Schilddrüsenunterfunktion - Medizinische Experten

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Schilddrüsenunterfunktion - Weitere Informationen

Unter Schilddrüsenunterfunktion (medizinisch Hypothyreose) wird ein Mangel an den Schilddrüsenhormonen Trijodthyronin und Thyroxin (üblicherweise abgekürzt als T3 und T4) verstanden, der seine Ursache in einer verminderten Funktion der Schilddrüse hat. Infolge des Hormonmangels verlangsamt sich der Stoffwechsel nahezu aller Körperzellen. Das führt zu einer Abnahme der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit: Die Betroffenen fühlen sich müde und antriebsschwach und sind körperlich und geistig wenig belastbar. 

Da diese Symptome sehr unspezifisch sind, kann es vorkommen, dass die Schilddrüsenunterfunktion längere Zeit unerkannt bleibt. Die Diagnose erfolgt anhand einer labormedizinischen Untersuchung des Blutes. Neben der manifesten Hypothyreose, die durch den oben beschriebenen Hormonmangel gekennzeichnet ist, existiert auch die sogenannte latente oder subklinische Hypothyreose. Hierbei gelingt es dem Körper noch, durch verstärkte Stimulation der Schilddrüse die Werte von T3 und T4 in den Normbereich hochzuregeln. Die latente Hypothyreose ist in der Regel symptomfrei, kann sich jedoch zu einer manifesten Hypothyreose entwickeln. Schätzungen zufolge sind etwa fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland betroffen, wobei Frauen etwa fünf Mal häufiger darunter leiden als Männer.

Ursachen der Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren oder erworben sein. Angeborene Hypothyreosen bedürfen bereits im Säuglingsalter dringend der Behandlung, da sonst die Gefahr erheblicher körperlicher und geistiger Entwicklungsstörungen besteht. Bei der sogenannten primär erworbenen Hypothyreose, der häufigsten Form der Schilddrüsenunterfunktion, liegt die Ursache des Hormonmangels direkt in der Schilddrüse. Dagegen wird die sehr seltene sekundär erworbene Hypothyreose durch krankhafte Prozesse im Gehirn ausgelöst, die die Produktion des Hormons TSH vermindern. Die Schilddrüse selbst ist nicht beeinträchtigt, wird aber nicht ausreichend durch TSH stimuliert. Mögliche Ursachen der primär erworbenen Hypothyreose sind
  • autoimmune Entzündungsprozesse, die Schilddrüsengewebe zerstören (zum Beispiel Hashimoto-Thyreoditis)
  • Verlust von Schilddrüsengewebe durch Schilddrüsenoperationen, Radiojodtherapie bei Schilddrüsenerkrankungen oder Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich
  • Ausgeprägter Jodmangel
  • Starker Jodüberschuss
  • Eventuell Selenmangel
  • Einnahme bestimmter Medikamente (Thyreostatika gegen Schilddrüsenüberfunktion, Zytokine gegen Multiple Sklerose, Asthma, Rheumatoidarthritis und in der Tumortherapie, Lithium bei bipolarer Störung, Amiodaron bei Herzrhythmusstörungen

Schilddrüsenunterfunktion
Die Schilddrüse © Sebastian Kaulitzki / Fotolia

Symptome der Schilddrüsenunterfunktion

Im Zusammenhang mit einer Hypothyreose treten meist eine größere Anzahl der folgenden Symptome auf:
  • ständige Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Depressionen
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • ständiges Frieren
  • zu niedrige Körpertemperatur
  • verlangsamter Herzschlag
  • Ödeme (Schwellungen im Gesicht und an den Gliedmaßen durch Wassereinlagerung im Gewebe)
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschwäche
  • Appetitlosigkeit, Verstopfung, Übelkeit
  • auffällige Gewichtszunahme
  • trockene, juckende Haut
  • sogenanntes Myxödem – eine teigige Verdickung der Haut
  • brüchige Nägel, Haarausfall
  • Zyklusstörungen bei Frauen, Libidostörungen
Die Kombination von Symptomen aus mehreren Symptomgruppen weist auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin, falsche positive wie negative (Selbst-)Diagnosen sind jedoch leicht möglich. Klarheit schafft ein Bluttest. Die Schilddrüsenunterfunktion kann, muss aber nicht von auffälligen Veränderungen der Schilddrüse begleitet sein:
  • Vergrößerte Schilddrüse (Struma) – vor allem bei Jodmangel und angeborener Hypothyreose
  • Verkleinerte Schilddrüse – bei Zerstörung der Schilddrüse, zum Beispiel durch autoimmune Entzündungsprozesse

Diagnose der Schilddrüsenunterfunktion

Die Diagnose einer Hypothyreose wird anhand einer labormedizinischen Untersuchung des Blutes gestellt. Gemessen wird der Spiegel des sogenannten Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) sowie der Thyroxin-(T4-)Spiegel. Auch eine Bestimmung des Trijodthyronin-(T3-)Spiegels ist möglich, im Regelfall wird darauf jedoch verzichtet, da sie keine zusätzlichen Informationen erbringt. Ausschlaggebend für die Diagnose insbesondere der häufigen primär erworbenen Hypothyreose ist ein erhöhter TSH-Spiegel. Der erhöhte TSH-Spiegel stellt die erste Reaktion des Körpers auf die zu niedrige T3- und T4-Produktion dar.

