Sklerosierung - Medizinische Experten

Die Sklerosierung ist ein Verfahren, bei dem gewollt eine Sklerose induziert wird, wodurch das Gewebe verödet wird. Die Sklerosierung wird auch als Sklerotherapie bezeichnet. Sie wird meist zur Behandlung von Krampfadern im Bein eingesetzt, aber auch für die Therapie von Hämorrhoiden und erweiterten Venen in der Speiseröhre.

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Übersicht

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Sklerosierung - Weitere Informationen

Die Sklerosierung wird am häufigsten zur Behandlung von Krampfadern, auch Varizen genannt, und Besenreisern eingesetzt. Sie entstehen, wenn sich oberflächliche Venen unregelmäßig erweitern. Dies geschieht in den meisten Fällen an den Beinen. Durch die Varizen kann sich das Blut stauen. Das führt einerseits zu Schmerzen in den Beinen, aber andererseits auch zu einem Schwere- beziehungsweise Stauungsgefühl. Außerdem sind Krampfadern für viele Betroffene ein kosmetisches Problem, da sie durch ihre bläuliche Färbung auffällig sind.

Im Zuge einer Leberzirrhose kann es zu Aussackungen von Venen im Bereich der Speiseröhre kommen. Diese werden auch Ösophagusvarizen genannt und können ebenfalls durch Sklerosierung behandelt werden. Das gilt ebenso für Hämorrhoiden und Venenerweiterungen im Hodensack, welche auch Varikozele genannt werden. Eher selten wird die Sklerotherapie eingesetzt, um Organe zu fixieren. Durch die Bildung von Bindegewebe werden die Organe hierbei in ihrer Position gefestigt.

Ablauf der Sklerosierung

Bei der Sklerosierung wird durch gezielt gespritzte Mittel Gewebe verödet. Hierbei handelt es sich meist um Krampfadern. Das eingespritzte Verödungsmittel sorgt für eine Schädigung der inneren Venenwand. Diese wird auch Endothel genannt. Dadurch kommt es zu einer Entzündungsreaktion, welche zu einer Verklebung und schließlich dem Verschluss der Vene führt. Diese ist dann sklerosiert und baut sich in einen bindegewebsartigen Strang um. Durch diesen kann dann kein Blut mehr fließen.

Sind bei dem Betroffenen mehrere Krampfadern vorhanden, so können für die vollständige Verödung mehrere Sitzungen nötig sein. Vor Beginn der Sklerotherapie ist jedoch eine sorgfältige Vorbereitung wichtig. Dafür werden vom Arzt verschiedene Voruntersuchungen durchgeführt. Dazu zählen bildgebende Verfahren und verschiedene Funktionsuntersuchungen, wie beispielsweise eine Venenverschlussplethysmografie oder eine Phlebographie. Außerdem wird der Patient über den Ablauf der Sklerosierung informiert sowie über mögliche Risiken. Darüber hinaus wird die benötigte Dosis des Medikamentes berechnet, die vom Körpergewicht des Patienten abhängig ist.

Sklerosierung mit flüssigen Medikamenten

Flüssige Verödungsmittel werden eher bei kleineren Venenstücken und kurzstreckigen Gefäßerweiterungen genutzt. Dafür wird das Verödungsmittel mit einer Spritze in eine sterile Kanüle gezogen. Außerdem wird an der zu behandelnden Vene ein sogenannter Air-Block durchgeführt. Dieser dient dazu, dass der behandelnde Venenabschnitt kein Blut mehr enthält. Das ist wichtig, damit das Medikament direkt Kontakt zur Venenwand bekommt. Für den Air-Block spritzt der Arzt eine nur kleine und ungefährliche Menge an Luft oder Gas in den entsprechenden Abschnitt der Vene. Dafür kann beispielsweise Kohlendioxid eingesetzt werden. Dieses verdrängt das Blut im Gefäß. Der Arzt sticht nun mit der Spritze in die Venenwand und verabreicht so das Medikament. Dabei ist es wichtig, dass die Spritze auch wirklich im Gefäß liegt und das Mittel nicht in das umliegende Gewebe gelangt. Nach Beendigung der Sklerosierung muss die Einstichstelle mit einem Wattepolster und einem Pflaster bedeckt werden. Außerdem muss anschließend der Körperteil nach Möglichkeit komprimiert, also zusammengedrückt werden. Dafür kann der Arzt am Bein etwa einen Kompressionsverband anlegen oder der Betroffene muss Kompressionsstrümpfe tragen. Dies wird auch als Kompressionstherapie bezeichnet.

