Dialyse - Medizinische Experten

Der menschliche Körper produziert jeden Tag giftige Stoffe, die aus dem Blut herausgefiltert und für die Ausscheidung vorbereitet werden müssen. Bei einem gesunden Menschen übernehmen die Nieren diese Aufgabe. Doch was, wenn ein chronisches oder akutes Nierenleiden, eine Niereninsuffizienz, vorliegt? Schließlich würden die Abfallstoffe, unter anderem die Harnsäure und das Kreatinin, den Menschen nach und nach vergiften.

In einem solchen Fall kann nur noch eine Dialyse helfen. Was man darunter genau versteht, wann sie tatsächlich notwendig wird und wie sie funktioniert, erklärt der Text weiter unten.

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Was ist eine Dialyse?

Eine Dialyse ist eine lebenswichtige Behandlungsmethode für Patienten, bei denen die Nieren nicht mehr vernünftig arbeiten und daher die nötigen Funktionen nicht mehr übernehmen können. Umgangssprachlich wird eine Dialyse als Blutwäsche bezeichnet. Die Bezeichnung trifft es perfekt, da bei der Dialyse das Blut von den giftigen Stoffen befreit wird, die bei einer bestimmten Konzentration gefährlich werden können. Da diese Behandlung sehr aufwendig ist, wird sie meist in einem speziellen Dialysezentrum durchgeführt, jedoch ist auch eine Heimdialyse möglich.

Insgesamt muss man zwischen drei Formen der Dialyse unterscheiden: Hämodialyse, Hämofiltration und Peritonealdialyse. Die drei Verfahren ähneln sich im Ablauf, da dem Körper Blut entnommen wird, welches über einen Dialysator, eine Membran, gefiltert wird. Im Anschluss daran bekommt der Organismus das gefilterte Blut wieder zugeführt. Welche Methode letztlich eingesetzt wird, hängt vom Beschwerdebild ab.

Wann ist eine Dialyse notwendig?

Leidet der Patient an einer chronischen oder akuten Niereninsuffizienz, dann ist die Dialyse in der Regel die einzige Maßnahme, die ihm das Leben rettet. Denn ohne gesunde Niere würde sich der Körper nach und nach selbst vergiften. Eine Dialyse ist auch für Patienten, die auf eine Spenderniere und Nierentransplantation warten, die Chance, so lange am Leben zu bleiben, bis das passende Organ gefunden wurde. Allerdings wird sie nicht nur zwingend bei Patienten mit geschädigten Nieren eingesetzt. Die filternden Eigenschaften können auch bei akuten Vergiftungserscheinungen, zum Beispiel ausgelöst durch Medikamente, zum Einsatz kommen. Hierbei entpuppt sie sich oft ebenfalls als lebensrettende Maßnahme.

Diagnosen, die eine Dialyse notwendig machen:

  • Nierenschwäche
  • chronisches Nierenversagen
  • Vergiftungserscheinungen

Wie funktioniert eine Dialyse?

Vor der Dialyse stehen zunächst umfangreiche Untersuchungen an, bei denen nicht nur der Blutdruck gemessen wird, sondern auch die Gefäße mithilfe einer Duplexsonografie untersucht werden. Diese Methode kann unter anderem den Zustand der Gefäße darstellen. Ebenfalls wichtig: Vor der erstmaligen Durchführung der Blutwäsche muss ein Dialyse-Shunt angelegt werden. Dieser operative Eingriff sollte etwa sechs bis acht Wochen im Voraus erfolgen.

Der Shunt ist eine Querverbindung zwischen Arterie und Vene. Er ist nötig, weil eine normale Vene ein mehrmaliges Anstechen pro Woche - so oft kann eine Dialyse nötig werden - nicht vertragen würde. Der Dialyse-Shunt kann theoretisch an vielen Stellen eingesetzt werden, jedoch entscheiden sich die behandelnden Mediziner oft für den Bereich des Unterarms, da dieser nicht so häufig benutzt wird.

Bei der eigentlichen Dialyse sitzt der Patient am Dialysegerät. Dem Körper wird Blut entnommen, per Dialysator gereinigt/gefiltert und ihm anschließend wieder zugeführt. In der Regel werden nicht mehr als 600 Milliliter Blut pro Stunde dialysiert. Die Dauer einer Dialyse kann nicht pauschal angegeben werden. In der Regel muss sich der Patient aber auf drei Einheiten pro Woche von jeweils vier bis acht Stunden einstellen. Inzwischen gibt es aber auch die kontinuierliche Hämodialyse, welche eine tägliche Blutwäsche von etwa zwei Stunden bedeutet.

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Von User:YassineMrabet, User:Cjesch - Hemodialysis-en.svg, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21928753

Welche Risiken und Nebenwirkungen können auftreten?

Wie so viele Behandlungsmethoden, kann auch die Dialyse Unannehmlichkeiten mit sich bringen. So kann es zum Beispiel zu Muskelkrämpfen kommen. Der Grund: dem Körper werden bei der Blutwäsche Mineralien entzogen. Ein Mangel, etwa an Magnesium, kann sich in Form von Krämpfen äußern. Da die Dialyse für den Körper sehr belastend ist, kann es bei der Behandlung auch zu einem Blutdruckabfall kommen. Kopfschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen sind ebenfalls Begleiterscheinungen, die nicht zwingend auftreten müssen, aber auftreten können.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Für einen Dialysepatienten spielt die Ernährung eine sehr große Rolle. Auch hier kann man keine pauschalen Empfehlungen geben, da die Ernährungspläne an den individuellen Gesundheitszustand des Patienten angepasst werden müssen. Ein Dialyse-Team wird diese Pläne für den Patienten erstellen. Sie können auch immer wieder an etwaige Veränderungen des Gesundheitszustands angepasst und abgeändert werden.

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