Bei einer latenten Schilddrüsenunterfunktion kann die TSH-Erhöhung die T3- und T4-Werte noch in den Normbereich hochregeln. Dann werden erhöhte TSH-Werte und im (unteren) Normbereich liegende T3- und T4-Werte gemessen. Charakteristisch für die manifeste Schilddrüsenunterfunktion sind zusätzlich zum erhöhten TSH-Wert subnormale T4-Spiegel. Etwas problematisch ist die Einordnung des gemessenen TSH-Werts: Der Bereich als normal geltender Werte ist das Ergebnis statistischer Auswertungen. Individuell kann ein innerhalb oder außerhalb dieser Grenzen liegender Wert trotzdem zu hoch beziehungsweise ohne Krankheitswert sein. Bei der primär erworbenen Schilddrüsenunterfunktion mit typischem Verlauf werden meist nur TSH- und T4-Wert bestimmt. Weitere diagnostische Maßnahmen können bei Unklarheiten oder in schweren Fällen ergriffen werden:

  • Bestimmung der Schilddrüsenautoantikörper im Blut (Hinweis auf Autoimmungeschehen)
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Schilddrüse
  • Szintigraphie (radiologische Untersuchung) der Schilddrüse
  • Messung der Jodmenge im Urin

Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion

Unabhängig von ihrer Ursache wird die manifeste Schilddrüsenunterfunktion mit Schilddrüsenhormonen behandelt. Als Wirkstoffe stehen Levothyroxin (L-Thyroxin) sowie Liothyronin, strukturidentisch mit dem natürlichen Trijodthyronin (T3), zur Verfügung. Gewöhnlich erfolgt die Therapie mit L-Thyroxin. Um die individuell richtige Dosis zu finden und Nebenwirkungen gering zu halten, werden die Medikamente „eingeschlichen“: Zunächst wird eine niedrige Dosis verordnet. Nach frühestens acht Wochen wird der TSH-Wert kontrolliert und die Dosis eventuell erhöht. Dieses Vorgehen wird wiederholt, bis sich die Beschwerden deutlich verbessert haben und der TSH-Spiegel im Normbereich liegt.

Kombinationspräparate gegen Schilddrüsenunterfunktion enthalten Kombinationen von Levothyroxin und Liothyronin (T3 und T4) beziehungsweise Levothyroxin und Jod. Sie werden bei primär erworbener Hypothyreose nicht als Medikament der ersten Wahl verordnet. Kombinationen von T3 und T4 können jedoch manchen Patienten helfen, bei denen L-Thyroxin allein keine ausreichende Wirkung zeigt. Die latente Schilddrüsenunterfunktion kann ebenfalls mit L-Thyroxin behandelt werden, sofern Beschwerden auftreten und der Patient es wünscht.

Prognose: bei guter medikamentöser Einstellung günstig

Die Behandlung einer angeborenen oder primär erworbenen Schilddrüsenunterfunktion mit Schilddrüsenhormonen muss in der Regel lebenslang fortgesetzt werden; heilbar ist die Hypothyreose meist nicht. Bei richtiger und regelmäßiger Medikamenteneinnahme ist die Prognose jedoch günstig: Die meisten Betroffenen können ihr Leben ohne wesentliche Einschränkungen von Gesundheit und Lebensqualität weiterführen. Allerdings dürfen die Medikamente nicht selbständig und abrupt abgesetzt werden.

Um schwere Störungen des Hormongleichgewichts zu vermeiden, müssen Schilddrüsenmedikamente ähnlich langsam und unter ärztlicher Kontrolle „ausgeschlichen“ werden. Nach dem Beginn der Medikation beziehungsweise nach Änderungen der L-Thyroxin-Dosis benötigt der TSH-Wert etwa acht bis zehn Wochen, um sein neues Gleichgewicht zu erreichen. Nach dieser Frist wird kontrolliert, ob der Wert nun im Normbereich liegt oder ob die Dosis gesteigert werden muss. Bei normalem TSH-Wert und Beschwerdefreiheit erfolgen zunächst halbjährliche, später jährliche Verlaufskontrollen. Bei geringer Medikamentendosis kann das Intervall zwischen zwei Kontrollen auch auf zwei Jahre ausgedehnt werden.

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