwirkenden Belastungen für eine Schwächung des Hornhautgewebes. Die Kornea kann dem wachsenden Druck nicht mehr standhalten und wölbt sich schließlich vor.

In besonders schweren Fällen reißt sogar die hintere Korneaschicht. Augenwasser aus der vorderen Augenkammer gerät in die Hornhaut und führt dort zu einer Trübung (Hydrops, akuter Keratokonus). Das Hornhautödem, das beim Patienten zu verschwommenem Sehen führt, heilt in der Regel innerhalb weniger Monate von selbst wieder ab und hinterlässt eine Narbe.

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Автор: http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Keratoconus1-800.jpg, CC BY-SA 2.5, Link

Symptome und Diagnose des Keratokonus

Im Anfangsstadium der Erkrankung verstärkt sich die Sehschwäche beim Patienten nur langsam. Er sieht Objekte doppelt oder Schatten an Gegenständen. Von Lichtquellen scheinen sternförmige Strahlen auszugehen, von Buchstaben Schlieren. Bei ausreichender Beleuchtung treten Halbkreis oder kreisförmige grünbraune bis gelbbraune Linien auf, die der Mediziner Keratokonus-Linien, Fleischer'sche Ringe oder Kayser-Fleischer-Kornealring nennt.

Weitere Symptome sind:

  • eingeschränktes Nacht und Dämmerungssehen
  • dauerhaft gerötete Augen
  • erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • stark angespannte übermüdete Gesichtsmuskulatur
  • Kontaktlinsen verrutschen häufig oder fallen heraus

Der Augenarzt diagnostiziert die Erkrankung mithilfe von Spezialgeräten. Sie messen die Dicke der Kornea (Pentacam) und ihren Radius (Keratometer). Der Facharzt für Augenheilkunde untersucht die Hornhautoberfläche und Rückseite mit dem Keratografen und lässt einen Querschnitt durch ihren vorderen Teil anfertigen (optische Kohärenztomografie). Ein fortgeschrittener Keratokonus lässt sich bereits im Rahmen einer Sichtdiagnose gut diagnostizieren.

Wie wird ein Keratokonus behandelt?

Zur Behandlung der überstarken Hornhautwölbung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Manche Augenärzte passen den Patienten in kurzen Zeitabständen stärkere Brillengläser mit verschiedenen Sehachsen an, andere wiederum verordnen Kontaktlinsen. Da sich die Deformation innerhalb kurzer Zeit verändert, kann es passieren, dass ursprünglich gut sitzende Kontaktlinsen plötzlich herausfallen.

Da sich Sehachse und Sehschwäche schnell ändern, tragen manche Betroffene Brille und Kontaktlinsen. Rasterbrillen - darunter versteht der Facharzt Brillen, deren Gläser winzige Löcher haben - sollen ebenfalls hilfreich sein, da sie das Licht schon vor dem Eintreffen auf dem Auge bündeln und ausrichten.

Meist verordnet der Augenarzt formstabile Linsen und - bei Patienten mit sehr empfindlichen Augen - Sklerallinsen. Sie sind sehr sauerstoffdurchlässig und größer als normale harte Kontaktlinsen, sodass sie die gesamte Hornhaut bedecken. Harte Kontaktlinsen sind immer dann Mittel der Wahl, wenn weiche Linsen oder Brille die Sehschwäche nicht mehr ausreichend korrigieren oder der Patient Doppelbilder sieht. Spezielle Keratokonus-Linsen kommen nur dann zur Anwendung, wenn sich die Hornhaut extrem stark vorwölbt. Sie werden individuell gefertigt.

Schreitet die Sehschwäche dann noch weiter fort oder verursacht die Speziallinse schmerzende Druckstellen auf der Kornea, kommt nur noch eine Hornhauttransplantation infrage. Sie wird von Keratokonus-Spezialisten in einer besonderen Augenklinik durchgeführt. Man entfernt die verformte Hornhaut und setzt dem Patienten die Hornhaut eines verstorbenen Spenders ein. Danach müssen die Patienten meist noch Spezial-Kontaktlinsen tragen.

Manche Keratokonus-Patienten kommen auch mit Hybrid-Kontaktlinsen gut zurecht. Sie bestehen aus einem harten sauerstoffdurchlässigen Innenbereich und einer weichen Außenzone und eignen sich für Personen, die harte Kontaktlinsen nicht vertragen oder häufig verlieren.

Ist noch keine Hornhauttransplantation erforderlich, kommt eventuell ein intra-corneales Implantat infrage. Dabei setzt man beispielsweise einen Sehring (Vollring-Implantat) operativ in die Hornhaut ein. Um das Fortschreiten der Erkrankung wenigstens für einige Jahre aufzuhalten, bietet sich auch ein UV-Cross-Linking an. Darunter versteht der Keratokonus Spezialist eine Kollagen-Vernetzung in der Kornea. Er stabilisiert mithilfe von UVA-Strahlen und Riboflavin (Vitamin B2) die brüchig gewordene Kollagen-Schicht in der Hornhaut. Um diesen Eingriff durchführen zu können, muss die Kornea jedoch mindestens 400 Mikrometer dick sein.

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