Erysipel - Medizinische Experten

Erkrankungen der Haut wie das Erysipel (Wundrose) können mitunter sehr unangenehm sein. Nicht nur, dass sie sichtbar sind und somit den Betroffenen auch psychisch beeinträchtigen können - je nachdem, um welche Hauterkrankung es sich handelt, kann der Verlauf auch schmerzhaft sein und eine intensive Behandlung auf den Plan rufen.

Das Erysipel ist eine Hauterkrankung, die nicht nur eben jene Schmerzen verursachen kann, sondern sich auch durch ihr äußeres Erscheinungsbild kennzeichnet. Wodurch sie entsteht, welche Symptome auftreten können und wie sie behandelt wird, erklärt der Text weiter unten.

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Was ist ein Erysipel?

Bei einem Erysipel handelt es sich um eine bakterielle Hautinfektion. In der Regel sind die oberen Hautschichten sowie die Lymphwege betroffen. Charakteristische Stellen, an denen ein Erysipel auftreten kann, sind das Gesicht und die Unterschenkel. Prinzipiell kann diese Hauterkrankung aber überall auftreten. Umgangssprachlich nennt man ein Erysipel Rotlauf. Dieser Name kommt von den äußerlichen Anzeichen, die diese Erkrankung mit sich bringt, denn im betroffenen Bereich kommt es zu Rötungen und mitunter auch zu starken Schwellungen.

Der ebenfalls umgangssprachlich genutzte Name Wundrose wird auch durch die äußeren Anzeichen geprägt, da sich die Entzündung rund um die Eintrittsstelle des entsprechenden Erregers ausbreitet. Da dies optisch der Blüte einer Rose ähneln kann, nennt man die Erkrankung auch Wundrose. In einigen Fällen ist das Erysipel nicht nur durch Hautrötung und Schwellung gekennzeichnet, sondern auch durch Blasen und Pusteln.

Wie wird ein Erysipel verursacht?

Es handelt sich hierbei um eine bakterielle Infektion, die meist durch Streptokokken verursacht wird. Damit diese Zugang zum Körper bekommen, reichen kleinste Wunden in der Haut aus. So kann zum Beispiel eine an sich harmlose Fußpilzerkrankung eine Pforte für diese Bakterien bieten, die sich dann in den tieferen Hautschichten und in den Lymphspalten ausbreiten. Die Entzündung der Haut ist letztlich eine Abwehrreaktion des Körpers, der die eingedrungenen Bakterien bekämpfen will.

Nicht nur kleinere Hautverletzungen stellen ein Risiko dar, um an einem Erysipel zu erkranken. Wer unter Venenschwäche, Lymphödemen oder Diabetes mellitus sowie an Durchblutungsstörungen der Beine leidet, zählt ebenfalls zur Risikogruppe. Patienten, die Probleme mit dem Immunsystem haben, sind auch gefährdet.

Potenzielle Gefahren, die zu einem Erysipel führen können:

  • Hautverletzungen und Hauterkrankungen, zum Beispiel Fußpilz
  • Durchblutungsstörungen der Beine
  • Venenerkrankungen
  • Lymphödeme
  • schwaches Immunsystem

Welche Symptome treten bei einem Erysipel auf?

Obwohl die Hautrötung und Schwellungen charakteristische Merkmale für ein Erysipel sind, beginnt die eigentliche Entzündung bereits früher. Der Betroffene kann sich matt und abgeschlagen fühlen. Zum allgemeinen Unwohlsein können sich auch noch Fieber und Schüttelfrost gesellen. In der Regel treten erst einige Tage später die äußerlichen Anzeichen auf. Rund um die Eintrittsstelle der Bakterien breitet sich eine Entzündung aus, es kommt zu den typischen Rötungen und Schwellungen der Haut.

Aufgrund der Entzündung kann es auch zu einer deutlichen Überwärmung der Haut sowie zu Druckschmerz im Bereich der Rötung kommen. Ferner können durch ein Erysipel benachbarte Lymphknoten anschwellen. Da diese Hauterkrankung auch kleine Bläschen verursachen kann, muss sie von einem Arzt deutlich von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden. Bei einer Gürtelrose (Herpes Zoster) kommt es ebenfalls zu Bläschen. Allerdings hat eine Gürtelrose andere Auslöser.

Wie wird ein Erysipel behandelt?

Wichtig ist hierbei der sofortige Gang zum Arzt. So können nicht zuletzt andere Erkrankungen ausgeschlossen, sondern auch die richtige Therapie eingeleitet werden. Die Krankheitserreger sind oft nicht nachweisbar, aber ein geschulter Mediziner wird ein Erysipel aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes erkennen können. Die Gabe von Antibiotika ist bei der Behandlung einer Wundrose das Mittel der Wahl. Sollte der Patient gesundheitlich stark angeschlagen sein, können die Antibiotika auch intravenös verabreicht werden. Häufig wird zur Bekämpfung der Streptokokken Penicillin gegeben. Fällt dieses Antibiotikum etwa aufgrund einer Allergie raus, können alternativ Clindacymin oder Erytromyzin gegeben werden.

Darüber hinaus muss sich der Patient natürlich schonen. Bettruhe wird in vielen Fällen empfohlen. Darüber hinaus können noch weitere, unterstützende Maßnahmen getroffen werden. Sollte sich das Erysipel am Unterschenkel befinden, dann kann es sich als hilfreich erweisen, das betroffene Bein hochzulegen. So wird der Lymphabfluss verbessert, Schwellungen gehen leichter zurück. Bei Schmerzen können passende Medikamente gegeben werden, um den Krankheitsverlauf ein wenig erträglicher zu gestalten. Eine Kompressionstherapie oder Blutverdünner sind unterstützend ebenfalls angezeigt.

Wichtig: Bei einer Wundrose muss auch immer Ursachenforschung betrieben werden. Liegen zum Beispiel Hautkrankheiten oder andere chronische Beschwerden vor, dann sollte deren Behandlung parallel erfolgen, um die Gefahr eines Rezidivs (Wiederauftreten des Erysipels) zu verhindern.

Welche Komplikationen können auftreten?

Zwar kann sich ein Erysipel auch von allein zurückbilden - dennoch kann es im schlimmsten Fall zu Komplikationen kommen. So können Lymphwege verkleben, was in der Konsequenz zu einem Lymphödem führen kann, da die Flüssigkeit nicht mehr richtig abfließt. Auch eine Elephantiasis, die zu den Begleiterscheinungen eines Lymphödem gehören kann, ist möglich. Venenentzündungen, Nierenprobleme oder auch eine Sepsis (Blutvergiftung) zählen zu den Komplikationen, die bei einem unbehandelten oder unzureichend behandelten Erysipel auftreten können.

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