Hammerzehen - Medizinische Experten

Unter einem Hammerzeh (Digitus malleus oder Hallux malleus) versteht man eine Zehenverformung, die durch zu enges oder zu kleines Schuhwerk zustande kommt. Ist der Schuh vorne zu kurz oder zu schmal, stoßen die Zehen an und krümmen sich. Auch hohe Absätze begünstigen diese Fehlstellung, da durch die Erhöhung der Ferse der Fußballen nach vorne rutscht und der vermehrte Druck auf den Vorderfuß eine chronische Belastung verursacht.

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Hammerzehen - Weitere Informationen

Unsere Füße tragen uns im Laufe unseres Lebens rund dreimal um den Erdball. Oft ist unser Schuhwerk dafür allerdings ungeeignet. Vor allem Frauen bekommen deshalb im Alter oft Probleme mit ihren Füßen, da High Heels, Stilettos & Co. die denkbar ungünstigsten Schuharten für einen gesunden Fuß sind. Als Folge dieser falschen Schuhwahl tritt häufig eine Fehlstellung der Zehen auf, welche als Hammerzehen oder Krallenzehen bezeichnet wird. In nur äußerst seltenen Fällen sind diese Fußfehlstellungen angeboren.

Was sind Hammerzehen?

Bei einem Hammerzeh ist das Mittelgelenk so weit nach oben gekrümmt, dass das Endgelenk wie der Kopf eines Hammers Richtung Boden zeigt. Meist ist das zweite bis vierte Zehengelenk betroffen. In schlimmen Fällen führt die Versteifung der Gelenke dazu, dass sich mehrere Zehen überlagern.

Von den Hammerzehen zu unterscheiden sind die sogenannten Krallenzehen. Bei dieser Fehlstellung ist das Grundgelenk der betroffenen Zehe stark überstreckt. Die Folge: Die Zehe wölbt sich wie eine Kralle nach oben und die Zehenspitze verliert den Kontakt zum Boden.

Häufig geht der Hammerzeh mit weiteren Fußdeformationen einher - wie beispielsweise dem Spreizfuß, dem Hohlfuß oder dem Hallux valgus (Fehlstellung des großen Zehs). Bei einem Hallux valgus tritt der Ballen des großen Zehs deutlich seitlich hervor ("Ballenzeh"). Der große Zeh verschiebt sich immer weiter nach außen Richtung kleiner Zeh und wird zu einer "Schiefzehe". Der Schwerpunkt beim Gehen verschiebt sich immer weiter zum Mittelfuß. Anfänglich macht der Ballenzeh noch keine Probleme, doch je weiter die Fehlstellung fortschreitet, desto mehr Schmerzen treten auf. Oft hilft dann nur noch eine Operation.

Welche Symptome treten bei einem Hammerzeh auf?

Im Anfangsstadium bereiten Hammer- oder Krallenzehen meist keine Beschwerden. Oft gehen Betroffene nur zum Arzt, weil sie ihren Fuß optisch nicht mehr ansprechend finden. Schreitet die Verformung jedoch fort, können an den betroffenen Stellen Reizzustände auftreten und es kommt zu Druckschmerzen und Hühneraugen. Ein Tragen von normalen Schuhen ist dann oftmals nicht mehr möglich. Zudem können durch die Deformation andere Zehen verdrängt werden, was dazu führen kann, dass Zehen in ihren Grundgelenken ausgerenkt werden (Luxation).

Um festzustellen, wie ausgeprägt die Verformung der Zehen ist, wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. So kann der Arzt sehen, wie weit die Deformation fortgeschritten ist, welche Gelenke betroffen sind und ob bereits Zehluxationen vorhanden sind. Außerdem zeigt das Röntgenbild, ob mögliche arthritische Veränderungen mit der Fehlstellung einhergehen.

Wie können Hammerzehen behandelt werden?

Wenn noch keine komplette Versteifung der Zehen vorliegt und die einzelnen Zehen noch passiv gestreckt werden können, versucht der Arzt, das Problem mit konventionellen Methoden zu beheben. Folgende Schritte können unternommen werden:

  • Beseitigung der Ursache
  • Krankengymnastik
  • manuelle Therapie
  • orthopädische Schuheinlagen
  • Polsterung und Pflege der Druckstellen
  • Zügelverbände
  • speziell angefertigtes Schuhwerk

Wenn die Hammerzehen im fortgeschrittenen Stadium durch chronische Entzündungen und Versteifungen immer mehr Probleme machen, sollte eine Operation durch einen Fußchirurgen in Betracht gezogen werden. Diese kann in den häufigsten Fällen ambulant durchgeführt werden und dauert nur wenige Minuten. Sollten mehrere Zehen betroffen sein oder weitere Fehlstellungen bestehen (zum Beispiel ein Hallux valgus), so kann der Eingriff auch etwas länger dauern. Der Arzt kann unter mehreren Operationsmethoden wählen. Die Auswahl hängt davon ab, wie stark der Zeh gekrümmt beziehungsweise versteift ist und ob sich das Gelenk noch bewegen lässt.

Die Arthrodese

Bei dieser Methode erfolgt eine operative Gelenkversteifung. Sie wird meist bei Hammerzehen mit Komplettversteifung oder in Fällen, bei denen mehrere Zehen betroffen sind, angewendet. Bei einer Arthrodese wird das Gelenk mithilfe einer Schraube, einer Metallklammer oder einem Implantat verstärkt. Der Vorteil: Die Schmerzen und die Gefahr der Ödembildung sind geringer als bei anderen Eingriffsmethoden. Jedoch kann die Nachbehandlung etwas dauern und der Zeh muss für einige Wochen mit einem Draht fixiert werden, der äußerlich sichtbar ist.

Operation nach Hohmann

Bei dieser Operationsmethode wird der Knochen durch die Entfernung des Grundgliedkopfes verkürzt. Dadurch wird die Zehenstellung korrigiert. Durch die Verkürzung der Knochenstrecke erfolgt eine Entlastung der Weichteilstrecke. Nachteil dieser Methode: Es besteht eine häufige Schwellungsgefahr und es kann zu schmerzhaften Reizzuständen im Gelenk kommen. Der Vorteil ist die kürzere Nachbehandlungszeit und der relativ einfache technische Aufwand.

Operation nach Weill

Ist die Hammerzehe in ihrer Bewegung noch nicht völlig eingeschränkt, ist die Operationsmethode nach Weill ein gängiges Verfahren. Vorteil: Der Gelenkknochen wird nicht zerstört. Nachteil: die längere Nachbehandlungszeit und der höhere technische Aufwand.

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