Schultersteife (Frozen shoulder): Medizinische Experten finden

Unter einer Frozen Shoulder bzw. einer Schultersteife versteht man eine Gruppe von Gelenkerkrankungen, bei denen es als Folge von chronischen entzündlichen Prozessen in der Gelenkkapsel zu starken Schmerzen im Schultergelenk bzw. in der Schulter kommt. Neben den Schmerzen ist die Beweglichkeit des Schultergelenks eingeschränkt - daher auch die Bezeichnung Schultersteife bzw. Frozen Shoulder.

Weitere Informationen zur Frozen Shoulder finden Sie weiter unten.

Übersicht

Empfohlene Spezialisten

Frozen shoulder (Schultersteife) - Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Frozen Shoulder

Häufigkeit der Frozen Shoulder

Diese Form der Schultergelenkentzündung kommt relativ häufig vor - etwa 2 bis 5% der Bevölkerung leiden an diesen Schulterschmerzen -, wobei eine Frozen Shoulder insbesondere bei Personen ab 40 Jahren auftritt. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

Ursachen und Risikofaktoren für eine Frozen Shoulder

Als Ursache für die Gelenksteife kommen die verschiedenen Strukturen im Schultergelenk infrage. So können Entzündungen beispielsweise nach einem Unfall oder einer Verletzung oder durch Abnutzung (Arthrose) an den am Schultergelenk beteiligten Knochen, Sehnen, Bänder, Muskeln oder im Schleimbeutel auftreten.

Tritt eine Frozen Shoulder nach einem Unfall oder einer Verletzung auf, liegt eine sog. sekundäre Frozen Shoulder vor, sie ist damit eine direkte Folge des Traumas. Durch die Verletzung kommt es oft zu einem Impingement-Syndrom (Engpass-Syndrom), das sich dadurch auszeichnet, dass sich die Schulterschmerzen nur bei bestimmten Bewegungen oder bei Belastung äußern. Das Impingement-Syndrom ist mit Veränderungen an den Muskeln im Schultergelenk (sog. Rotatorenmanschette) verbunden.

Sind allerdings keine auslösenden Traumata, wie zum Beispiel ein Sturz, die Ursache für die Schultergelenkentzündung, spricht der Mediziner von einer primären Frozen Shoulder. Die Erkrankung entsteht somit eigenständig. Mögliche Krankheiten oder Risikofaktoren, die die Entwicklung einer primären Gelenksteife begünstigen können, sind hormonale Störungen oder Veränderungen, wie sie bei Schilddrüsenerkrankungen oder während der Menopause auftreten. Daneben stehen auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Hyperlipidämie im Verdacht, die Entstehung einer Frozen Shoulder zu begünstigen. Auch eine genetische Veranlagung scheint eine gewisse Rolle zu spielen. In manchen Fällen lagert sich Kalk in den Sehnen der Schulter ab, dann spricht man auch von einer Kalkschulter.

Symptome und Verlauf der Frozen Shoulder

Typische Symptome bei einer Frozen Shoulder sind Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkung der Schulter. Zusätzlich kann die Schulter geschwollen und erwärmt sein. Die Symptome treten in der Regel nur in einer Schulter, bei jedem dritten Betroffenen aber auch in beiden Schultern auf.

Allerdings entsteht eine primäre Frozen Shoulder nicht von heute auf morgen, sondern die Entwicklung zieht sich über Monate oder gar Jahre hin, und ihr Verlauf ist durch drei Stadien gekennzeichnet:

  • Im Stadium I, die auch „Freezing Phase“ oder Einfrierphase (freeze = einfrieren) genannt wird, treten zunehmend, zum Teil plötzlich einsetzende starke Schmerzen und auch erste Bewegungseinschränkungen auf.
  • Im Stadium II (Plateauphase) dominiert die Bewegungseinschränkung, die Schultersteife ist nun voll ausgeprägt, die Schmerzen nehmen ab.
  • Im Stadium III („Thawing Phase“, Auftauphase) bessert sich die Bewegungseinschränkung, die Schmerzen sind nahezu verschwunden.

Diagnose der Frozen Shoulder

Um eine Frozen Shoulder zu diagnostizieren wird der Arzt zunächst eine ausführliche Anamnese (Befragung des Patienten) durchführen, im Rahmen derer er sich beispielsweise nach Symptomen und Beschwerden, anderen Krankheiten, Verletzungen oder Unfällen erkundigt. Durch die körperliche Untersuchung lassen sich Schmerzen auslösen und Bewegungseinschränkungen feststellen. Ggf. folgen noch bildgebende Untersuchungen (Ultraschall/Sonografie, CT, MRT), um Schädigungen an den am Gelenk beteiligten Strukturen zu erkennen oder auszuschließen oder als Vorbereitung auf eine Operation.

Behandlung der Frozen Shoulder

Die Therapie der Frozen Shoulder ist abhängig vom Stadium der Erkrankung, von der Ursache, der Dauer und der Stärke der Beschwerden. Insbesondere in den frühen Stadien erfolgt die Behandlung konservativ. Hierzu gehören entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente und physiotherapeutische Übungen, wobei das geschädigte Gelenk nicht überbelastet werden darf. In den Fällen, die sich nicht durch eine konservative Behandlung bessern oder bei denen die Schultersteife auf eine anatomische Ursache zurückzuführen ist, kann oft nur eine Operation im Rahmen der Schulterchirurgie die Ursache für die Erkrankung beseitigen. Der operative Eingriff kann in der Regel minimalinvasiv (Schlüsselloch-OP, Arthroskopie) im Rahmen der arthroskopischen Schulterchirurgie durchgeführt werden.

Prognose der Frozen Shoulder

Wenn die Schultergelenksentzündung frühzeitig behandelt wird, spricht sie in der Regel sehr gut auf die Therapie an. Erfolgt der Behandlungsbeginn allerdings spät, können Komplikationen wie die Schulterarthrose auftreten, was die Behandlung langwierig macht. Manchmal kann es allerdings auch zu Rückfällen (Rezidiven) kommen.

Vorbeugung der Frozen Shoulder

Einer Schultersteife kann im Allgemeinen nicht vorgebeugt werden. Um eine Verschlimmerung der Erkrankung zu vermeiden, sollte allerdings schon bei den ersten Beschwerden ein Arzt aufgesucht werden.

Standorte der Spezialisten

Klinikstandorte
Flughäfen