Hallux rigidus - Medizinische Experten

Die Füße müssen große Belastungen ertragen. Schließlich läuft der Mensch auf ihnen, so dass sie das komplette Körpergewicht - unter Umständen sogar noch mehr - tragen müssen. Die große Zehe nimmt beim Laufen ebenfalls eine große Rolle ein. Wenn die Zehe aber nun nicht mehr in der Lage ist, eine vernünftige Abrollbewegung sicherzustellen und darüber hinaus auch noch Schmerzen verursacht, könnte ein Hallux rigidus vorliegen.

Was diese Erkrankung kennzeichnet, wie man sie diagnostiziert und wie eine Hallux rigidus-Behandlung ausschaut, zeigt der Text weiter unten.

Übersicht

Empfohlene Spezialisten

Hallux rigidus - Weitere Informationen

Was ist ein Hallux rigidus?

Hallux rigidus ist eine Erkrankung (Arthrose) des Grundgelenks der Großzehe. Umgangssprachlich wird sie steife Zehe genannt. Betroffen ist hierbei der Bereich zwischen dem ersten Knochen des Mittelfußes und dem Grundglied der großen Zehe. In seiner Entwicklung führt der Hallux rigidus nicht nur zu Schmerzen, sondern auch zu einer Bewegungseinschränkung, die das Abrollen der großen Zehe kaum oder gar nicht mehr möglich macht. Grund hierfür ist der kontinuierliche, für eine Arthrose typische Verlust von Knorpelmasse in diesem Gelenk. Wie in anderen Gelenken, können in einem späten Stadium die Knochenflächen gegeneinander reiben, da der Gelenkknorpel stark angegriffen ist oder gar völlig fehlt.

Wie entsteht ein Hallux rigidus?

In einer Vielzahl von Fällen ist die Entstehung eines Hallux rigidus nicht völlig klar. Es gibt jedoch Faktoren, die diese Erkrankung begünstigen können. Zum Beispiel können Über- oder Fehlbelastungen eine Rolle spielen. So haben Leistungssportler hier natürlich ein größeres Risiko, da ihre Gelenke grundsätzlich höheren Belastungen ausgesetzt sind. Faktoren wie kleinere, möglicherweise unerkannte Verletzungen können einen Hallux rigidus zur Folge haben. Erbliche Faktoren müssen in die Liste der möglichen Ursachen ebenfalls aufgenommen werden.

Fehlstellungen des Fußes können gleichermaßen die Ursache für den Gelenkverschleiß sein. Wer etwa beim Laufen mit seinem Fuß nach innen knickt, belastet sowohl Knie, Fuß als auch die große Zehe fehl. Dieses Gangbild nennt man Pronation. Eine Stoffwechselerkrankung wie Gicht kommt als Ursache ebenfalls infrage, da hierdurch oft sekundäre Arthrosen ausgelöst werden, die auch das Gelenk der großen Zehe betreffen können. Eine weitere Ursache: Ein zu hoher Kompressionsdruck auf das Großzehenrundgelenk.

Welche Symptome zeigen sich bei einem Hallux rigidus?

Es gibt einige Symptome, die auf einen Hallux rigidus hindeuten. Typisch sind starke Schmerzen des Zehengelenks in Verbindung mit einer steigenden Bewegungseinschränkung. Durch die Steifheit des Gelenks kann der Zeh nicht mehr ordentlich abgerollt werden. Entzündliche Reaktionen können auch auftreten. Diese äußern sich durch Schwellung, Rötung, vermehrte Wärmeentwicklung auf der Haut sowie weiteren Schmerzen. Zudem können im Laufe der Zeit Engegefühle im Schuh des betroffenen Fußes sowie eine gewisse Wetterfühligkeit - besonders bei kalten Temperaturen - auftreten. Eine klinische Untersuchung durch den behandelnden Arzt, meist einen Orthopäden, kann in den meisten Fällen Klarheit bringen. Mangelnde Beweglichkeit sowie so genannte Knochennasen sind Anzeichen für einen Hallux rigidus.

Folgende Symptome deuten auf einen Hallux rigidus hin:

  • Schmerzen
  • entzündliche Reaktionen
  • Bewegungseinschränkungen
  • Engegefühl in Schuhen
  • Wetterfühligkeit
  • fehlende Abrollfähigkeit der Zehe

Wie wird Hallux rigidus behandelt?

