Glioblastome - Medizinische Experten

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Glioblastome - Weitere Informationen

Bei einem Glioblastom handelt es sich um einen malignen, das heißt bösartigen Hirntumor. Fachärzte sprechen auch von einem Glioblastoma multiforme. Der Tumor tritt am häufigsten bei Menschen mittleren Alters auf und ist dafür bekannt, sich innerhalb von nur kurzer Zeit rasch auszubreiten.

Medizinische Definition und Beschreibung des Krankheitsbildes

Glioblastome sind bösartige Hirntumore. Sie gehören zu den sogenannten diffus infiltrierenden Gliomen. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Tumoren, die dem Stützgewebe des Nervensystems abstammen und als hochgradig bösartig gelten. Aufgrund dieses Befunds stuft sie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Grad-IV-Tumor ein, die mit einer besonders schlechten Prognose einhergehen.

Besonderheiten

In der Mehrheit der Fälle bildet sich das Glioblastom in einer der beiden Großhirnhälften aus und wächst sehr rasch über den Balken in die andere Sphäre des Gehirns ein. Dieses Verhalten führt dazu, dass der Tumor auf Bildern einem Schmetterling ähnelt. Umgangssprachlich wird deshalb auch von einem Schmetterlingsgliom gesprochen.

Mikroskopische Untersuchungen des Tumorgewebes haben ergeben, dass dieses von kleinen Hohlräumen (Zysten), Einblutungen und abgestorbenem Gewebe (Nekrosen) durchzogen ist. Dieses variable Erscheinungsbild hat dazu geführt, dass der Tumor auch als buntes Gliom oder Glioblastoma multiforme bezeichnet wird.

Das Gliosarkom stellt eine besondere Ausprägung des Glioblastoms dar, die sich in bestimmten Gewebeeigenschaften von diesem unterscheidet. Diese Unterschiede bewegen sich allerdings lediglich im Minimalbereich, sodass Diagnose, Prognose und Therapie nicht voneinander abweichen.

Glioblastoma - MR coronal with contrast
Glioblastom links oberhalb der Bildmitte bei einem 15jährigen Jungen

Primäres und sekundäres Glioblastom

Je nach Entstehungsform unterscheidet die medizinische Fachliteratur zwischen primären und sekundären Glioblastomen.

  • Das primäre Glioblastom stammt unmittelbar von gesunden Hirnzellen, den sogenannten Astrozyten ab. Es kann sich innerhalb von nur wenigen Wochen entwickeln. Menschen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr gelten als besondere Risikogruppe.
  • Das sekundäre Glioblastom ist wesentlich seltener als die primäre Form des Tumors. Es entwickelt sich aus einem bereits bestehenden Tumor, der wiederum aus Astrozyten besteht. Das sekundäre Glioblastom entwickelt sich damit langsamer als die primäre Ausprägung. Es stellt das Endstadium einer länger andauernden malignen Erkrankung dar.

Epidemiologie: Männer sind häufiger betroffen als Frauen

Glioblastome zählen zu den häufigsten Hirntumoren überhaupt. Etwa 20 % der malignen Gliome sind Glioblastome. Unter den aus Hirngewebe bestehenden Tumoren machen sie 50 % der Fälle aus. Die Mehrheit der Patienten erkrankt zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr, wobei Menschen zwischen dem sechsten und siebten Lebensjahrzehnt als besondere Risikogruppe gelten. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass auch Kinder und Jugendliche erkranken. Das durchschnittliche Lebensjahr bei Stellung der Diagnose liegt bei 64 Jahren.

Nach Beobachtung von Experten zeigt sich, dass Männer häufiger betroffen sind als Frauen (Verhältnis 1,7 zu 1). Innerhalb eines Jahres erkranken von 100.000 Menschen ca. drei Personen an einem Glioblastom. Daten des amerikanischen Hirntumorregisters belegen außerdem, dass insbesondere Menschen weißer Hautfarbe an einem Gliobastom erkranken. Aus den Daten geht hervor, dass die schwarze Bevölkerung ein um 50 % geringeres Risiko aufweist.

Symptome eines Glioblastoms

Menschen, die an einem Glioblastom erkrankt sind, leiden unter spezifischen Symptomen. Deren Intensität und Ausprägung hängt allerdings davon ab, wo genau sich der Gehirntumor befindet. Je nach befallener Hirnregion kommt es also zu völlig unterschiedlichen Symptomen, was das Stellen einer belastbaren Diagnose erschwert. Im Allgemeinen treten die Symptome sehr plötzlich auf. Außerdem verschlimmern sie sich schneller als bei anderen Tumoren. Dies ist auf das rasche Wachstum des Glioblastoms zurückzuführen.

