Osteosynthese - Spezialisten in Deutschland finden

Unter dem Begriff Osteosynthese versteht man in der Medizin ein Verfahren, durch welches sich die Funktion gebrochener oder verletzter Knochen wiederherstellen lässt. Zwar genügt es in den meisten Fällen, einen Gipsverband anzulegen. Doch gerade bei komplizierteren Brüchen ist es oft notwendig, die Bruch-Enden mittels Osteosynthese mit Schrauben, Drähten, Nägeln und Metallplatten zu fixieren, damit diese wieder gut zusammenwachsen können.

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Die Osteosynthese - was ist das und wie wird sie angewendet?

Der Begriff Osteosynthese lässt sich am einfachsten mit Knochenverbindung übersetzen. Es handelt sich hierbei um verschiedene operative Verfahren, die bei Knochenbrüchen angewendet werden. Diese werden durchgeführt, um den Knochen insgesamt wieder zu stabilisieren. Denn dieser verliert durch den Bruch an Stabilität. Und weil sich die Bruchstücke selbst bei alltäglichen Bewegungen ständig verschieben, kann die Bruchstelle nicht ordentlich verheilen.

Bei einem osteosynthetischen Verfahren lautet das Ziel deshalb, die Bruchstücke des Knochens wieder zu ihrer ursprünglichen Form zusammenzufügen. Zugleich soll aber auch die Bruchstelle stabilisiert werden, sodass die ursprüngliche Funktion des Knochens wiederhergestellt werden kann. Angewendet werden dafür üblicherweise folgende Verfahren der Osteosynthese:

  • Plattenosteosynthese
  • Schraubenosteosynthese
  • Marknagelosteosynthese
  • Kirschner-Draht-Fixation - diese wird gern bei Kindern angewendet
  • Fixatur externe
  • Zuggurtungsosteosynthese
  • Dynamische Hüftschraube - dieses Verfahren wird genutzt, wenn der hüftnahe Oberschenkelknochen gebrochen ist.

Welches Verfahren im individuellen Fall gewählt wird, hängt allerdings auch davon ab, wo sich der Knochenbruch befindet und welcher Art dieser ist.

Wann wird die Osteosynthese durchgeführt?

Nicht bei allen Knochenbrüchen ist eine operative Behandlung notwendig. Empfohlen wird die Osteosynthese aber bei folgenden Krankheitsbildern:

  • offene Knochenbrüche oder solche, die auch ein Gelenk betreffen
  • Knochenbrüche, die mit Verletzungen an Nerven oder Blutgefäßen einhergehen
  • Knochenbrüche, die am Bein erfolgt sind
  • Knochenbrüche, bei welchen mehrere Bruchstücke aufgetreten sind, diese werden auch Mehrfragmentfrakturen genannt
  • Knochenbrüche bei Patienten, die mehrere lebensgefährliche Verletzungen davon getragen haben
  • bei Patienten, die unter schlechter Bruchheilung leiden, wie es etwa bei älteren Menschen und Osteoporose-Patienten der Fall ist
  • sofern der Patient schneller mobilisiert werden muss als es üblicherweise der Fall ist, etwa bei einem Leistungssportler

Wie sind die Knochen aufgebaut?

Grundsätzlich besteht der menschliche Knochen aus einer relativ festen Rinde und einem etwas weicheren Kern, der sogenannten Spongiosa. Große Knochen besitzen zudem in ihrem Inneren einen Markraum, in welchem sich das Knochenmark befindet. Dieses wird mit zunehmendem Alter allerdings immer mehr durch Fett ersetzt. Umhüllt wird der Knochen schließlich vom Periost, der Knochenhaut.

Was passiert bei der Osteosynthese?

Vor dem eigentlichen Eingriff müssen die Bruchstücke am Knochen zunächst wieder in die korrekte Form gebracht werden. Dieser Schritt ist als Reposition bekannt. Hierfür ist vielfach nicht einmal eine Operation erforderlich, weil der Arzt die Bruchstücke allein durch Bewegungen und Zug wieder in die ursprüngliche Lage bringen kann. Ist das nicht der Fall oder handelt es sich um einen komplizierten Bruch, so wird die Reposition während der Operation durchgeführt.

