Elephantiasis - Medizinische Experten

Unter Elephantiasis versteht man eine seltene Lymphgefäßerkrankung, die vor allem in Schwellenländern auftritt. Charakteristisch sind die teilweise massiv angeschwollenen Extremitäten des Patienten.

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Elephantiasis - Weitere Informationen

Die Elephantiasis, auch Elefantenkrankheit genannt, ist eine beeindruckende Erkrankung. Sie tritt häufiger in Entwicklungsländern auf als in Industrienationen. Ein Stau der Lymphflüssigkeit, der entweder angeboren oder erworben sein kann, lässt verschiedene Körperteile extrem anschwellen. Beine sowie männliche Geschlechtsteile sind besonders häufig betroffen. 

Elephantiasis

Ursachen der Elephantiasis

Die angeborene Elefantenkrankheit

Tritt die Erkrankung bereits im Säuglingsalter mit starken Schwellungen der Arme oder Beine auf, handelt es sich um die sogenannte angeborene Elephantiasis. Hier sind die Lymphgefäße nicht richtig angelegt. Weitere angeborene Ursachen sind umfassende Fehlbildungssyndrome wie die Neurofibromatose.

Die Erkrankungen können Lymphbahnen zerstören oder blockieren und so für einen mangelnden Abfluss der Lymphflüssigkeit sorgen.

Die erworbene Elefantenkrankheit

In den Tropen ist die Elephantiasis häufig eine Folge von Infektionen mit Filarien (Filariose), Leprabakterien oder ähnlichen Erregern. Über Insektenstiche gelangen die Würmer oder Bakterien in den menschlichen Organismus, wo sie in das Lymphsystem vordringen. Es folgen verschiedene Entzündungsreaktionen, die die Lymphflüssigkeit stauen. Auch Herpesviren können im Rahmen eines geschwächten Immunsystems die Lymphgefäße verlegen oder ganz zerstören.

Weitere Ursachen der erworbenen Elephantiasis:

• ausgeprägte Venenentzündung
• Tumoren
• Metastasen

Diagnose der Elephantiasis

Sucht ein Patient mit Elephantiasis einen Arzt auf, stellt der Mediziner die Diagnose bereits anhand der sichtbaren Beschwerden. Die massive Schwellung der Haut und die Ansammlung von Lymphe im Gewebe (Lymphödem) ist typisch für das Krankheitsbild. Wichtig ist es nun, die auslösende Grunderkrankung zu finden.

Therapie der Elephantiasis

Die Elefantenkrankheit ist ein chronischer Zustand, der nicht einfach zu beheben ist. Ansteckend ist Elephantiasis nicht. Zunächst ist es wichtig, alle auslösenden Infektionen medikamentös zu behandeln.

Tumorerkrankungen können Mediziner eventuell operativ therapieren. Manuelle Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung wirken sich häufig positiv auf die lokalen Schwellungen aus. Ein plastischer Chirurg kann bei Bedarf die Haut zusammen mit der Unterhaut straffen, aber nicht vollständig in den Zustand vor der Erkrankung zurückversetzen.

Schlägt die konservative Therapie in keiner Weise an, bleibt dem behandelnden Arzt nur, das betroffene Bein oder den betroffenen Arm zu amputieren.

Eine frühe Diagnose kann vor Spätfolgen schützen

Wie bei vielen chronischen Erkrankungen ist eine frühe Diagnose bei der Elephantiasis der beste Schutz vor einer ausgeprägten Form der Erkrankung, die Mediziner nicht mehr bessern können. Gehen Sie bei den ersten Anzeichen einer Lymphstauung zum Arzt. Insbesondere wenn Sie sich zuvor in den Tropen aufgehalten haben oder an einer Grunderkrankung leiden, die das Lymphsystem schädigen kann.

Quellenangabe:

Thomas Löscher, Tropenmedizin in Klinik und Praxis: mit Reise- und Migrationsmedizin, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2010

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