Bei der Behandlung dieser Erkrankung muss man grundsätzlich zwischen der konservativen und der operativen Therapie unterscheiden. Die Art der Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung.

Konservative Behandlung:

So kann man im Anfangsstadium spezielle Hallux rigidus-Einlagen oder Hallux rigidus Schuhe anfertigen lassen. Die Einlagen werden in der Regel mit steifer Sohle angefertigt. So wird die Abrollbewegung von der großen Zehe auf die Sohle übertragen. Die Folge: weniger Bewegung im Zehengelenk und somit weniger Schmerzen. Bei einer Ballenrolle wird die Beweglichkeit im Zehengelenk ebenfalls eingeschränkt und so eine Scherzlinderung herbeigeführt. Sportler, die an einem Hallux rigidus leiden, können von einer anderen Technik profitieren: Der Sohlenbereich unter der Zehe wird aufgefräst und mit einem weichen Material ausgekleidet. So wird ebenfalls verhindert, dass die Zehe beim An- oder Abrollen zu sehr in Richtung Fußrücken gedrückt wird, was zu starken Schmerzen führen würde. Zu den weiteren Alternativen konservativer Behandlungsmethoden zählen unter anderem auch die Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten oder Knorpelaufbaupräparate.

Operative Versorgung:

Ist die Erkrankung zu weit fortgeschritten oder zeigen die konservativen Behandlungsmethoden keine ausreichende Wirkung, dann können im Rahmen der Fußchirurgie verschiedene Operationstechniken eingesetzt werden. Zum Beispiel gibt es die Möglichkeit, das Zehengelenk vollständig zu versteifen (Arthrodese). Der geschädigte Knorpel wird bei dieser Hallux rigidus-OP entfernt, die beiden Gelenkflächen fest miteinander verschraubt. Hierdurch wird nicht nur weitestgehend Schmerzfreiheit erlangt, auch die sportliche Belastung kann wiederhergestellt werden. Die Abrollbewegung des Zehs wird überwiegend durch das Endgelenk der Zehe sichergestellt.

Die Knorpelrekonstruktion stellt ein Verfahren dar, bei dem ein geschädigter Knorpel durch Transplantationen aus anderen Körperteilen wiederhergestellt werden soll. Alternativ kann eine Membran eingesetzt werden, die das Knorpelwachstum anregen soll. Wie auch beim Kniegelenk, sind diese Methoden wissenschaftlich noch nicht abschließend erforscht, ein Erfolg nicht garantiert.

Eine weitere Hallux rigidus-Operation ist das Einsetzen von Gelenkersatz. Diese Methode sollte - ebenso wie die endgültige Versteifung des Gelenks - aber nur dann eingesetzt werden, wenn alle anderen Methoden zur Gelenkerhaltung nicht mehr fruchten. Ein Nachteil der gelenkerhaltenden Therapien ist der, dass die Ursache für einen Hallux rigidus nicht beseitigt wird und die Erkrankung so immer weiter voranschreiten kann. Eine Verkürzung des Mittelfußknochens, durch die der Gelenkspalt erweitert und dekomprimiert wird, wird bei einigen Fachleuten ebenfalls angeboten.

Postoperative Therapie:

Nach einer Hallux rigidus Operation steht zunächst einmal die Schmerzreduktion im Vordergrund. Eine fachmännische Lymphdrainage hilft gegen die Schwellung. Außer nach einer Versteifung des Gelenks sollte möglichst bald mit der Mobilisation begonnen werden. Je nach Beschwerdegrad kann sich die Therapie über einen Zeitraum von einigen Wochen bis hin zu mehreren Monaten erstrecken.

Folgende Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • konservativ: Einlagen, spezielles Schuhwerk, Medikamente
  • operativ: Versteifung, Knorpelersatz, Gelenkersatz, Dekompression

Wie kann man Hallux rigidus vorbeugen?

Nicht immer kann man dieser Erkrankung vorbeugen, denn die Ursachen hierfür sind vielfältig. Liegen Fehlstellungen vor, sollten diese mit Einlagen oder mit speziellem Schuhwerk behandelt werden. Denn Fehlstellung führen unter Umständen nicht nur zu einem Hallux rigidus, sondern auch zu Problemen in anderen Gelenken wie etwa den Sprung- oder Kniegelenken.

Standorte der Spezialisten

Klinikstandorte
Flughäfen