Osteoporose - Medizinische Experten

Osteoporose ist eine häufige chronische Erkrankung, bei der sich die Knochendichte und die Knochenmasse über das normale Maß hinaus verringert - daher auch die deutsche Bezeichnung Knochenschwund. Als Folge davon nimmt die Knochenstabilität ab, die Knochen werden porös und brüchig. Die Gefahr für Knochenbrüche nimmt zu.

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Häufigkeit der Osteoporose

Insbesondere bei Frauen ab etwa 45 Jahren und bei Männern ab etwa 55 Jahren nimmt die Knochendichte zunehmend ab, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. So haben bereits circa 15% der Frauen zwischen 50 und 60 Jahren eine postmenopausale Osteoporose und fast die Hälfte der Frauen über 70 Jahren eine Altersosteoporose.

Ursachen und Risikofaktoren der Osteoporose

Während in jungen Jahren Knochen aufgebaut wird, beginnt mit etwa 30 Jahren bereits der normale (physiologische) Abbau von Knochenmasse. Gleichzeitig baut der Körper aber immer noch Knochen auf. Knochenaufbau und Knochenabbau werden durch verschiedene Faktoren im Körper - zum Beispiel durch Kortikosteroide, Östrogene und Jodothyronine - gesteuert. Bei Frauen kommt dieses Gleichgewicht ab etwa 40 bis 45 Jahren aufgrund des zunehmenden Mangels an Östrogenen aus den Fugen, der Knochensubstanzverlust nimmt nun über das normale Maß hinaus ab, es entwickelt sich eine Osteoporose. Etwa 90% aller Osteoporose-Erkrankungen sind auf diesen Östrogenmangel zurückzuführen (sog. primäre Osteoporose).

Neben dieser primären Osteoporose gibt es auch die sekundäre Osteoporose, die sich als Folge von anderen Erkrankungen, wie beispielsweise Magersucht oder chronische Darmerkrankungen, entwickelt. Hier liegt häufig ein Nährstoffmangel, meist an Kalzium und Vitamin D, zugrunde. Aber auch bestimmte Medikamente stellen Risikofaktoren dar, wie das Kortison, Blutverdünner, Schilddrüsenhormone und Immunsuppressiva oder Arzneimittel, die in der Therapie von Tumorerkrankungen, Depressionen, Diabetes und Epilepsie eingesetzt werden.

Als Risikofaktoren lassen sich neben dem Alter und Geschlecht damit auch manche Krankheiten, ein ungesunder Lebensstil (z.B. Vitamin-D-arme Ernährung, mangelhafte körperliche Bewegung, Alkoholkonsum, Rauchen, Untergewicht) und genetische Veranlagung identifizieren.

Osteoporose

Symptome und Verlauf der Osteoporose

Osteoporose verursacht zunächst keine Beschwerden. Allerdings kommt es im weiteren Verlauf der Erkrankungen zu Knochenbrüchen, die ohne erkennbare Ursache auftreten. Diese Knochenbrüche werden deshalb auch Spontanbrüche genannt. Treten diese Knochenbrüche im Bereich der Wirbel auf, kommt es zu Rückenschmerzen, die häufig vom Patienten als Hexenschuss oder Ischiasschmerz fehlgedeutet werden.

Unbehandelt werden die Patienten durch den zunehmenden Knochenverlust und die Wirbelkörperbrüche kleiner, sie entwickeln einen Rundrücken und die Lendenwirbelsäule verkrümmt sich nach vorne. Um den daraus sich entwickelnden Schmerzen auszuweichen, nehmen die Patienten eine Schonhaltung ein, die dann in der Regel wiederum zu schmerzenden Muskelverspannungen führt. Die Lebensqualität nimmt mit fortgeschrittener Osteoporose durch die dauerhaften Schmerzen und die Bewegungseinschränkung ab.

Insbesondere im Alter kommt es vermehrt zu Stürzen mit einer erhöhten Gefahr von Knochenbrüchen und anderen Verletzungen, die eine weitere Behinderung für den Patienten bedeuten.

Diagnose der Osteoporose

Aufgrund der fehlenden Symptome wird eine anfängliche Osteoporose häufig nicht erkannt. Eine Osteoporose im Anfangsstadium lässt sich nur durch Messung der Knochendichte nachweisen. Die Knochendichte kann mithilfe der DXA-Methode zuverlässig bestimmt werden. Dies ist ein spezielles Röntgenverfahren, bei dem niedrig dosierte Röntgenstrahlen eingesetzt werden. Je nach Menge der Röntgenstrahlen, die durch den Knochen hindurchgehen, wird der sog. T-Wert bestimmt. Er gilt als Maß für die Knochendichte. So bedeutet ein T-Wert von -1,00 Normalwert, ein Wert von -1,01 bis -2,49 steht für Osteopenie (verringerte Knochendichte, aber ohne erhöhte Bruchgefahr) und ein Wert von -2,5 und kleiner bedeutet Osteoporose.

Neben der DXA-Methode gibt es noch zwei weitere Verfahren zur Knochendichtebestimmung: QCT (quantitative Computertomografie) und QUS (quantitativer Ultraschall). QCT ist allerdings nicht so genau wie die DXA-Methode, und bei QUS sind die Patienten zwar keiner Strahlung ausgesetzt, allerdings ist die Methode noch nicht ganz ausgereift.

Neben der Bestimmung der Knochendichte gehören zur Diagnostik noch die Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte), die körperliche/klinische Untersuchung, die Blutuntersuchung und bei Verdacht auf Knochenbrüche auch bildgebende Verfahren (Röntgenuntersuchung).

Behandlung der Osteoporose

Eine bereits vorhandene Osteoporose kann nicht rückgängig gemacht werden. Daher kommt der Vorbeugung und dem Stopp des Knochenabbaus besondere Bedeutung zu. Wichtig sind dabei kalziumreiche und ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Bewegung. Insbesondere Kalzium senkt das Risiko für Knochenbrüche. Auch Vitamin-D-Präparate werden empfohlen.

Bei fortgeschrittener Osteoporose werden Medikamente eingesetzt, die den übermäßigen Abbau des Knochens stoppen und die noch vorhandene Knochenmasse stärken sollen. Für die Hemmung des Knochenabbaus werden häufig Bisphosphonate eingesetzt, aber auch andere Medikamente sind zugelassen. Östrogene und Gestagene werden nur in Ausnahmefällen und vorübergehend verschrieben, z.B. bei starken Hitzewallungen und Schweißausbrüchen in den Wechseljahren.

Vorbeugung der Osteoporose

Wichtig in der Vorbeugung einer Osteoporose sind eine kalziumreiche und ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und die Stärkung der Muskulatur, der Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum und Rauchen. Auch sollte Untergewicht vermieden werden.

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