Die verschiedenen Verfahren der Osteosynthese im Detail

Wird eine Schraubenosteosynthese durchgeführt, so muss hier zwischen den Zug- und den Hochzuschrauben unterschieden werden. Erfolgt eine Zugschraubenosteosynthese, wird zunächst die Rinde des Knochens so weit aufgebohrt, dass in dieses Loch eine Schraube gleiten kann. Direkt gegenüber diesem Bruchstück wird ein etwas kleineres Loch gebohrt, in welches das Gewinde für die Schraube geschnitten wird.

Wird nun eine Schraube in die Löcher gedreht, werden die beiden Knochenbruchstücke fest aneinandergedrückt. Die Spongioschraube besitzt einen langen Schaft mit einem kurzen Gewinde am unteren Ende. Auch hier bohrt der Chirurg ein Loch in den Knochen, durch welches der Schaft der Schraube gleiten kann. Anschließend wird die Schraube so in das Bohrloch gedreht, dass sich das Gewinde hinter der Bruchlinie befindet. Auch hier entsteht letztlich ein Zug, durch welchen die Bruchstücke wiederum fest aneinandergedrückt werden.

Wird eine Plattenosteosynthese durchgeführt, so legt der Arzt zunächst den Knochen an der Bruchstelle frei. Anschließend wählt er eine Platte aus, die von Form und Größe her auf die Oberfläche des Knochens passt. Die Platte wird über die Bruchlinie gelegt und an allen Fragmenten des Knochens mit Schrauben befestigt. In diesem Fall sorgt also die Platte für eine feste Verbindung.

Bei der Marknagelosteosynthese öffnet der Arzt die Markhöhle des Knochens mit einem Pfriem oder einem Draht. Anschließend wird der Markraum aufgeweitet und hier ein Nagel eingeschlagen, welcher den Bruchraum deutlich überbrücken sollte. Dieser stellt damit gewissermaßen eine innere Schiene dar. Damit sich der Nagel nicht verschieben kann, wird gegebenenfalls noch ein Querbolzen im Knochen eingeschlagen, der sogenannte Verriegelungsnagel.

Erfolgt die Osteosynthese nach der Methode des Kirschner-Draht-Verfahrens, wird die Bruchstelle mit elastischen Stahldrähten überbrückt. Diese werden durch die Knochenrinde getrieben und in der Spongiosa versenkt. Der obere Teil des Drahtes sollte aber außerhalb des Knochens verbleiben, damit er nach der Heilung des Bruchs problemlos entnommen werden kann. Diese Methode eignet sich vor allem, wenn es darum geht, Frakturen an kleineren Knochen oder einen Bruch in den Wachstumsfugen auszukurieren. Gern verwendet wird dieses Verfahren auch bei Schlüsselbeinbrüchen.

Bei der Zuggurtungsosteosynthese werden die Zugkräfte, welche die Bruchstücke auseinanderziehen, in Druckkräfte umgewandelt. Der Chirurg steckt hierbei zunächst zwei Drähte, die parallel zueinander und senkrecht zum Bruchspalt verlaufen, in den Knochen. Anschließend legt er um beide Drähte eine weiche Drahtschlinge. Diese wird durch einen Kanal so in den Knochen geschoben, dass sie straff gespannt ist.

Bei der Fixateur externe-Osteosynthese wird der Knochenbruch durch ein äußeres Gestell fixiert. Dafür werden zunächst kleine Schnitte in der Haut des Patienten angebracht, durch welche kleine Löcher in den gebrochenen Knochen gebohrt werden. Anschließend werden Metallstäbe aufgesetzt, welche mit Metallstrebungen verbunden werden, sodass die Bruchstelle stabilisiert wird.

Handelt es sich hingegen um einen Bruch des Oberschenkelhalses, ist die dynamische Hüftschraube die bevorzugte Behandlungsmethode. Hier wird ein Führungsdraht in den Teil des Oberschenkelhalses eingeführt, der sich in der Nähe des Hüftgelenks befindet. Anschließend wird eine Schraube, die ein kurzes und dickes Gewinde besitzt, in den Hüftknopf gedreht. Abschließend wird an der Außenseite des Oberschenkelknochens eine Metallplatte geschraubt. Der Bruchspalt wird in den folgenden Wochen allein durch das Körpergewicht des Patienten zusammengedrückt.

Gibt es nach der Operation etwas zu beachten?

Sobald die Osteosynthese eingebracht ist, vernäht der Arzt die Muskulatur sowie das Bindegewebe der Haut. Anschließend legt er einen Wundverband an. Die Patienten müssen nach dem Eingriff selbst keine Besonderheiten beachten.

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