Hüftarthrose - Medizinische Experten

Die Hüftarthrose ist eine degenerative Erkrankung des Hüftgelenks, die auf einen Verschleiß der Knorpeloberfläche der Hüftpfanne und des Hüftkopfes zurückzuführen ist. Beim Patienten äußert sich eine Hüftarthrose durch massive Schmerzen, Bewegungseinschränkungen im Bereich des betroffenen Gelenks und Veränderungen des Gangbilds (Hinken).

Weitere Informationen zur Hüftarthrose finden Sie weiter unten.

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Hüftarthrose - Weitere Informationen

Was ist eine Hüftarthrose?

Der Knorpel sorgt bei gesunden Menschen dafür, dass nur eine indirekte Reibung zwischen Hüftkopf und Oberschenkelknochen entsteht. Ausgelöst durch verschiedene Grunderkrankungen, wird bei einer Hüftarthrose der Gelenkknorpel im Hüftgelenk fortschreitend abgeschliffen. Im Gegensatz zur ruhenden Hüftarthrose liegen bei einer aktivierten Hüftarthrose Entzündungszeichen vor. Kleinste Anteile von Knorpelgewebe werden in die Gelenksflüssigkeit abgestoßen und lösen Entzündungen aus.

Die Hüftarthrose, auch Coxarthrose genannt, verläuft über Jahre unerkannt und tritt meist erst im höheren Erwachsenenalter in Erscheinung. Als Diagnoseinstrumente werden Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen eingesetzt.

Wie entsteht eine Hüftarthrose?

Bei einer Hüftarthrose liegt immer ein Verschleiß des Gelenkknorpels vor. Der Knorpel wird im Verlauf immer dünner, reißt ein und raut auf. Anfangs sind nur kleine Flächen von den Schäden betroffen. Der Patient hat noch keine Beschwerden. Durch den Abbau des Knorpels erhöht sich der Druck auf die darunterliegenden Knochen immer mehr. Am Knochen entwickeln sich sogenannte subchondrale Sklerosierungen.

Um den Druck auszugleichen, vergrößert sich die Gelenkfläche und bildet Osteophyten, die das Hüftgelenk unbeweglicher machen. Dieser Prozess schreitet immer mehr voran, bis die Knorpelschicht vollkommen abgerieben ist und die Knochen ohne Schutz auf den gegenüberliegenden Knochen liegen.

Arthrose im Hüftgelenk und Kniegelenk

Was sind die Ursachen einer Hüftarthrose?

Die Ursachen der Coxarthrose können grundsätzlich in zwei Gruppen gegliedert werden.

Primäre Ursache

Gerade bei Patienten über 50 Jahre, ist oftmals keine genaue Ursache der Arthrose zuzuordnen. Es handelt sich lediglich um eine anlagebedingte Schwachstelle des Körpers, die aufgrund altersbedingter Abbauprozesse auftritt.

Sekundäre Ursachen

Zu den sekundären Ursachen zählen angeborene Fehlstellungen (Hüftdysplasie), unfallbedingte Verletzungen des Hüftgelenks (meist als Folge einer Azetabulumfraktur), anhaltende Überlastung durch täglich wiederkehrende Bewegungen, Übergewicht und entzündliche Erkrankungen (Rheuma).

Welche Symptome treten bei einer Hüftarthrose auf?

Die Hüftarthrose ist eine chronische Erkrankung, die sich zumeist über mehrere Jahre entwickelt. Wesentliche Krankheitsanzeichen sind zunehmende Schmerzen im Hüftgelenk, zunehmende Bewegungseinschränkung und Muskelverspannungen. Bei einer aktivierten Hüftarthrose, die phasenweise während des Krankheitsverlaufes auftreten kann, werden zusätzlich Schwellungen, Rötungen und Überwärmung angezeigt. Folgende Symptomatik kennzeichnet eine fortgeschrittene Coxarthrose:

  • Anlaufschmerzen: Der Patient empfindet Schmerz beim Beginn einer Bewegung, insbesondere nach längeren Ruhephasen.
  • Gelenkschmerzen, die bei Belastung auftreten
  • Ruheschmerzen: Beim Liegen oder Sitzen empfindet der Patient Schmerzen.
  • Gangstörungen: Nach längerer Belastung ist ein leichtes Einknicken der von der Arthrose betroffenen Seite ersichtlich.
  • Bewegungseinschränkung: Der Oberschenkel kann schlechter gebeugt, gedreht und gestreckt werden. Der Patient empfindet Schmerzen beim Abspreizen des Oberschenkels.

Wie wird eine Hüftarthrose diagnostiziert?

Körperliche Untersuchung zur Diagnose einer Coxarthrose

Der Auftakt der Untersuchung erfolgt durch eine körperliche Untersuchung, bei der Gang, Haltung, Muskelschwächen, Schonhaltung und mögliche Fehlstellungen im Zentrum stehen. Bei fortgeschrittener Arthrose im Hüftgelenk ist die Innendrehfähigkeit des Beins sowie die tiefe Beugung (beim Sitzen) nicht mehr möglich.

Bildgebende Verfahren zur Diagnose einer Hüftarthrose

Anhand eines Röntgenbildes kann die Verschmälerung des Gelenkspaltes zwischen Hüft- und Oberschenkelknochen und der damit einhergehende Verlust des Knorpels gut dargestellt werden. Je schmäler der Gelenkspalt, desto fortgeschrittener ist die Hüftarthrose. Osteophyten und subchondrale Sklerosierungen sind ebenfalls anhand des Röntgenbildes erkennbar.

Wichtig für die digitale Planung einer Hüftprothese ist der Schenkelhalswinkel und der Abstand des Hüftkopfdrehzentrums zum Oberschenkelknochen. In manchen Fällen kommen Spezialuntersuchungen wie MRT, CT oder Szintigraphie zum Einsatz.

Wie wird eine Hüftarthrose behandelt?

Der Verlauf einer Coxarthrose ist variabel und von vielen unterschiedlichen individuell verschiedenen Faktoren abhängig.

Konservative Behandlun

Im Anfangsstadium einer Hüftarthrose können Patienten durch spezielle Maßnahmen, wie gelenkschonende Bewegungsabläufe, Massagen, Krankengymnastik, orthopädische Schuhe u.a. viel dazu beitragen, den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen. Ist die Krankheit weiter fortgeschritten, helfen Medikamente zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Vorbeugende Maßnahmen sind des Weiteren, die Gewichtsabnahme und Bewegungen mit geringer Belastung des Hüftgelenks.

Der Einsatz einer Hüftprothese bei einer Hüftarthrose

Im Endstadium einer Hüftarthrose und bei starker Beeinträchtigung der Lebensqualität sollten operative Methoden, wie der Einsatz einer Hüftprothese, in Betracht gezogen werden.


Dieser Text wurde überprüft von unserem Experten Dr. med. Attila Vásárhelyi.

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