Cholesteatom - Medizinische Experten

Gesunde Ohren tragen nicht nur zum guten Hören bei – die Ohren sind auch essentiell für den Gleichgewichtssinn. Erkrankungen des Ohrs können daher aus verschiedenen Gründen unangenehm werden, etwa dann, wenn es sich um eine Entzündung handelt. Es gibt verschiedene Entzündungsformen des Mittelohrs. Eine davon ist das sogenannte Cholesteatom, bei dem es zum Einwachsen von Hautschichten kommt, die dann eine Entzündung hervorrufen. Dieses Krankheitsbild kann unangenehme Folgen haben und sollte daher möglichst schnell therapiert werden.

Weitere Informationen zum Cholesteatom finden Sie im Text weiter unten.

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Cholesteatom - Weitere Informationen

Was ist ein Cholesteatom?

Ein Cholesteatom ist eine eitrige Entzündung des Mittelohrs im Bereich hinter dem Trommelfell. Ausgelöst wird sie in der Regel von Hautschichten des Trommelfells oder des Gehörgangs, wenn diese sich im Mittelohr festsetzen und dort einwachsen. Als Folge dessen entsteht eine Entzündung. Diese wird auch als Perlgeschwulst bezeichnet. Man muss bei diesen Geschwülsten zwischen mehreren Formen unterscheiden:

Primäres Cholesteatom:

Bei der primären Variante handelt es sich um die angeborene Form oder Neigung zu dieser Entzündung. Man geht davon aus, dass diese sich bereits in der Embryonalzeit entwickelt und trotz eines intakten Trommelfells entstehen kann.

Sekundäres Cholesteatom:

Herrschen im Mittelohr ein erhöhter Unterdruck sowie Störungen bei der Belüftung, kann sich das Trommelfell zurückziehen und die Entstehung dieses Leidens begünstigen. Auch dann, wenn sich ein Loch im Trommelfell befindet, können Hautschichten in das Mittelohr eindringen und zu einem Cholesteatom führen.

Traumatisches Cholesteatom:

Bei Unfällen, in deren Rahmen es etwa zu Knochenbrüchen am Schädel oder am Felsenbein kommt, können ebenfalls Hautschichten in das Mittelohr gelangen und so zu dieser Form der Entzündung führen.

Symptome und Gefahren eines Cholesteatoms

Zu Beginn der Erkrankung kommt es unter Umständen zu keinen allzu großen Beschwerden. In der Folge jedoch treten Schmerzen auf. Zudem läuft häufig ein streng riechendes Sekret aus dem Ohr heraus. Zudem kann sich auch die Hörstärke im betroffenen Ohr negativ verändern. Da es sich beim Ohr auch um das Gleichgewichtsorgan des Menschen handelt, kann es hier ebenfalls im weiteren Krankheitsverlauf zu Problemen kommen. Unbehandelt greift die Entzündung im Extremfall auch auf die Gesichtsnerven oder das Gehirn über.

Da auch die Knochensubstanz bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf in Mitleidenschaft gezogen werden kann, können die Nerven so stark geschädigt werden, dass es zu einer sogenannten Faszialisparese (Gesichtslähmung) kommt. Ebenfalls auftreten können Kopfschmerzen, Fieber, Schwindel, ein steifer Nacken sowie Krampfanfälle. Wichtig: Diese Symptome müssen nicht zwangsläufig alle auftreten. Jedoch können sich einzelne Begleiterscheinungen oder aber auch mehrere auf einmal bemerkbar machen.

Da es sich um eine recht vielfältige Symptompalette handelt, hier noch einmal im Überblick:

  • Ohrenschmerzen
  • Streng riechender Ausfluss von Sekret
  • Schwindel
  • Erbrechen
  • Minderung des Hörvermögens
  • Gesichtslähmung
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Nackensteife

Wie kann der Arzt ein Cholesteatom feststellen?

Bei Beschwerden der Ohren ist der Hals-Nasen-Ohren-Arzt der erste Ansprechpartner. Er wird die Untersuchung mit einem sogenannten Ohrspiegel durchführen, mit dessen Hilfe er unter anderem das Trommelfell beurteilen kann. Das Gehör wird im Rahmen dieser Untersuchung ebenfalls beurteilt. Liegt eine Entzündung vor, zeigt sich oft eine gestörte Schallleitung. In diesem Fall spricht man von einer Schallleitungs-Schwerhörigkeit. Zu den weiteren Untersuchungen, die beim Verdacht auf ein Cholesteatom durchgeführt werden, zählen unter anderem bildgebende Verfahren, Gleichgewichtsprüfungen sowie bakteriologische Untersuchungen (mit Abstrich).

Die Behandlung eines Cholesteatoms

Die einzig wirksame Methode ist eine Operation. Hierbei kommt es darauf an, den Entzündungsherd zu beseitigen und gegebenenfalls durch die Entzündung geschädigte Strukturen des Ohrs wiederherzustellen. Letzteres ist vor allem dann angezeigt, wenn bereits die Hörstärke unter der Erkrankung gelitten hat. Es kann allerdings sein, dass bei einer solchen Operation nicht alle Teile des Cholesteatoms restlos entfernt werden können. Tritt dieser Fall ein, dann folgt in der Regel nach einigen Monaten ein zweiter Eingriff.

Die operative Methode hat noch einen weiteren Nutzen: Sollten der Erkrankung etwa Schäden des Trommelfells zugrunde liegen – zum Beispiel ein Loch – dann können diese ebenfalls mitbehandelt werden. Eine wirkliche Alternative zur Operation gibt es hier nicht, da diese Entzündung nicht von selbst abheilt. Wird sie nicht therapiert, können die Folgen teils lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.

Ergänzend zu einer OP werden auch Medikamente gegeben. In den meisten Fällen handelt es sich um Antibiotika, die in erster Linie zusätzlich die Entzündung bekämpfen. Die Gabe dieser Medikamente kann aber auch vor dem eigentlichen Eingriff erfolgen. Dies hat den positiven Effekt, dass die Risiken während einer OP durch die bereits bekämpfte Entzündung verringert werden können.

Wie gut ist die Prognose nach einer Cholesteatom-OP?

Wird das Leiden rechtzeitig erkannt und therapiert, dann bestehen gute Prognosen. Die Gefahr für ein Rezidiv, also eine Wiederholung des Entzündungprozesses, ist dennoch gegeben, da bei einer Operation zwar das Symptom – das Cholesteatom – entfernt werden kann, jedoch oft nicht die eigentliche Ursache. Die Prognosen in Bezug auf das Hörvermögen fallen sehr individuell aus. Bei einigen Patienten kann sich das Ohr und somit auch das Hörvermögen wieder erholen. War die Erkrankung zum Zeitpunkt der Behandlung allerdings schon in einem fortgeschrittenen Stadium, sind einige Schäden möglicherweise nicht mehr zu reparieren.

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