Sklerosierung mit schaumigen Medikamenten

Bei der Schaumsklerosierung wird das verödende Medikament mit einer ungefährlichen Menge an Luft oder einem Gas wie Kohlendioxid gemischt. Dadurch entsteht ein feinblasiger Schaum. Der Schaum ist besonders für die Verödung von langstreckigen Aussackungen der Venen geeignet. Der Ablauf ist dem einer Sklerosierung mit flüssigen Medikamenten sehr ähnlich. Auch hier wird das Medikament in eine Spritze gezogen und dann in die Vene eingebracht. Bei dieser Methode kann der Arzt durch Ansaugen von ein wenig Blut kontrollieren, ob die Spritze an der richtigen Stelle sitzt. Es muss kein Air-Block durchgeführt werden, da das Blut beim Einspritzen durch den Schaum verdrängt wird. Das Medikament kann dann an die Gefäßwände gelangen und dort seine Wirkung entfalten.

Risiken einer Sklerosierung

Die Sklerotherapie zählt zu den Standardverfahren der modernen Medizin. Trotzdem kann es auch hierbei zu einigen Problemen kommen:
  • verletzte oder durchstoßene Gefäßwand mit anschließender Blutung
  • Infektion der Einstichstelle (mit eventuell nötiger Nachbehandlung mittels Antibiotika oder einer Operation)
  • dauerhafte Verfärbung der um das Gefäß liegenden Haut
  • Schäden am Gewebe (Abszesse oder Absterben von Zellen)
  • Entzündungsreaktionen mit Hautrötung
  • Wundheilungsstörungen
  • vorübergehende Sehstörungen (auch Flimmern genannt)
  • Krustenbildung an der Einstichstelle
  • Schädigung von Nerven (selten verbleibend)
  • Migräneanfall (nur bei Patienten mit Migräne in der Vorgeschichte)
  • allergische Reaktion auf verabreichte Medikamenten oderoder Unverträglichkeit von genutzten Materialien
  • Bildung von Blutgerinnseln
  • Lymphstauungen

Nach der Sklerosierung

Direkt nach der Behandlung kann es an der Einstichstelle zu kleinen Schwellungen mit Spannungsgefühl oder blauen Flecken und Hautrötungen kommen. Diese verschwinden jedoch normalerweise nach einigen Tagen und sind auch nicht weiter bedenklich. Betroffene sollten jedoch auf jeden Fall ihren Arzt aufsuchen, wenn es zu folgenden Symptomen kommt:
  • stärker werdende, pochende Schmerzen
  • Druckschmerz oder brennendes Hautgefühl durch die Verbände
  • starke Rötung, Schwellung oder Heißwerden des behandelten Bereiches
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Fuß
  • Blauwerden der Zehen
  • Fieber über 38 Grad
Auf jeden Fall sollten die Anweisungen des Arztes beachtet und der Verband nur durch diesen gewechselt werden. Auch der Zeitpunkt des Ablegens der Kompressionsstrümpfe wird gemeinsam mit dem Arzt bestimmt. Kurzes Duschen ist nach der Sklerosierung normalerweise erlaubt. Mit einem Bad oder einem Gang in die Sauna sollten Patienten im Zweifelsfall eine gewisse Zeit warten. Der Zeitraum dafür hängt vom Ausmaß der Krampfadern und der Art der Sklerotherapie ab. Außerdem sollte die betroffene Stelle etwa vier bis sechs Wochen nach der Behandlung keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Das erhöht das Risiko für Verfärbungen. Um einen Lymphstau zu vermeiden, sollten die Beine möglichst oft hochgelagert werden. Zu langes Sitzen oder Stehen sollte vermieden werden. Tägliche sportliche Betätigung wie Fahrradfahren oder Spazierengehen sind empfehlenswert.

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