Da das Gehirn wegen des Tumors keine Möglichkeit hat, sich an die geänderten Druckverhältnisse anzupassen, leiden die Betroffenen an Kopfschmerzen. Diese treten in der Regel nachts oder in den frühen Morgenstunden auf. Die Patienten berichten, dass sich der Schmerz im Verlaufe des Tages von selbst bessert. Anders als bei anderen Kopfschmerzen kehrt der Glioblastom-Kopfschmerz in regelmäßigen Abständen wieder. Außerdem verstärkt er sich schnell, sodass verschreibungsfreie Arzneien oft wirkungslos bleiben.

Im Endstadium verhalten sich einige Patienten schläfrig bis komatös, da der Hirndruck immer stärker wird. Ein generelles Gefühl von Krankheit und Unwohlsein stellt sich ein, das den Lebensalltag zunehmend dominiert. Sofern das Sprach- oder das Muskelsteuerzentrum betroffen sind, haben die Betroffenen erhebliche Sprachschwierigkeiten. Da diese plötzlich auftreten, wird nicht selten die Fehldiagnose Schlaganfall gestellt.

Darüber hinaus verursacht ein Glioblastom auch die folgenden Symptome:

  • Krampfanfälle
  • Wesensveränderungen
  • Übelkeit
  • Müdigkeit und allgemeine Abgeschlagenheit

Medizinisch anerkannte Ursachen und Risikofaktoren der Erkrankung

Ein primäres Glioblastom entsteht aus Astrozyten. Diese bilden bedeutende Stützzellen des Zentralnervensystems, die das Nervengewebe von den Blutgefäßen abtrennen. Die Astrozyten werden – wie andere Körperzellen auch – regelmäßig erneuert. Kommt es bei dieser Zellerneuerung zu Fehlern, entsteht ein unkontrolliertes Zellwachstum, das zur Ausbildung des Tumors führt.

Sekundäre Glioblastome entwickeln sich hingegen aus schon bestehenden Tumoren. Sie stellen also das Endstadium einer bereits andauernden Erkrankung dar.

Warum es zu Fehlern bei der Zellerneuerung kommen kann, ist bislang nicht gänzlich geklärt. Der einzig gesicherte Risikofaktor ist das übermäßige Aussetzen von ionisierten Strahlen. Daneben bestehen lediglich einige Theorien. So konnte festgestellt werden, dass Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen wie dem Turcot-Syndrom besonders häufig an einem Glioblastom erkranken.

Untersuchung und Diagnose

Da die typischen Symptome des Glioblastoms plötzlich auftreten, suchen einige Patienten einen Neurologen auf. Dieser beginnt mit der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Das wichtigste diagnostische Mittel bei einem Hirntumor ist die Magnetresonanztomografie (MRT). Als Alternative hierzu kann auch die Computertomografie (CT) zum Einsatz kommen. Die beiden bildgebenden Verfahren ermöglichen es den Ärzten, den Tumor sichtbar zu machen. Ein Verdacht ergibt sich, wenn auf den Bildern helle, ringförmige Strukturen sichtbar werden. Diesen Verdacht bestätigen Ärzte durch die Entnahme und Untersuchung von Gewebeproben (Biopsie).

Therapie- und Behandlungsformen

Bei einem Glioblastom ist eine Operation häufig sehr schwierig bis unmöglich. Hier besteht die einzige Möglichkeit, den Tumor mithilfe einer aggressiven Chemotherapie und einer Strahlentherapie in den Griff zu bekommen. Auch im Anschluss an eine Operation wird die Tumorregion bestrahlt, um mögliche Restzellen abzutöten. Ergänzend hierzu ist die Einleitung einer ca. sechsmonatigen Chemotherapie angezeigt, die auf dem Wirkstoff Temozolomid aufbaut.

Prognose

Glioblastome werden als Grad 4 Tumor eingeordnet. Dabei handelt es sich um den höchsten Schweregrad, den ein Tumor erreichen kann. Die Mehrzahl der Patienten verstirbt innerhalb eines Jahres nach Stellung der Diagnose.

Fazit

Das Glioblastom zählt zu den malignen, also bösartigen Hirntumoren. Es entwickelt sich in nur sehr kurzer Zeit und wird vor allem bei Menschen mittleren Alters beobachtet. Welche Risikofaktoren bestehen, ist weitestgehend unbekannt. Die humanmedizinische Literatur beschränkt sich lediglich auf die Feststellung von Vermutungen, die nicht über das Stadium einer Theorie hinausgehen. Trotz intensiver Behandlungsmethoden (zB. Operationen oder Strahlen- bzw. Chemotherapie) liegt die Lebenserwartung der Betroffenen bei lediglich etwas über einem Jahr.

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